Review

Ein Mann sieht rot.
Die Tochter des Arztes Bruno Hamel (Claude Legault) wird im Waldstück tot aufgefunden. Vergewaltigt und ermordet - der Täter (Martin Dubreuil) ist schnell gefasst und bekommt 25 Jahre Haftstrafe.
Das reicht Bruno nicht. Er entführt den Kinderschänder in eine angemietete Waldhütte, informiert die Polizei per Telefon, dass er den Mörder seiner Tochter in sieben Tagen umbringt und bis dahin auf seine Art für Gerechtigkeit sorgen will.

"7 Days" reiht sich in die Reihe der hostelschen Zerstückelungs-Filme ein, beginnt atmosphärisch mit der Ermordung der Tochter und auch der erste Schlag, mit einem Vorschlaghammer (bei uns im Saarland auch "Guddi" genannt) sitzt.

Aber danach?

Naja, ich will es mal so schildern. Bruno lässt sich alle Zeit der Welt mit dem Täter/Opfer, schaut ihn wortlos an und trinkt ein Sixpack nach dem anderen, um zu überlegen, was er als nächstes anstellen wird. Nebenher ermittelt die Polizei, eine Art Einschlafversion von Der Bulle von Tölz, und tappt völlig im Dunkeln.

Nach den ersten zwanzig dichten Minuten sieht man eine völlig inspirationslose Aneinandereihung von Quälereien, bei denen man weder Spannung, Drive oder einen Hauch von Atmosphäre vorfindet. Dass der Arzt seine fachlichen Kenntnisse einsetzt, ist natürlich nicht verkehrt und hebt den Film von den üblichen Quälereien hervor. Doch das beste Misshandeln bringt nichts - wenn der Film scheiß langweilig ist. Ich will mal kurz noch den Film "Das Gesetz der Rache" ins Spiel bringen. Der bietet eine ähnliche Ausgangssituation, die man jedoch in fünf Minuten Spielzeit besser vermittelt, wie "7 Days" in über 100 Minuten Laufzeit es nicht hinbekommt.

Die Gewaltschraube befindet sich auf gesundem Mittelmaß. Da ist der Genre-Freund weitaus härteres gewöhnt. Aber selbst brutalere Szenen hätten "7 Days" auch nicht besser gemacht.

So bleibt ein guter Ansatz eines Selbstjustizfilms übrig, dem nachher scheinbar Ideen für ein gutes Drehbuch ausgegangen sind.

3/10

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