Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 31.12.2013

Eine manchmal zu dick mit dem Holzhammer vorgetragene Rachephantasie, die den Zuschauer direkt mit seinen moralischen Vorstellungen zu Recht und Vergeltung konfrontiert. Die Prämisse wurde bewusst auf eine simple Zeile zusammengestutzt: Was, wenn du eine Woche Zeit hättest, dem Vergewaltiger und Mörder deiner Tochter zu geben, was er verdient? Die notwendigen Mittel, um dieses Szenario zu erreichen, handelt der Film mit viel Improvisation in Kürze ab (sie könnten auch jedem x-beliebigen Actionfilm entstammen), auch wird kaum die Frage über Schuld oder Unschuld des Angeklagten gestellt. Die faktentechnisch klare Ausgangssituation wird genutzt, um sich ganz auf die Beziehung zwischen Killer und Vater zu konzentrieren. Darstellerisch führt das zu einer Tour de Force vor allem für den Killer, der fast den gesamten Film über nackt und in erniedrigenden Posen verbringen muss, indes dem Vater eine starke Persönlichkeitsentwicklung während der sieben Tage bevorsteht. Das Kammerspiel wird leider unnötigerweise immer wieder unterbrochen, um redundante Fortschritte bei den Ermittlungsarbeiten der Polizei zu zeigen; eine vollständige Konzentration auf das Treiben in der isolierten Waldhütte hätte, vor allem in Kombination mit den metaphorisch zu verstehenden Bildern toter Wildtiere im umliegenden Gebiet, die Intensität erhöht.

* weitere Informationen: siehe Profil

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