Mike und Sabine sowie Jürgen und Eva planen einen Abenteuerurlaub in einer Holzhütte am Schwarzwald. Fern ab der Zivilisation gibt es nur einen alten Fernseher, der bald schon merkwürdige Signale ausstrahlt. Daraufhin bekommen die vier Urlauber Wahnvorstellungen und töten sogar einen Wanderer. Dass der Vorbesitzer der Hütte psychisch gestört war und seine tote Tochter als böses Medium benutzt, wird erst spät klar.
Gute Horrorfilme aus deutschen Landen sind ja bekanntlich mindestens genauso mit der Lupe zu suchen, wie ein ehrlicher Politiker, aber man gibt die Hoffnung ja nicht auf. Wenn dann ein aktuelles Werk sogar den Weg in einige Kinos geschafft hat und zudem geographisch bei mir um die Ecke spielt und auch dort gedreht wurde (Prädikat: nur echt mit dem südbadischen Akzent), kann ein Blick eigentlich ja nicht schaden.
Die Ausgangssituation ist dabei gar nicht mal verkehrt, zwei Paare, ein einsames Gehöft acht Kilometer von jeder Zivilisation entfernt, kein Wasser, Minimum an Stromversorgung, ein geheimnisvoller verschlossener Raum, das schreit doch alles nach lustigem Lagerkoller und gegenseitiger Abschlachterei. Nur was die Macher letzten Endes daraus fertigen ist ein grausliger Mysterymumpitz ohne jede Logik und Verstand.
Unsere vier Musterbeispiele an unkontrolliertem Overacting finden einen kaputten Fernseher, der je nach Lust und Laune einzelnen Personen Bildmessages sendet. Eine sieht ein kleines Mädchen, die nächste eine Kochshow die Knollenblätterpilze empfiehlt, der dritte eine Suchmeldung nach einem Serientäter, was unsere Helden dazu bringt einen verfransten Wandersmann umzubringen und der vierte will eigentlich nur Fußball schauen, aber derlei Unterhaltung hat unser Geisterchannel dummerweise nicht im Programm (selbst dem Jenseits ist also Sky zu teuer).
Es folgt das obligatorische Sammelsurium von Verdächtigungen und allgemeinem sich-auf-den-Sack-gehen, bis unsere Protagonisten endgültig einen an der Klatsche haben und sich gegenseitig an die Gurgel gehen. Immerhin schafft es der Film so, von insgesamt sechs Darstellern vier um die Ecke zu bringen (nicht schlecht zwei Drittel killed, aber die 100 Prozentmarke wäre besser).
Was Black Forest (den meisten bekannt als Schwarzwald) dummerweise nicht schafft ist nur so etwas ähnliches, wie eine spannende oder gar nachvollziehbare Struktur aufzubauen. Hier werden wild alle möglichen Elemente, die man so oder so ähnlich aus anderen Filmen kennt, ohne viel Sinn und Verstand durcheinandergeworfen. Das erkennt man recht gut daran, das der Zuschauer als Erklärung für den ganzen Zirkus ein solides nada an den Kopf geworfen bekommt. Der Verzicht auf jegliches Fitzelchen an Hintergrunderklärungen gilt gerne als Ausrede, die Phantasie der Leute anzuregen, aber meiner Meinung nach war hier einfach nur das Drehbuch faul, ohne konnte erst gar nicht die ganze wirre Plotte erklären.
Dazu kommen Darsteller aus der zweiten Reihe, die zwar angenehm natürlich anfangs daherkommen, aber bei zurückgenommenen oder zielgerichteten Spiel offenbar an ihre Grenzen gelangen. Der urige Opa, als heimischer Erklärbärvermieter, ist da alleine wegen seiner Mundart mal ausgenommen. Wie das Ding ins Kino gekommen ist, bleibt aber ein Rätsel, qualitative Gründe können nicht vorgelegen haben, aber andererseits hats the dark area ja auch geschafft und keiner weiß wieso. Selbst mit Heimatbonus gibt's hierfür ganz, ganz knappe
2,5/10