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Durch "Shaft" wurde Regisseur Gordon Parks (Liebesgrüße aus Pistolen, Supercops) zum Gründer des Blaxploitationfilms. Endlich hatte die schwarze Bevölkerung einen Held, mit dem sie sich identifizieren konnte. Und der darf in seinem ersten Abenteuer gleich den Weißen auf die Pelle rücken. Die Idee zum schwarzen Privatdetektiv John Shaft stammt von Ernest Tidyman. Hier schrieb Tidyman auch das Drehbuch, einige seiner Novellen wurden für die spätere Serie verwendet. Es folgten nicht nur zwei Sequels und eine Serie, die jedoch nur sieben Folgen zu bieten hatte, sondern es folgte auch ein gelungenes Sequel mit Samuel L. Jackson in der Hauptrolle. Hier wählte man das Modell Richard Roundtree, der hier gleichzeitig sein Debüt in einer Hauptrolle gibt. Zuvor ergatterte sich Roundtree eine kleine Rolle bei einer Serie, jedoch war mit "Shaft" der Weg jetzt geebnet. Selbst heute ist Roundtree noch im Geschäft, er verkörperte über hundert Charaktere in seiner Karriere als Schauspieler.
Die Tochter des Gangsterbosses Bumpy Jonas (Moses Gunn) ist entführt worden. Privatdetektiv John Shaft (Richard Roundtree) soll sie wiederfinden. Zusammen mit seinem Kumpel Ben Buford (Christopher St. John) kommt er der weißen Mafia auf die Schliche, welche sich ganz Harlem unter den Nagel reissen will. Dazu benötigen sie Bumpys Tochter als Druckmittel. Doch Shaft plant schon eine Befreiungsaktion, die aber nicht so glatt verläuft.

Es war eigentlich ganz logisch, dass Shaft in seinem ersten Abenteuer gleich mal den Weißen kräftig einheizen darf. Und natürlich ist unsere Hauptfigur auch gegen den Rassissmus völlig immun. Auch wenn im mal ein Taxi abhanden kommt, welches lieber den weißen Mann mitnimmt, Shaft regt sich kurz auf und nimmt es dann gelassen. Beschimpfungen lässt er nicht über sich ergehen, er kontert stets und macht dadurch besonders dem Sgt. Tom Hannon (Lawrence Pressman) das Leben schwer. Hannon wirkt ein wenig abhängig von Shaft, er benötigt öfter Informationen, denn Shaft ist es egal ob er sich mit seiner eigenen Rasse, oder mit den Weißen anlegt. Kurzum, wir haben hier einen Privatdetektiv, der sich nichts gefallen lässt und auch vor Brutalitäten nicht zurückschreckt. Aber er ist gleichzeitig auch sehr sympatisch, hilft Vielen aus der Patsche, steckt einem frierenden Kind Geld zu und hüpft auch gerne mal mit einer weißen Frau in die Kiste. Es geht Parks viel mehr um den Charakter, als um den Entführungsfall, der wirkt eher nebensächlich und Wendungen braucht man gar nicht zu erwarten. Parks erzählt straight seine Geschichte und schiebt ein paar Actionszenen dazwischen. Gleich zu Beginn darf Shaft zwei Gangster ordentlich vermöbeln, der Eine bekommt einen Freiflug aus dem Fenster. Es folgen kleinere Shootouts, wobei vor allem die finale Befreiungsaktion wirklich gelungen ist. Alles ist gut gemacht, zum Teil sogar recht hart mit blutigen Einschüssen, aber es haut nicht vom Hocker.
Auch arbeitet Shaft hier nicht allein, er erhält Hilfe von einem Kumpel und später werden sogar noch mehrere Leute benötigt. Unser Held ist natürlich auch nicht unbesiegbar und wird zwischendurch mal angeschossen und zusammengetreten. Die Darsteller agieren auf jeden Fall solide, in den frühen 70er Jahren waren die Schwerpunkte der Schauspielerei noch nicht Mimik, Gestik und Ausstrahlung. Richard Roundtree macht als schwarzer Privatdetektiv eine gute Figur, aber ein richtiges Schauspiel ist das noch nicht. Moses Gunn als Bumpy Jonas, ein Gangster mit Prinzipien, macht seine Sache auch ordentlich, sowie der restliche Cast.
Was einem hier wirklich im Gedächtnis bleibt, ist Isaac Hayes tolle Musik. Verdient bekam er dafür den Oscar für dieses Stückchen Musikgeschichte.

"Shaft" ist kein Überfilm, aber die Gründung des Blaxploitation und allein dadurch schon Kult. Da kümmert die gängige Story kaum. Es ist einfach unterhaltsam Shaft bei der Arbeit zuzusehen, auch wenn es ein wenig mehr Action sein könnte. Lockere 70er Jahre Unterhaltung mit einem Schuss Humor und tollem Sound, das Sequel ist noch ein Tick besser.

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