Inhalt:
San Francisco, vor 1970. Der Chinese Li Xiao Long (Bruce Li), der sich alsbald Bruce Lee nennen wird, ist ein starker KungFu-Fighter, betreibt eine KungFu-Schule, nebenher liefert er per Fahrrad Tageszeitungen aus. Seine Verlobte ist die U.S.-Amerikanerin Linda (Linda Johnson), die Beziehung erscheint glücklich.
Bruce wird Sieger in einem Karate-Wettbewerb, was rachsüchtig-neidische, japanische Kämpfer auf den Plan ruft. Bruce besiegt diese im Kampf, und der Produzent einer u.s.-amerikanischen TV-Serie, "The Green Hornet", will ihn für eine größere Nebenrolle engagieren. Bruce Lee wird zum Fernseh-Star in den U.S.A.!
Heimweh und die nicht aussichtsreichen Perspektiven auch Kino-Rollen spielen zu können, treiben Bruce Lee wieder nach Hongkong. Dort will ihn tatsächlich der chinesische Film-Mogul Sir Run Run Shaw (Gam Wing-Cheung), Chef der legendären Shaw Brothers-Studios, verpflichten. Jedoch sind diesem die Gagen-Forderungen Bruce´s, immerhin 10.000 HK$ pro Film, zu hoch.
Doch die gerissene Co-Produzentin Lin (Li King Kwong) des mit Shaw konkurrierenden Producers Hao, erkennt, dass mit Bruce Lee Kasse zu machen sein dürfte. Lin, Gattin des für Hao arbeitenden Regisseurs Lue Chang, überredet Bruce Lee, den ersten Eastern-Spielfilm mit ihm in Hongkong zu drehen. Nach Unstimmigkeiten am Set, übernimmt Lue Chang schließlich selbst die Regie. Eine Jung-Mimin (Na Yan-Sau) soll Bruce bei Laune halten, was aber vom Star negiert wird. Der Streifen wird zu einem Kassen-Schlager und Top-Erfolg! Bruce Lee ist der neue Eastern-Star in Hongkong.
Bei einer Party in einer Bar wird Bruce der Filmschauspielerin Betty Ting Pei (Tang Pei) vorgestellt. Er verguckt sich in die äußerst attraktive Actrice, die beiden beginnen eine Beziehung, die von Leidenschaft aber auch Schwankungen geprägt ist. Bruce Lee verfällt der schönen Betty immer mehr, die aber sprunghaft ist, von Bruce gar schwanger wird, das ungeborene Kind verliert, und die Beziehung zu Bruce Lee immer wieder beenden will. Linda scheint indes vergessen, ist die Gehörnte in diesem sich anbahnenden Drama.
Sein Erfolg und seine Beziehung zu Betty Ting Pei verschafft Lee nicht nur Freunde, einige wollen den Star "aus dem Verkehr ziehen". Den dafür engagierten Li San (Cheng Fu-Hung) besiegt Bruce allerdings spielend.
Bei Bruce Lee werden indes die gesundheitlichen Probleme immer größer, die Anfälle heftiger Migräne häufen sich, und der Star muss immer mehr Medikamente zu sich nehmen. Als Betty einmal mehr bedrängt wird, kommt es in einem Anwesen an einem Swimming-Pool zu einem heftigen KungFu-Kampf.
Bruce siegt, doch er muss sich nach einem weiteren Schwäche-Anfall ins Bett legen. Betty ahnt nichts Böses. Doch Bruce Lee wacht nie wieder auf und verstirbt.
Bruce Lee, der größte Eastern-Star aller Zeiten ist tot. Hongkong, die "Stadt der Goldenen Sterne", verliert ihren größten Sohn, und fällt in tiefste Trauer.
Kritik:
"Super Dragon" ("Die Bruce Lee Story"), 1974 unter der Regie von Shih Ti auf Taiwan gedreht, gilt als erster Bruceploitation-Eastern, jener Gattung von Filmen, die den Ruhm des kurz zuvor verstorbenen Mega-Stars Bruce Lee zu vermarkten gedachten. Mit Haupt-Darstellern die Bruce Lee ähnlich sahen, wie eben hier Ho Tsung-Tao der sich alsbald Bruce Li nannte.
Hier in diesem Geburts-Film jenes Sub-Genres des Eastern, geht es um das Leben des Verstorbenen, seine Kariere, wie er zum Top-Star des KungFu-Films schlechthin wurde. Dies ist hier ziemlich schnell, somit natürlich oberflächlich mit Sprüngen in den Zeitabläufen erzählt, und wenn man die wahre Biografie Bruce Lee´s kennt, nicht immer so genau, eher locker und frei nach dessem Lebenslauf interpretiert, ob nun aus Unwissenheit oder wohl eher aus dramaturgischen Gründen sei mal dahingestellt.
So werden zwar gar einige Echt-Namen derer die mit Bruce Lee zu tun hatten genannt -sogar Hongkongs damaliger Film-Zar Run Run Shaw, der tatsächlich damals Interesse an einer Verpflichtung Lees gehabt haben soll-, aber nicht alle: So dürfte es sich bei der Figur des Regisseurs -im Film- "Lue Chang" um Lo Wei gehandelt haben, bei der Figur des Producers "Hao" um Raymond Chow, dem Boss von "Golden Harvest". Auch das Ableben Bruce Lees, um das es immer wieder Spekulationen gab bis hin zur Legendenbildung, konnte hier natürlich nur hypothetisch -auch anhand von Gerüchten- behandelt werden.
So entstand ein durchaus bemerkenswertes Bio-Pic-Movie über Bruce Lee, sicher kostengünstig, dafür bemüht und insgesamt recht spannend inszeniert. Anfangs mit viel KungFu-Action, gerade die Fights bei den gezeigten Dreh-Arbeiten (gemeint dürfte hier "The Big Boss" -"Die Todesfaust den Cheng Li"- sein, Bruce Lees erster Erfolg und Film in Hongkong), wird dieser Streifen hier indes dann immer mehr zum Drama mit Eifersucht, dem Zerfall von Beziehungen, massiven gesundheitlichen Problemen des Mega-Stars und Medikamenten-Missbrauch.
Dies ist gut gespielt für einen Eastern, und das Ende ist dramatisch, mit einem Schlucken des Zuschauers inklusive, mir ging es jedenfalls so bei der Betrachtung. "Super Dragon"/"The Dragon dies hard", der erste aller Bruceploitation-Filme gehört da sicher zu den besseren Streifen dieser Gattung, zudem ja durch die gezeigten Dreh-Arbeiten an einem Eastern für die Fans des Genres interessant, wie da so am Set gearbeitet wurde.
Bruce Li, der Hauptdarsteller in der Rolle des großen Idols, kann er dieses natürlich nie wirklich erreichen. Er agiert aber bemüht-solide, ist ein KungFu-Kämpfer der sich am Stil Bruce Lees natürlich orientierte, und auch die menschlichen Schwächen des Super-Stars mimisch durchaus gekonnt rüberbringt.
Aber wer ist der eigentliche Star des Films? Wer zeigt hier eine darstellerisch starke Leistung? Es ist die Schauspielerin Tang Pei, die sprunghaft im Wesen, verzweifelt und leidenschaftlich die Rolle der "Betty Ting Pei" ausfüllt. Keine erfundene Figur, die Schauspielerin Betty Ting Pei gilt als Geliebte Bruce Lees in dessen Lebens-Endphase, in derem Anwesen er tatsächlich verstorben sein soll. Tang Pei -laut hkmdb.com soll das ihre einzige Filmrolle gewesen sein, was nach Sichtung dieses Films fast mysteriös erscheint- sieht Betty Ting Pei geradezu verblüffend ähnlich, und sie spielt die leidenschaftlich-sprunghafte Actrice sehr überzeugend, eine darstellerische Klasse-Leistung.
Ihre Rolle bringt den dramatischen Aspekt dieses Films ein, als die Figur "Bruce Lee" nicht nur gesundheitliche sondern auch mentale Schwächen zeigt, der Film eher Melodram denn KungFu-Actioner ist. Das macht diesen Eastern besonders, vor allem durch Tang Pei´s stark gespielte Rolle.
Die anderen Darsteller fallen dagegen fast ab, Produzenten und Regisseure -mehr oder weniger seriös als kalte, meist sonnenbebrillte, halbseidene Gestalten dargestellt, die ihre Stars aufbauen, verheizen und nach Belieben fallen lassen-, Komparsen die sich von "Bruce" vermöbeln lassen, japanische Neidhammel-MöchtegernTopFighter die gegen ihn auch keine Chance haben, chinesische Starletts, sie werden als eher klischeehaft gezeigt. Doch würzen sie das Geschehen, die Sprünge im gerade anfangs ratzfatz abgehandelten Aufstiegs des Idols sorgen ja auch für ein zügiges Tempo das der Film einschlägt.
Die KungFu-Fightaction ist gut gemacht. Vor allem die Fights "vor der Kamera bei den Dreharbeiten" sind hart und ansprechend, versuchend die Aura der reell-realistischen Action ala Bruce Lee zu verdeutlichen. Mit dem ´echten´ Bruce Lee gab es keinen langen Kampf, er traf sein Ziel. Das ist hier etwas anders, die ´Gegner´ dürfen auch mal zurückhauen, was den Fights gar etwas mehr Drive verpasst als wie in den originären, die Grundlage bietenden Kämpfen Bruce Lees vor der Kamera. Au, da strecke ich mich mal ziemlich weit aus dem Fenster, ich weiß.
"Endkampf" ist hier ein Fight Bruce Li´s an einem Swimming-Pool um Tang Pei´s Figur zu schützen, klassische Technik, harte Fight-Action. Aber im End-Segment des Films kommt es nicht darauf an, das Schicksal des Helden wird hier ja nicht durch einen KungFu-Fight bestimmt, hier setzt die Regie bewusst einen anderen, melodramatischen Akzent.
"Die Bruce Lee Story", der erste Bruceploitationer der als solcher gilt, damit gar von einer gewissen filmhistorischen Bedeutung, sicher ein B-Eastern mit kostengünstiger Aura, aber ein besserer Streifen dieser Gattung, solide und unterhaltsam, der sich relativ eng an Bruce Lee´s Bio anlehnt.
7,5/10.