Review

Einmal mehr zeigt sich, dass einige bekannte Gesichter keinen Film tragen können, wenn die Prämisse zwar halbwegs interessant klingt, doch die Entwicklung der Geschichte beinahe auf der Stelle tritt.
Einem Mann wird in der eigenen Wohnung aufgelauert, um unter Androhung von Folter zuzugeben, am Mord eines Religionsgemeinschaftsgurus beteiligt gewesen zu sein, - da stellt sich nur die Frage: War er es oder war er es nicht.

Immerhin gelingt es binnen weniger Szenen, die Hauptfigur als Sympathieträger zu etablieren: Ethan (Cary Elwes) ist Fotojournalist und allein erziehender Vater einer Tochter, um die er sich rührend, als auch mit lockerem Umgangston kümmert. Sein fieser Vermieter lässt derweil Muskelpakete anrücken, um Ethan aus der Wohnung zu ekeln, doch der lässt sich nicht einschüchtern. Als jedoch Aaron (Frank Whaley), der junge Jake (Matt Dallas) und dessen leicht entstellte Mutter Helen (Andi MacDowell) aufkreuzen, um den Mord am Reverend (Brian Cox) gestanden zu bekommen, vergeht Ethan die gewohnte Coolness…

Dass sich das Geschehen fast ausschließlich in einem Raum abspielt, ist eine typische Begleiterscheinung des als Psycho-Thrillers konzipierten Stoffes.
Ethan wird überwältigt und geknebelt und fortan mit Fragen bombardiert, zu denen es vorläufig keine Antworten gibt. Erst ein kleiner Flashback verdeutlicht, dass es sich um ein Attentat handelte, bei dem der Reverend starb, Jake(damals ein Kind) in Sicherheit gebracht wurde und Helen mit schweren Brandverletzungen überlebte, - ergo wollen Mutter und Sohn einen Mord gesühnt wissen und sind sich sicher, dass Ethan einer der drei Beteiligten ist.

Bis dato gestaltet sich die Geschichte noch spannend und mit Hoffnung auf einige Wendungen und doppelte Böden, doch diese werden im Verlauf zusehends zunichte gemacht.
Abgesehen von einigen Schlägen und einem kurzen Ritzer haben die Täter kaum Mittel, um den vermeintlichen Killer Ethan zum Sprechen zu bewegen und anstatt dass dieser kontert, hält er sich verschlossen und unwissend, was die Sache auf Dauer eintönig gestaltet.
Auch wenn die Unberechenbarkeit Aarons phasenweise eine spannende Komponente darstellt, so erschöpft sich diese im immer gleichem Ablauf von Gewaltandrohung, beharrlicher Schweigsamkeit und weiteren Einschüchterungsversuchen.
Erst als eine unbeteiligte Figur hinzu kommt, gestaltet sich die Situation kurzfristig so prekär, wie man sie sich schon weitaus früher erhofft hätte.

Vor allem aber fehlt es an Tiefe der Charaktere. Ethans Figur geht okay, doch die Beweggründe Aarons bleiben nahezu völlig im Dunkeln und die Ambivalenz Helens ist besonders gegen Ende nicht unbedingt nachvollziehbar, denn dort stellt sich die komplette Vorgehensweise der drei Eindringlinge in Frage, wobei sie final noch in Streit geraten.
Ohnehin bleiben mit der endgültigen Aufklärung, hinter der man sich beileibe mehr Raffinesse gewünscht hätte, zahlreiche Fragen offen, deren Beantwortung man allenfalls erahnen kann.

Was die schwache Dramaturgie ein wenig kaschiert, sind die Darsteller, allen voran Frank Whaley als eiskalter Aaron. Cary Elwes geht in der Hauptrolle überwiegend gut auf, nur Andi MacDowell bekleidet eine undankbare Figur, die sie zu keiner Zeit glaubwürdig in Szene setzen kann.
Brian Cox bleiben hingegen allenfalls drei Minuten, um sein Charisma unters Volk zu bringen, während sich der eher unerfahrene Matt Dallas als scheinbar skrupelloser Sohn recht tapfer schlägt.

So geht die Beliebigkeit der Story recht parallel mit der schlichten Inszenierung einher:
Unauffällige Kamera, schlichtes Set-Design, etwas zu überladener Score und ansonsten keine markanten Momente aufgrund des etwas zu lieblosen Handwerks.
Am Ende stellt man fest, dass aus der Story wahrscheinlich ohnehin nicht viel mehr herauszukitzeln war, denn packend gestaltet sich der Ablauf zu kaum einem Zeitpunkt und anstatt final eine Schippe draufzulegen, kommt man mit einem recht plumpen Showdown, der die 50:50-These von oben lediglich bestätigt.
Das ist Routine auf Sparflamme gekocht und eher beiläufig konsumierbar.
4 von 10

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