Review

Bislang habe ich das Remake des großartigen Klassikers von Wes Craven vor mir hergeschoben, was wahrscheinlich daran lag, dass ich viele schlechte Kritiken gelesen hatte und mir somit das Schlimmste ausmalte. Ich sollte eines Besseren belehrt werden!

Entgegen der schlechten Reviews bot sich mir ein mehr als annehmbares Remake, das sowohl in Sachen Spannung als auch bezüglich der darstellerischen Leistungen, bis auf eine Ausnahme, aber dazu später mehr, gut mit dem Original mithalten kann.

Die Story dürfte allen bekannt sein, jedoch wird sie von grundauf ein wenig anders erzählt als in Wes Craven's Original von 1984. Diese Tatsache ist nicht unbedingt schlecht, denn wer hätte schon gerne eine 1:1-Kopie gesehen!? Allein der Auftakt ist sehr spannend und macht Appetit auf mehr. Zudem kann man keineswegs behaupten, dass die Atmosphäre zu "bunt" geraten ist und sie keine Dichtigkeit besitzt. Klar, im Großen und Ganzen ist der Film etwas heller gehalten als das Original, jedoch kann man dies dem Film nicht negativ ankreiden. Von Beginn an breitet sich ein düsterer, angsteinflößender und sehr atmosphärischer Nebel aus, der durch die im Traum des Akteurs eintretende Stille, verdichtet wird - wie man es von dem Original gewöhnt ist! Nichtsdestotrotz muss ich an dieser Stelle auch Negatives in Bezug auf den Storyverlauf vekünden, denn ich hatte hin und wieder das Gefühl, dass man sich bezüglich des Drehbuchs ein wenig übernommen hat; so werden die "Traumlocations" einfach viel zu oft gewechselt und man hat sich dann doch zu sehr am Original orientiert (es wurde sichtlich beim Original geklaut). Manchmal folgen die Träume der Jugendlichen Schlag auf Schlag, sodass einem doch das ein oder andere Mal ein wenig die Lust vergeht, da sich aufgrund dessen nicht immer die erhoffte Spannung aufbauen kann.

An den Darstellern hätte ich soweit nichts auszusetzen, wäre da nicht der etwas "missratene" Freddy, welcher aufgrund einer komplett anderen Gestalt, gerade im Hinblick auf die Maskierung, auftritt. Hat man im Original noch viel Wert auf den Charakter und das Aussehen des Freddy Krueger gelegt, so wurde im Remake eigentlich fast alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Auf mich wirkte seine Maske nicht mal ansatzweise furchteinflößend oder ekelerregend, sondern vielmehr unfreiwillig komisch, was zum größten Teil an der komischen Spitznase und dem "zusammengedrückten" Kopf lag. Zusätzlich wurde er mit einer merkwürdigen, keinesfalls beängstigenden Stimme versehen, bei der lediglich das höhnische Lachen Gänsehautfaktor auslösen kann. Eine weitere Schwäche dürfte wohl in Freddy's Wortwahl, welche viel zu sehr "modernisiert" wurde (beispielsweise benutzt er sehr gerne das Wort "verfickt") und genau aus diesem Grund unpassend und lächerlich klingt, liegen. War im Original noch sehr wortgewandt und hatte merkbar viel Spaß am Töten und Quälen seiner im Traum gefangenen "Kinderchen", so tut er im Remake lediglich seine "Pflicht", ohne auch nur einmal einen bösen Spruch oder Witz von der Leine zu lassen. Dementsprechend kann man den Produzenten schon eine Art "Lieblosigkeit", zumindest wenn man nur die Darstellungsweise und das Auftreten des Freddy Krueger betrachtet, zuschreiben.

Allen Schwächen zum Trotz: A Nightmare on Elm Street ist ein sehr gelungenes Remake, das durchweg für Spannung sorgt, und zudem einige wirklich nette Kills zu bieten hat. Wer das Original liebt, sollte dieser "Auffrischung" wenigstens eine Chance geben, wenngleich sie dem Wes Craven-Klassiker nur in gewissen Punkten die Stirn bieten kann!

7/10

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