Manchmal kommen Sie wieder
So ist das mit den Slasherhelden der 80er. Nach einer gewissen Ruhephase scheint in Hollywood immer wieder das Bedürfnis zu erwachen, alteingesessenen (Anti)Helden wie Freddy Kruger neues Leben einzuhauchen.
Das war gerade im Fall von Freddy Vs. Jason eine äußerst spaßige Angelegenheit, kann aber natürlich auch arg nach hinten losgehen, denn Remakes nicht keineswegs ein Garant dafür, vergangenen Ruhm erneut in bare Münze zu machen. Wie also schlägt sich Freddys Wiedergeburt - dazu auch noch ohne Robert Englund?
Zugegeben, ein wenig mulmig war mir schon in der Magengegend, als ich den Film in den Player einlegte. Nicht etwa aufgrund des zu erwartenden Grusels sondern vielmehr weil doch berechtigte Zweifel bestanden, ob der Film dem kultigen Original gerecht werden kann.
Nach dem Ansehen kann ich ein durchaus positives Fazit ziehen: Es ist ein gelungenes Remake!
Sicherlich kein 10-Punkte Klassiker (das verbietet sich alleine schon wegen der Tatsache, dass Robert Englund nicht mit von der Partie ist), aber alles in allem eine Runde Sache.
Die Story verläuft ein wenig anders als im Original, einige der Schlüsselszenen (z.B. Freddy in der Badewanne oder der Mord im Bett) wurden gar 1:1 übernommen, was aber durchaus verständlich ist, da so leicht ein Bezug hergestellt werden kann.
Es werden ein paar Details mehr zum Hintergrund von Freddy preisgegeben, was ich persönlich sehr begrüßt habe. Das wirkt sich auch nicht störend auf den Film aus, von daher passend gemacht.
Noch kurz zur Atmosphäre - die ist im großen und ganzen schon recht düster, kommt aber fast zwangsläufig nicht an das Original ran, ebenso wenig wie der neue Freddy, der einfach nicht mehr diese durch und durch bedrohliche Aura hat, sondern eher wie aus Teil 4-6 wirkt, also mehr comicartig überzeichnet. Einige nette Oneliner gibts dennoch zu hören.
Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich den Film ohne weiteres Horror- und/oder Nightmare-Fans empfehlen kann. Dabei sollte auch die FSK-16 Freigabe (ungeschnitten) nicht abschrecken. Er ist nicht wesentlich harmloser als sein großes Vorbild.