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Wer A sagt, muß auch B sagen.
Und wenn es ein "A-Team" gibt und das für die große Leinwand wiedererfunden wird, dann kann sicherlich auch das "B-Team" seine Daseinsberechtigung nachweisen.
Dabei ist Sylvain Whites DC-Comic-Verfilmung "The Losers" nicht mal ein billiger Epigone, sondern eine eigenständige Produktion im Mittelklassepreissegment, die nach mehr Budget ausschaut, als tatsächlich eingesetzt wurde. Das Fehlen von großen A-Stars kann die Ausgaben für solche Filme schon mal entscheidend drücken, allerdings lassen sich solche Filme mit großen Namen immer wesentlich besser verkaufen, was nicht zuletzt dafür sorgte, daß die Verfilmung des hierzulande nahezu unbekannten Comics gleich seinen direkten Weg in die Videotheken fand.

Natürlich sind es nicht nur unbekannte Darsteller, die hier Angehörige einer schlagkräftigen kleinen Einheit der "Special Forces" spielen, die auf die Machenschaften einen finsteren CIA-Möpps namens "Max" hereinfallen und sich fortan übel abstrampeln müssen, weil sie überall wegen 25fachen Kindesmords (den sie natürlich nicht verursacht haben) auf der Abschußliste stehen.
Wer ein wenig im Filmgeschäft der letzten fünf Jahre herumgestreunt ist, dem sagen Namen wie Jeffrey Dean Morgan, Zoe Saldana, Chris Evans und Idris Elba natürlich etwas - wenn auch zumeist durch Nebenrollen oder TV-Auftritte im Gedächtnis geblieben.

Insofern mühen sich alle redlich und haben nicht nur laut Drehbuch eine Menge Spaß, wenn sie mit ihren herausragenden organisatiorischen und technischen Fähigkeiten zu Werke gehen, aber es bleibt der leise Schatten zurück, daß die titelgebenden "Verlierer" hier die ungewollten Sprößlinge der Star-Maschinerie sind, die man gemeinsam auf den Spielplatz geschickt hat.
Solange es in dieser Welt also einen Gerard Butler, einen George Clooney und einen Russell Crowe gibt, wird Jeffrey Dean Morgan immer die etwas pathetische B-Variante eines charmanten Chefbärchens bleiben, anstatt einen Film souverän anzuführen und so gut er seine Sache macht, es mangelt an Strahlkraft. Zoe Saldana dagegen, wird seit "Star Trek" und "Avatar" als nächstes heißes Ding gehandelt, arbeitet sich aber meistens mühsam gegen die übermächtigen FX-Abteilungen ab und hat hier wenig mehr am Laufen, als etwas schokobraune Coolness. Chris Evans, der schon die "Fantastic Four"-Filme zu einem Kalauerparkour machte, tut auch hier, was er am besten kann, nämlich quatschen, quatschen, quatschen, während Idris Elba mit einer eher vorhersagbar gefärbten Rolle gestraft ist. Allenfalls Jason Patric als Fiesling "Max", mit allen Wassern gewaschen und mit psychopathischer Note als Sahnehäubchen, besteht den Lackmustest, wirklich in Erinnerung zu bleiben.

Die größte Schwäche des sonst generell stromlinienförmig knatternden Actioners mit A-Team/McGyver-Überschneidungen ist jedoch das Flair der Produktion, die zwar übel auf die Tube drückt, aber aus allen Poren nach einem groß budgetierten Pilotfilm einer geplanten TV-Serie stinkt. Das auf eine Fortsetzung schielende Ende mal beiseite, ist in gerade mal 90 Spielminuten kaum ein Staat zu machen, der Plot setzt auf drei, vier große Actionsequenzen und ergeht sich sonst in schnitt-technischen und inszenatorischen Mätzchen, für die Guy Ritchie allmählich Tantiemen wegen Plagiat verlangen könnte.
Das genügt aber immer noch für einen flotten Abend im kuscheligen Sofa, denn die Grundsympathie für unsere Helden ist praktisch unzerstörbar, allenfalls die Abgedroschenheit der Story und all ihrer Wendungen kommt dagegen an. Das Pensum wird flüssig runtergespielt, allerdings ist nichts dabei, was das weiterführende Interesse wirklich anregen könnte, zu oft wurde dieses Feld schon beackert, mit ähnlichen visuellen Mätzchen, ähnlichen Figuren und ähnlichen Hintergrundsgeschichten - mal wieder stets verfolgte, mit unerreichbaren Familien ausgestattete Robin-Hood-Outcasts.

Wie auch immer: Verlierer sind diese "Losers" auf keinen Fall, allein so besonders aufregend ist der Stoff nicht und es mangelt diesem Actiongarn einfach zu sehr an weiterreichender Phantasie, so daß schon Vor- und Abspann herhalten müssen, um zu erklären, daß die Saga graphische Ursprünge hat. Ansonsten ein straighter, gut getrickster und in Sachen Stunts, Explosionen und Bodycount (blutarm) kleiner Knaller, der weniger polarisieren dürfte als die Schändung/Neuerfindung von Hannibal Smith und Co.! Reicht kaum für einen Adelsschlag, aber wirklich etwas falsch machen mit dem Film auch nicht, sofern man sich bloß knackig unterhalten will. (6/10)

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