Das Familienoberhaupt ist tot und die ganze Verwandtschaft hat damit leider wieder einen Grund sich treffen zu müssen um an der Trauerfeier teilzunehmen.
Da wären die Brüder Aaron (Chris Rock) und Ryan (Martin Lawrence), deren Verhältnis nicht das Beste ist, da Ryan erfolgreicher ist als Aaron, trotzdem aber kein Geld auf der Tasche hat um sich am Begräbnis des gemeinsamen Vaters zu beteiligen. Aber weder dies, noch der unter Drogen stehende Oscar (James Marsden), der grantelnde Onkel Russell (Danny Glover) und die ganzen anderen wieder auflebenden Familien-Querelen sind hier das Problem.
Das Problem ist ca. einen Meter hoch und hört auf den Namen Frank (Peter Dinklage). Frank ist nämlich der Liebhaber des verstorbenen und will für sein Schweigen über diese Beziehung 30.000 Dollar.
War die Trauerfeier bis zu diesem Punkt schon alles andere als normal, bricht das Chaos nun endgültig über die Teilnehmer/innen herein.
Falls irgendwem diese Story bekannt vorkommen sollte, dann kann ich diesen Eindruck bestätigen, denn „Death At A Funeral“ ist natürlich ein Remake des gleichnamigen Streifens von Frank Oz aus dem Jahre 2007.
Weshalb ausgerechnet dieser erst knapp drei Jahre alte Film erneut verfilmt werden musste ist mir nicht zwingend klar. Normalerweise müssen Klassiker und Erfolgsfilme für diesen Zweck herhalten, der Original „Death At A Funeral“ ist aber beides nicht. Zugegeben, Frank Oz ist damit zwar ein netter kleiner Film gelungen, aber sonderlich witzig oder in irgendeiner anderen Weise beeindruckend war er nun wirklich nicht.
Da der Handlung keinerlei maßgebend neuen Elemente hinzugefügt wurden, kann ich mir nur vorstellen, dass die Idee des Familien-Treffens als Anlass genommen wurde, jede Menge an schwarzen B- und C-Stars gemeinsam in einem Film unterzubringen.
Neben den bereits genannten Chris Rock und Martin Lawrence finden sich daher auch Keith David, Regina Hall, Columbus Short, Zoe Saldana u.a. auf der Besetzungsliste.
Die weißen Akteure James Marsden, Peter Dinklage und Luke Wilson sind hier bestenfalls als Quoten-Weiße zu verstehen, wenn auch mit unterschiedlicher Wirkung.
Während Marsden seine Interpretation eines unter Drogen stehenden bisweilen etwas überzogen anlegt, serviert er uns doch einen der besten Gags des ganzen Films als er der Witwe kondoliert und dazu „Amazing Grace“ versucht zu singen. Ganz so gut hat es das Drehbuch mit Luke Wilson nicht gemeint, will sagen, sein Charakter ist total farblos, unkomisch und schlichtweg absolut unnötig, womit Wilson hier jedoch als absolute Idealbesetzung fungiert. Peter Dinklage spielt seinen Frank, also den Auslöser des ganzen Tumults, dagegen ganz gut und überzeugt durch seinen zurückhaltenden, verschmitzten Humor.
Im Angesicht der versammelten schwarzen „Stars“ könnte man nun sowas wie eine total kreischige und überkandidelte Komödie erwarten, was aber Dank der Zurückhaltung von Short und Lawrence gottseidank nicht der Fall ist.
Vielmehr hat man es hier mit einer Komödie zu tun, die den Erwartungen entgegenlaufend zwar turbulent, aber selten nervig oder übermäßig geschmacklos daherkommt. Die Ausnahme, nämlich Onkel Russells Toiletten-Szene, bestätigt hier deutlich die Regel.
Gerade die Tatsache, dass hier die typischen schwarzen Role-Models und Manierismen eben nicht bis ans Limit ausgewalzt wurden tut dem ganzen Film recht gut.
Verantwortlich dafür sind neben den Darstellern sowohl Drehbuchautor Dean Craig als auch Regisseur Neil LaBute., die es gemeinsam geschafft haben eine ganz ordentliche Komödie zu kreieren.
Fazit: „Death At A Funeral“ kann man durchaus als „schwarze Komödie“ bezeichnen. Allerdings weniger in Bezug auf den präsentierten Humor als auf die Hautfarbe der meisten Darsteller. Trotzdem ist der Streifen insgesamt als unterhaltsam und kurzweilig zu bewerten.