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Erneut wird mit der Figur des 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Schindluder getrieben, denn bevor Abraham Lincoln zum Vampirjäger wurde und gegen Zombies antrat, bedient sich dieser überaus durchschnittliche Slasher seiner Maskerade, um sich durch eine Schule zu metzeln, - mit einer Kürzung um 77 Sekunden, was den Spaß natürlich merklich schmälert.

An der Lincoln High steht die Wahl zum Schülersprecher an; der sympathische Barry nimmt es mit der Zicke Chelsea auf, um wiederum beim Neuzugang Joanne zu landen. Allerdings scheint jemand die Wahl beeinflussen zu wollen, denn ein Killer mit Lincoln-Maske dezimiert nach und nach die Anwesenden an der Schule...

Mit einem Mini-Budget von rund 5000 Dollar soll Regisseur Chris LaMartina sein Werk in nur drei Wochen Drehzeit vollendet haben und das ist dem Streifen ab der ersten Einstellung mit nackten Brüsten (um gleich eine typische Genrezutat beizumengen) deutlich anzusehen.
Zwar sind nahezu sämtliche Mimen mit sichtlicher Spielfreude bei der Sache und hauchen ihren zumeist stereotyp angelegten Figuren einigermaßen Leben ein, doch die technische Umsetzung kommt über weite Teile relativ amateurhaft daher.

Denn augenscheinlich war das Kameraequipment anno 2010 bereits um einige Jahre veraltet, die Maske vom Karnevalsverleih verbreitet rein gar keinen Schrecken und auch die durchweg handgemachten Effekte leiden unter den niedrigen Produktionskosten, wie primär entfernte Augäpfel oder ein abgetrennter Arm offenbaren. Weitere Gewalteinlagen werden zumeist nur angedeutet, - abgetrennte Gliedmaßen und erweiterte Axthiebe fallen leider der Schere zum Opfer. Trashfans erfreuen sich indes am Dahinsiechen durch Glätteisen an der Nase und massiven Brandblasen infolge lauwarmen Kaffees.

Ein wenig Old School kommt das Treiben ohnedies daher, denn anstelle von Smartphones werden Diktiergerät und Funk genutzt, die wenigen Songs müffeln nach Achtziger, während die Ausstattung mit zahlreichen handschriftlichen Aushängen und minimalen Requisiten innerhalb der Klassenräume ebenfalls veraltet anmutet.

Was demgegenüber einigermaßen bei Laune hält, ist das Ratespiel um den Killer, denn der Kreis der Tatverdächtigen wird mit der Zeit zusehends verdichtet, so dass sich erst in den letzten zehn Minuten die Person hinter der Maske offenbart. Das Motiv ist zwar völlig aus der Luft gegriffen, auf die Identität des Meuchlers dürfte man jedoch nicht gleich kommen.

Und so ergibt sich ein Genrebeitrag mit überaus niedrigen Produktionskosten, ganz übler Synchro (welche kürzere Passagen erst gar nicht angeht und das Kapitol in Washington mit "Hauptstadtgebäude" übersetzt) und schlicht in Szene gesetzten Kills, welche zwar handgemacht sind, jedoch auch in der Uncut nur teilweise überzeugen können.
Beinharte Freunde gängiger Slasher erhalten ein leidlich spannendes, nur selten komisches und primär minimalistisch angefertigtes Werk, welches über rund 80 Minuten nur phasenweise unterhält.
Knapp
5 von 10

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