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Steve Carell und Tina Fey spielen ein Ehepaar, in dessen Beziehung sich zwischen dem Leben im langweiligen Vorort und der Erziehung der gemeinsamen Kinder eine gewisse Monotonie eingeschlichen hat. Dies ändert sich schlagartig, als sie in einem Nobel-Restaurant die reservierten Plätze eines anderen Paars besetzen, weswegen sie prompt mit diesem verwechselt werden. Nun sitzen ihnen die Mafia und zwei korrupte Polizisten im Nacken.

Sieht man einmal von "Nachts im Museum" ab, hat Shawn Levy im Grunde nur mittelmäßige bis unterdurchschnittliche Komödien wie "Voll verheiratet", "Im Dutzend billiger" und "Der rosarote Panther" inszeniert, die allesamt zündende Ideen vermissen ließen. Und genauso verhält es sich auch mit Levys neuster Durchschnittskomödie "Date Night".

So fehlt es der Verwechslungskomödie an eigenen Ideen und Innovationen. Die Charaktere gewinnen kaum an Profil und heben sich nicht von vergleichbaren Figuren in ähnlichen Komödien ab. So handelt es sich auch hier um zwei ganz normale, amerikanische Staatsbürger, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind und schließlich in eine Situation geraten, aus der sie nur dann entkommen können, wenn sie über sich hinauswachsen. Daneben werden die Eheprobleme des Paares, die aus Klassikern wie Monotonie und mangelnder Leidenschaft bestehen, nur am Rande tangiert, wirken aber sowieso mehr, als wolle man hiermit lediglich das Pflichtprogramm erfüllen, da der Konflikt eher oberflächlicher Natur ist. Nun wäre die Vorhersehbarkeit, die daraus resultiert, dass die altbekannten Handlungsbahnen wirklich nie verlassen werden, aber noch zu verzeihen gewesen, aber das Finale, in das das Geschehen schließlich mündet, ist derart schwach, dass man nur den Kopf schütteln kann.

Solide Unterhaltung bietet "Date Night" dennoch, was in erster Linie den beiden spielfreudigen, durchaus harmonischen Hauptdarstellern zu verdanken ist. So zeigt Steve Carell nach "Get Smart" erneut eine durchaus amüsante Vorstellung und bringt seine Figur sympathisch auf die Leinwand, wobei er teilweise vielleicht ein wenig zu sehr in Klamauk und Slapstick verfällt. Daneben weiß auch Tina Fey zu überzeugen, bringt ihre Lacher gekonnt rüber und lässt sich von Carell nicht unterbuttern, wirkt stattdessen schlagfertig und spielt durchweg souverän auf. Für das eine oder andere Schmunzeln am Rande sorgen die namenhaften Nebendarsteller und Gastauftritte, zu denen unter Anderem Mark Wahlberg, Mark Ruffalo, Ray Liotta und James Franco zählen.

Ansonsten gibt es zu "Date Night" im Endeffekt leider nicht allzu viel zu sagen, lediglich, dass Shawn Levy so ziemlich alle Möglichkeiten auslässt, seinen Film übers Mittelmaß zu hieven. So ist die Gagdichte halbwegs solide, aber nicht allzu hoch, zumal nicht jede Szene, die lustig gemeint ist, dann auch zu zünden vermag und die Amüsanz diverser Begriffe wie "Vagina" hier klar überreizt wird. Auch die Action-Sequenzen sind nicht derart überzeugend, wie man es sich hätte erhoffen können, sodass der Film auch hier hinter seinen Erwartungen zurückbleibt. Da ist es ein schwacher Trost, dass Levy zumindest auf narrativer Ebene halbwegs routinierte Arbeit verrichtet und seinen Film musikalisch stimmig unterlegt.

Fazit:
"Date Night" ist durch und durch mittelmäßig, da die Story keine Überraschungen bietet und weder Gagdichte noch Action-Sequenzen dies zu kompensieren vermögen. So bleibt eine einigermaßen kurzweilige Verwechslungskomödie mit gut aufgelegten Hauptdarstellern, die besser als DVD-Premiere erschienen wäre.

52% 

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