Förderung einer größeren Achtung der Menschenrechte, einschließlich der Freiheit von Folter, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Frauenrechte, Kinderrechte und den Schutz von Minderheiten.
Dies ist der zweite Leitspruch, der Human Rights.
2001 brachte Oliver Hirschbiegel mit seiner Adaption des Buches „Black Box“ von Mario Giordano einen Film in die Kinos, welcher auch über die Grenzen Deutschlands beste Kritiken bekam. 2004 zeigte Hirschbiegel auch sein Potenzial mit dem genialen „Der Untergang“. Dieser Film war auch Hirschbiegel's Sprungbrett über den großen Teich in die USA, wo er auch schon mit „Invasion“, einem weiteren „Body Snatcher-Streifen“ eine größere Regiearbeit ausführen konnte.
Im Deutschen Original lieferten Moritz Bleibtreu und Justus von Dohnányi als Hauptcharaktere eine grandiose Leistung ab. Jene Parts im US-Remake übernahmen die beiden Oscarpreisträger Adrien Brody (Der Pianst, Predators) und Forest Whitaker (Der letzte König von Schottland, Street Kings). Keine schlechte Wahl! Seit seinen grandiosen Auftritten in der fulminanten Cop-Serie „The Shield“ und eben „Last King of Scotland“ genießt Whitaker bei mir sehr hohen Status. Auch Brody, nehmen wir mal den schwachen „Predators“ außen vor, wofür er aber am wenigstens kann, ist ein fantastischer Mime. Diese Konstellation ist der Deutschen jedenfalls durchaus ebenbürtig.
Leider kann das Remake dem Original in punkto Nebendarsteller absolut nicht das Wasser reichen. Die Handlungs- bzw. Charakterstränge sind immens unterschiedlich. Im Remake hier musste man natürlich die Richtlinien anders legen. So haben wir hier keinen ehemaligen Staatsdiener der quasi Undercover infiltriert wurde (Christian Berkel) sondern einen Ex-Häftling und Mitglied der Aryan Brotherhood (Clifton Collins Jr., Horsemen, Tigerland) welcher als „Ruhestifter“ zugegen ist. Besonders widerlich darf mal wieder Cam Gigandet (The Fighters, Pandorum, Twilight) agieren. Der blonde mit den himmelblauen Augen ist ein Unsymphat aller erste Güte. Natürlich stößt auch etwas sauer auf, das einer der „Wärter“ mit schwarzem Kajal durch die gegen stolziert, als wäre er einem Stephenie Meyer Roman entsprungen um dem bösen Insassen mit den Eckzähnen in den Hintern zu beißen.
US-Regisseur Paul Scheuring versucht nun mit seinem Debüt, vorher produzierte und erschuf er die tolle Serie „Prison Break“, das Hirschbiegel-Original zu adaptieren. Er krempelt den Plot zwar nicht komplett um, ändert aber essentielle Punkte, die das Original so perfekt machte. Er dreht an der Gewaltschraube, sodass natürlich eine FSK 18 Freigabe erreicht werden musste, um das depperte Publikum davon zu überzeugen, das es mehr taugt als der Vorgänger. Zudem ist die Charakterzeichung nicht annähernd so authentisch und erschreckend wie im 2001er Original. Komischerweise wurden die Professoren, welche das Experiment ins Leben gerufen haben, überhaupt bis gar nicht in den Film mit eingebunden. So haben im deutschen Vorbild wenigstens noch einige versucht, das drohende Unheil abzuwenden, und waren durch ständige Informationsgespräche mit den „Wärtern“ und „Inhaftierten“ verbunden, so scheinen Sie hier absolut kein Interesse an der brutalen Entwicklung im „Knast“ zu haben.
Das Ende ist dann wieder komplett umgeschnitten, außer der obligatorischen Messerszene natürlich. Die Gewalt eskaliert in einer brutalen Massenschlägerei. Anders als im Original sterben 2 Menschen anstatt einem und anscheinend interessiert das keine Sau.
„Glaubst du wirklich wir stehen auf der Evolutionsleiter immer noch über den Schimpansen? - Ja, weil wir immer noch alles verändern können!“
Das ist der letzte „gewichtige“ Satz im Remake, wers glaubt wir selig. Der Mensch wird immer differenzieren zwischen „Gefangenem“ und „Wärter“. Ob das ethisch korrekt ist, hinterfragt der Mensch selten. Es ist ja auch zuviel verlangt, etwas den Hirnschmalz zu nutzen.
Fazit
Ein Remake, das es eigentlich nicht gebraucht hätte. Bis auf zwei sehr gute Darsteller, die den deutschen Akteuren ebenbürtig sind, absolut nix neues. Eher eine Abwertung für das ohnehin gewaltgeilere Amerikanische Volk. Gerade noch...
5,5/10