Der Blitz schlägt nur selten zweimal an derselben Stelle ein und das gilt auch für Stanley Donens Versuch, seinen „Charade“-Erfolg drei Jahre später mit einer ähnlichen Konstellation noch einmal zu wiederholen.
Anstelle von Grant und Hepburn sind es nun Gregory Peck und Sophia Loren, die sich durch eine politische Intrige samt Attentat wurschteln müssen. Peck mimt einen ziemlich steifen Ägyptologen und diesmal ist es die Frau, also die Loren, die scheinbar so ziemlich mit allen konspirativen Seiten, die am Spiel teilnehmen, unter einer Decke steckt.
Herausgekommen ist dabei ein zwar halbwegs amüsanter, aber eben nicht herausragender Film. Das Drehbuch wirkt immer etwas bemüht, obwohl die Charade-Elemente vorhanden sind: ein Verbrechen im Hintergrund; jede Menge Mordanschläge und finstere Elemente, die sich bekriegen; eine geheimnisvolle Botschaft und zwei Hauptfiguren, die sich kriegen müssen, wenn sie den Film überleben sollten.
Nur ist erstens Peck leider nicht Grant. Schon immer kaum ein emotionaler oder mimischer Darsteller ist sein aristokratisches Stoneface in einer lässig-albernen Sixties-Comedy vollkommen fehl am Platz. Ob er nun neben der nackten Loren in der Dusche ausharrt oder mit Drogen vollgepumpt Stierkampf mit dem vorbeirasenden Verkehr spielt, stets scheint das gerade zu ihm nicht zu passen und ihm fehlt einfach der pointierte Blick Grants, um ihn richtig liebzuhaben.
Und zweitens ist Sophia Loren nicht Audrey Hepburn. Zwar ist die Italienerin sichtlich bemüht, mit ihren großen Augen und reichlich Überschußmimik hier was loszumachen, aber die generelle Steifheit der Inszenierung blockiert die Versuche. Ihr fehlt das Katzenhafte, das letztendlich Verführerische, ihr bleibt nur eine typische Sixties-Comedy-Figur.
Und, was nicht zu unterschätzen ist, es fehlt an brauchbaren Nebenrollen und dementsprechenden Akteuren, die diese mit Leben füllen. Der auftraggebende Bösewicht etwa erinnert manchmal frappierend an Peter Sellers und man fragt sich, was aus der Rolle hätte werden können, hätte dieser sie ergriffen.
Klar, es gibt Wendungen und Überraschungen, aber insgesamt ist die Kopie zu offensichtlich und der Plot einen Hauch zu konstruiert, um am Ende wirklich Spannung aufkommen zu lassen, als „Arabeske“ endlich ernst macht.
Am Sonntagnachmittag kann das ein nostalgischer Ausflug werden, aber wenn die Chemie nicht stimmt, ist nicht viel zu retten. (5,5/10)