Review

Ich hätte nie gedacht, das mich ein französischer Film mal einigermaßen überzeugen könnte; letztendlich: So wirklich konnte dieser es auch nicht, aber das zeitrechnerisch vor dem heftigen “Hochspannung” SO ein deftiges Stück Gewalthorror aus diesen Landen kommen würde, das hätte ich nie geglaubt. Zwar spielt sich alles nur auf Amateurebene ab, dennoch: Holla die Waldfee, wahrlich eine Offenbarung für echte Blutsbrüder, müssen diese sich aber auf einige Längen einstellen. Leider lag mir nur ein nicht untertiteltes Rezensionsexemplar vor, aber ehrlich: Wer braucht bei einem Zombiefilm ohne Handlung schon Untertitel? Der Titel ist eine Abwandlung des Begriffes “Maleficium”, dessen Bedeutung alle Praktiken der Zauberei, die zur Schadensstiftung eingesetzt werden, zum Grunde hat.

Diese Zauberei betreiben im knapp 25(!) Minuten langem Eingangsgemetzel eine Gruppe Satanisten, die hier in genüsslicher Auswalzung die Opferung mehrerer Jungfrauen zelebrieren. Die armen jungen Frauen werden in einer dermaßen Detailfreude ans Kreuz genagelt, durchbohrt, ausgeweidet und gebrandmarkt das es fast schon nicht mehr schön ist. Zur gleichen Zeit ist eine Familie auf dem Weg zu ihrem geerbtem Schloss, mitten im Wald bleiben die Pferde plötzlich stehen und der Kutscher macht sich ob der merkwürdigen Geräusche auf den Weg diesen nachzugehen. Als unbeobachteter Zuschauer der Zeremonie packt ihn das Grauen, er eilt zurück zum Gefährt und rettet so erst einmal die Familie vor der nahenden Zombiehorde, die durch die Satanisten aufgeweckt wurden. Die scheinbare Rettung ist die Verbarrikadierung im geerbten Schloss, doch wirklich sicher sind sie auch dort nicht…

Mein lieber Scholli, was einem hier aufgetischt wird könnte einem wirklich den Appetit verderben - selbst ein alteingesessener Freund der blutrünstigen Unterhaltung ist man bisweilen schon am schlucken. Was hier an Effekten aufgefahren wird, das kann sich locker mit manch deutschem Pedanten aus der Extremecke messen; letztendlich überzeugen diese aber mehr durch einen höheren “Bierfaktor“ und wesentlich mehr Gekröse ohne in langatmigen und unnutzen “Handlungspassagen“ zu münden. Zwar ist dies wie in der anderen Kritik schon vermerkt sicherlich mit einer der härteren Zombieschocker aus dem Amateursektor, dennoch blockiert der Film sich durch manchen Leerlauf in seinen krassen schockartigen Bluteffekte selber - dennoch ist das dargebotene teilweise wirklich ÜBELSTES Mittel zum Zweck. Allein die Opferung mit dem sicher eine Minute langem ausbrennen der Augäpfel ist schon extrem, kurz darauf werden die Leiber der Geschändeten zier zerrissen und genüsslich deren Eingeweide gemampft. Und es ist nicht einmal eine Viertelstunde vergangen! Doch wie gesagt ist nach dieser extrem stimmigen, durch mittelalterliche Musik untermalten, Szene erst einmal ziemlicher Leerlauf.

Zwischenzeitlich erstehen die Toten aus ihren Gräbern, pardon aus dem Erdreich auf und wanken in Massen durch die Wälder. Bekannt? Sicher, aber nicht so. Richtig übel eingebuddelt manch einer, mit Erdreich bedeckt und verrottet ohne Ende kommen die Gestalten daher. Hier wurde sich richtig Mühe gegeben die Zombies schön ekelhaft aussehen zu lassen. Einer hat gar sich windende Würmer im Mund! Und es sind viele, sehr viele. Die Massenszenen lassen daher schon ein krasses Gefühl von Bedrohung aufkommen, kameragerecht sehr stimmig eingefangen. Auch sonst stimmt mancher optischer Blickwinkel, aber im Bereich der eingefangenen Bilder sind die Franzosen auch sonst gut - man beachte in dieser Hinsicht z.B. den “Foltermühle der geschändeten Frauen”. Leider ist Maleficia kein reinrassiger Zombiefilm, die Untoten haben leider nur wenige Auftritte. Ob der Stimmung die sie verbreiten wäre ein “mehr” schon förderlich gewesen, so übernehmen eben auch mal die Satanisten oder Vampire die Dezimierung der Flüchtenden. Aber man will ja nicht meckern, gerade im Amateurbereich wird ja die Optik der Zombies meist nicht wirklich stimmig eingefangen, daher sind hier deren wenige Auftritte schon in Ordnung.

Doch auch wenn optisch manch “Leckerli” zu verzeichnen ist, der Streifen ist recht eintönig. Nach der Zeremonie hetzen die Überlebenden ständig von einem Punkt zum anderen, müssen sich mit Zombies, Satanisten und gar Vampiren umher schlagen - wirklich Spannung kommt dabei selten auf. Also wirklich Abwechselung wird nicht geboten, auch bleiben die Charaktere mindestens genauso blass wie die geschminkten Vampire - lediglich der eine, der in einem Sarg getränkt mit Blut haust, etwas farbenfroher. Ne echt, hier ist die stupide Handlung nur Aufhänger für die gutgemachten, in diesem Zusammenhang leider nicht pausenlosen Gewaltszenen ohne jeglicher Substanz. Handlung Banane, Rest Tollkirsche quasi. Munden tut das nur bedingt, wie gesagt da ist ein tumber, gewalttätiger Metzelfilm wie “Violent Shit 2 oder 3” schon spaßiger anzusehen, da es mehr Effekte gibt und die Filme über eine so blöde Story verfügen, so das man gerne lachend das Sixpack leert.

Was diese deutschen Filme nicht haben ist die sehr stimmig eingefangene Kulisse des Schlosses, wahrlich sehr gut inszeniert wenn sich die Leute durch enge Korridore bewegen, durch enge Schächte krabbeln oder einfach nur die Zombies durch den Vorhof wanken. Das hat schon was, ist eine willkommene Abwechselung zur sonstigen Wald & Wiesen Kulisse. Trotzdem können die viktorianischen Kostüme und eben die Kulisse nicht davon ablenken, das es sich hier um einen stupiden Metzelfilm handelt, dessen meistes Budget in die Effekte geflossen sind. Auch sonstige “Bauten” entbehren jeglichen Budgets.

Das größte Manko sind daher nicht die Effekte, die sind für eine solche Produktion wirklich mehr als gelungen und in ihrer Rahmenhandlung auch nicht schlecht aufgehoben. Doch diese ist - sagen wir einmal - zähflüssig. 100 Minuten sind viel zu lang für solche Effektorgien, wenn auch der Mix aus okkultem Satanistenspuk, Zombiepflückereien und Vampirgeschlürfe annehmbar inszeniert ist. Es ist das drum herum was stellenweise mehr oder weniger langweilt. Letztendlich ist der Film sowieso an extreme Genrefreunde gerichtet, die auf krasse Gewaltszenen aus sind und sich nicht an sonstigem Leerlauf stören - diese werden aber zumindest im Faktor Blut voll auf ihre Kosten kommen! Für mich zu fade, ferner mag ich französische Filme eh nicht so gerne. Lediglich das ziemlich stylishe Ende bescherte dem Film eine Aufrundung, die vorangegangenen 95 Minuten sind mir jedoch nur 4/10 Zählern wert.

Details
Ähnliche Filme