Review

- Vorsicht - kleinere Spoiler! -

In M. Morgan's Buch „Traumreisende“ stehen die 10 Gesetze der Aboriginies. Als zehntes steht dort: „Du sollst beobachten, ohne zu urteilen.“ - Nun, das hat sich unser Killer hier im Film „Red Hill“ wohl nicht ganz zu seinem Gesetz gemacht. 

Red Hill“ - ein verschlafenes Städtchen mitten in Down Under. Man schätzt leicht eine Hauptverkehrsader mit 3 Geschäften, einem Museum 5 Häusern und einem Polizeirevier. Das ganze klingt eigentlich total nach Western. Im Gewissen Sinne ist „Red Hill“ auch ein Western. Ein Neo-Western, wie man ja seit Walter Hill's Filmen wie „Last Man Standing“ oder „Ausgelöscht“ ein Genre typifiziert. In Patrick Hughes erstem, abendfüllenden Streifen, kommt der junge Cop Shane Cooper (Ryan Kwanten, Dead Silence, True Blood) nach „Red Hill“ um dort seine neue Arbeitsstelle als dort ansässiger Deputy zu beginnen. Schnell wird er aus seiner ersttäglichen Lethargie gerissen, und sieht sich dem Gewehrlauf des just entflohenen Schwerverbrechers Jimmy Cooper entgegen. Jener fiese Zeitgenosse, mit schwer verbranntem Gesicht und bösen Äuglein hat noch eine Rechnung mit den Gesetzeshütern des Städtchens offen, und seine Rache soll blutig werden.

Natürlich schon oft gesehen und teils auch dreist geklaut (Assault on Precinct 13, High Noon) ist „Red Hill“ jedoch kein kompletter Rohrkrepierer. Darstellerisch natürlich fast komplett unbekannte Gesichter, und auch effekttechnisch nicht sonderlich ausgewogen, klappt zumindest der Plot ganz gut. Nimmt man „Red Hill“ als das, was er auch sein will, nämlich ein netter Streifen für zwischendurch, dann funktionierts sogar. 

Der Blutgehalt ist knapp über dem Durchschnitt, und wenn die Kugeln fliegen, dann auch ganz passabel ausgeleuchtet. Der größte Minuspunkt ist aber das Drehbuch. Nicht die Geschichte selbst, die ist in Ordnung. Nein, das Problem sind Situationen bzw. Szenerien, die dem halbwegs mit Verstand gesegneten Zuschauer ein ungläubiges Kopfschütteln abringen. Nehmen wir beispielsweise die Situation, als Killer Jimmy ein Motel betritt. Einer der Männer die eine lütsche Miliz gegründet haben, hat eine durchaus funktionstüchtige Büchse in der Hand. Was macht der gute Mann, der kurz vorher im Polizeirevier ne große Klappe bewies? Er schultert die Wumme, kriecht durchs Foyer um sich hinter einem Tisch zu verstecken. Das Gewehr nimmt er augenscheinlich als Kopfkissen. Killer Jimmy schländert stylisch im Westernmantel und gehändelter Shootgun durch den Laden. Bleibt vor der Musicbox stehen, steckt ein paar Coins rein und gibt sich ne schöne Dröhnung Rockmusik. Während dieser ganzen Prozedur steht Jimmy dem feigen Bastard mit Rücken zu. Erst als sich dieser wieder umdreht, kommt im Männe die Idee auf, das man ja hätte schießen können. Saudämlich!
Das Killer Jimmy nicht ganz der böse Finsterling ist, wie es die Cops weismachen wollen, ist so klar wie Pipi nach 5 Litern reinsten Quellwassers. Aber was regt man sich auf? Es gibt weitaus beschissenere Vertreter dieses Genre's.

Fazit
Gut gemeint, leider nicht so stark wie erhofft. Schwache Darsteller, ein zu minimalistischer Score, eintönige Kamera und manchmal wirklich grauenhafte Dialoge schaffen es gerade bei mir noch zu..

4,5/10

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