Der junge Polizist Shane Cooper (Ryan "True Blood" Kwanten) lässt sich nach der Fehlgeburt seiner Frau, die nun erneut schwanger ist, in das vermeintlich ruhige, entspannte Dörfchen Red Hill im australischen Hochland (den australischen Alpen) versetzen. Abgesehen von einem anderen Polizisten, der freundlich zu ihm ist, ist der Empfang eher frostig. Der Polizeichef Old Bill (Steve Bisley) unterstellt ihm wegen seiner Versetzung lediglich Bequemlichkeit und Feigheit und führt auch sonst das große unerbittliche Wort im Ort. Die vermeintliche Idylle wird aber schnell zerstört als herauskommt, dass der gefährliche Häftling Jimmy Conway (Tommie Lewis) aus einem Hochsicherheitsgefängnis entflohen ist. Cooper merkt schnell, wie diese Nachricht große Unruhe und Angst im Ort hervorruft, offensichtlich kommt Conway zurück, um sich an der Polizei zu rächen. Cooper gerät zwischen die Fronten und muss sich bald entscheiden zwischen Gut und Böse.
Patrick Hughes Erstlingswerk ist eine moderne Hommage an den Western. Erklärte Vorbilder seines Films sind z. B. "Ein Fremder ohne Namen", "12 Uhr mittags" und "Shane" (daher auch der Name des Helden, Shane Cooper =>Gary Cooper), aber mit einer eindeutigen modernen Umsetzung und Tonlage, schließlich ist der angebliche Böse Jimmy eine wesentlich differenziertere Person als zunächst gedacht und er steht stellvertretend für Unrecht, welches den australischen Ureinwohner von Weißen zugefügt wurde. Interessant ist auch eine metaphorische Analogie zwischen ihm und einem herumstreunenden Panther, der die Tiere der Farmer anfällt. Wie ein Mythos und ein Schatten scheint Jimmy Conway und entpuppt sich doch als etwas ganz anderes. Interessant ist auch zu wissen, dass Conways Schauspieler, Tommy Lewis, bereits 1978 in einem bekannten australischen Film ("The Chant of Jimmie Blacksmith") einen Aborigene spielt, der Rache an seinen Unterdrückern verübt.
Cooper hingegen ist der Vertreter einer neuen Polizei-Generation, die aus Fehlern gelernt hat und fähig zum Mitgefühl ist, trotz der Ablehnung, die ihm zunächst entgegenschlägt.
"Red Hill" spielt in einer grandiosen, "Western-mäßigen" Landschaft, die wie geschaffen scheint für einen Neowestern mit mythischen Untertönen. Gute Schauspieler, eine wunderbare Musik runden einen positiven Gesamteindruck ab, v. a. wenn man bedenkt, mit welch geringem Budget und in welcher Eile der Film gedreht wurde.
Ob der mythische Unterton des Films passend ist oder nicht, muss wohl jeder selbst entscheiden. Ich fand ihn zwar prinzipiell passend, aber die Umsetzung war mit am Ende etwas zu, nun ja, esoterisch...
Trotzdem ein sehr gelungener Versuch, dem Thema des Westerns neues, blutiges, australisches Leben einzuhauchen.