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Während der Bombardierung Londons im Jahr 1940 erinnert sich Dr. Watson an den wichtigsten und unbekanntesten Fall von Sherlock Holmes. Zuerst versenkt ein riesiger Krake ein Handelsschiff mit einer Ladung Goldmünzen im Ärmelkanal. Später terrorisiert ein Dinosaurier die Bewohner Londons. Gegen den Willen von Inspector Lestrade ermittelt Holmes in diesem ungewöhnlichen Fall. Für die gefährlichen Aufgaben steht ihm sein treuer Freund Dr. Watson zur Seite. Erste Hinweise geben die erbeuteten Maschinen, was für solche Monster eher untypisch ist. Dank Holmes genialen deduktiven Fähigkeiten macht er schnell Fortschritte, doch die Lösung ist selbst für ihn überraschend.

Und wieder mockbustert sich Asylum durch die jüngere Kinogeschichte. Heutiges Opfer ist Sir Arthur Conan Doyles berühmter Detektiv. Die Story, die Doktor Watson seiner jungen Aushilfsschreibkraft diktiert, ist allerdings alles andere als die typische Holmes Geschichte. Es werden wild Komponenten wie Riesenkraken, Drachen und Dinosaurier reingeworfen, umgerührt, und wider Erwarten funktioniert die ganze Soße sogar ganz gut.
Wie im kürzlich erschienenen Kinofilm setzt auch dieser Nachzügler eher auf eine actionorientierte Auslegungsweise des Mythos, als auf bloße Kombinationsfähigkeiten. Die Sherlock typischen Merkmale, wie seine Arroganz und Scharfsinnigkeit, kommen dennoch gut rüber und auch Watson, der eigentliche Star des Films, wird seinem Charakter romangetreu gerecht. Die Darsteller sind jedenfalls hier mal nicht einer der üblichen Schwachpunkte einer Asylum Verfilmung. Bei den CGI Effekten sieht die Lage da schon wieder ganz anders aus, spätestens hier erkennt man wieder die typische Handschrift dieser Filmschmiede, da diese größtenteils mal wieder ziemlich grottig ausgefallen sind.
Immerhin scheint diesmal ein einigermaßen vernünftiges Budget zur Verfügung gestanden zu haben, die gelieferten Bilder sind brauchbar und sogar die Klamotten der damaligen Epoche konnte man sich im Kostümverleih leisten. Präsentiert wird das ganze auch noch in recht flottem Tempo und sogar teilweise amüsant erzählt, besonders wenn sich Holmes und Watson ihre kleinen Wortgefechte liefern. Leider werden diese jedoch oft dermaßen von der Musik überlagert, daß man Mühe hat die beiden überhaupt zu verstehen, hätte da bloß mal jemand den Typ am Mischpult aufgeweckt.
So gelungen allerdings die erste Stunde ist, so enttäuschend ist eigentlich der Showdown. Hier wird dann alles rationelle über Bord gepfeffert und man begibt sich auf Wild Wild West Terrain und bekabbelt sich mit gigantomanischen Maschinenwesen. Hier hätte es meiner Meinung nach ruhig ein wenig mehr old School mäßig zugehen dürfen, zumindest aber nicht so dermaßen übertrieben.
Trotzdem bleibt am Ende wirklich mal ein Asylum Werk, bei dessen Anblick man nicht sofort Gehirndiarrhoe bekommt, nicht mal diese Jungs schaffen es die Faszination Sherlock Holmes zu unterminieren. Ich hätte nie gedacht das ich das mal schreiben würde, aber dieser Film ist unterhaltsam und hätte man im Finale nicht so auf die mechanische Kacke gehauen, wär noch ein Punkt mehr drin gewesen.
5/10

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