Ob Autor und Regieneuling Chad Feehan nun eine kleine Hommage an "Shining" abwickeln oder in die großen Fußstapfen eines David Lynch treten wollte, - ungeduldige Betrachter werden dies wohl nie erfahren, denn vor Ablauf der viel zu langen 100 Minuten könnten bereits einige weggepennt sein.
Paul und Adrienne befinden sich auf einer nächtlichen Fahrt im Gebiet der Mojave-Wüste, als sie sich für eine Übernachtung im Motel entscheiden. Beim nächtlichen Kaffee begegnet Paul einem Fremden, welcher ein wenig in Rätseln spricht. Wenig später sieht er sich mit einem düsteren Kapitel seiner Vergangenheit konfrontiert, von welchem Adrienne keine Ahnung hat...
Feehan verpackt seine Geschichte in scheinbar alternative Realitätsebenen, denn einerseits sieht man einen Wachmann Frank mit Brille und Montur auf dem Weg zu seiner Arbeit und kurz darauf ebenfalls einen Frank, der als Manager im Motel in Erscheinung tritt und natürlich nicht von Ungefähr an den Mann von vorhin erinnert.
So gibt es um Paul und Adrienne einige Konstellationen, die nicht gleich offenkundig erscheinen und es benötigt eine Weile, die Relationen herauszufiltern.
Nur leider begeht Feehan den Fehler, seine ohnehin recht dünne Story phasenweise arg in die Länge zu ziehen, mit völlig unnötigen Momenten anzureichen und einige Szenen deutlich zu ausladend zu gestalten. Hinzu kommen zwei eklatante Fehler in Sachen Realitätsgehalt, denn Bilder einer Überwachungskamera sind nun mal relativ statisch und nicht wie hier mit verschiedenen Winkeln und Schwenks angereichert, was ebenfalls auf Mitschnitte einer Studentenveranstaltung zutrifft. Darüber hinaus fallen einige Dialoge reichlich gehaltlos aus, was durch die teils unterirdische Synchro noch verstärkt wird.
Rein handwerklich ist dem Debüt weitaus weniger anzukreiden, da die Kamera ansonsten solide arbeitet, die gelungenen Farbgebungen den leicht surrealen Touch untermauern und die Musikauswahl, einschließlich "Second Skin" von "The Chameleons" meistens sehr treffend ist. Auch der finale Twist, obgleich er nicht neu ist und sogar an ein halbwegs bekanntes Märchen erinnert, vermag zufrieden zu stellen, nur eben ist der Weg bis dorthin ein beschwerlicher, dem es schlicht an Substanz mangelt.
Da helfen die okayen Performances wenig und selbst ein Afemo Omilabi, der wahrscheinlich als preisgünstiger Ersatz für Samuel L. Jackson gedacht war, reichert die Chose nur bedingt an. Um mindestens zwanzig Minuten hätte das Werk gestrafft werden müssen und eine Handvoll weniger Dialoge und unnötiger Handlungen weniger, dann wäre aus dem ambitionierten Vorhaben vielleicht mehr als nur ein halbgarer Versuch geworden.
Unterm Strich bleibt ein zuweilen zäher Film, der erst während der letzten zehn Minuten zu punkten vermag, was etwas wenig Anreiz für eine Sichtung bietet.
4 von 10