Mit Jade Leung als letzte weibliche Girl with Guns Vertreterin gehalten, Leung ist heute noch aktiv, damals bis auf die ersten beiden Black Cat (1991/92) – Vertreter eher übersehen und eher in anderen Produktionen eingesetzt, wie Peeping Tom (1997) einer Art Blue Steel (1989) – Variante im Category III Milieu und dem Fox Hunter - Black Cat 3 (1995) bzw. Satin Steel - Return of Black Cat (1994), welche zwar schnell den Weg auch in das deutsche Ausland gefunden haben, aber lokal nicht so den Höhepunkt hatten. Hier teilweise in einer künstlerischen Installation gehalten, flirrende Bilder, schnelle Schnitte, viel Wortwechsel der Hauptdarstellerin mit sich selbst, sprich: Voice Over, ein rasanter Einstieg und ein erschwertes Hineinommen, Blur Motion, Slow Motion, Slur Motion, Zeitbeschleunigung, Zeitraffer, Abkürzung und Einleitung, erste Tag der Patrouille, schick in Uniform aussehend:
Die junge Polizistin Jade Wong [ Jade Leung ] muss am ersten Tag ihres Streifendienstes nach dem Abschluss der Akademie während eines Banküberfalls durch die Bande um Panther [ James Pax ] den Tod ihres Partners und eines befreundeten Kollegen in zivil [ Evergreen Mak ] erleben, und verbleibt selber in Schockstarre. Von ihrem Vorgesetzen Choi Chi-Ken [ Kenneth Chan ] folgend als Undercover eingesetzt, verliebt sich die junge Frau in eben jenen Bandenführer und hilft ihm und dessen rechten Hand Tung [ Moses Chan ] gegen die Konkurrenz [ Ben Ng ]. Bald überschreitet sie die Grenzen ihres Auftrages.
In der Öffentlichkeit spielend, als Streifenpolizistin, ein Hurrikan und ein Tornado sollen kommen von der Wetterfront. Die Frau ist neugierig auf ihren ersten großen Fall, sie ist aufgeregt, sie bekommt bald Unterstützung und Begleitung, ein rasanter Umschwung, ein Banküberfall in der direkten Nähe, ein erschossener Wachmann, von draußen durch die Scheiben getroffen, zudem eine Handgranate sowohl in die Bank als auch in das Auto eines Polizisten geworfen. Blutig ist das Geschehen, hektisch gehalten, die Polizistin hat die Chance zum Wehren, sie tut es nicht, sie zögert herum, zwei ihrer Kollegen tot, sie verschont. Ein Schwur wurde gemacht nach dem Tag, dem Vorfall, nie wieder die Waffe unbenutzt lassen, wenn sich die Möglichkeit dazu ergibt, viele verschiedene Einstellungen und Vorstellungen hier, eine andere Herangehensweise als bei Cynthia Khan und Co., ein anderes Jahre, eine andere Ära gar, die meisten früheren Leute in die Philippinen oder nach Taiwan 'ausgewandert' und dort weiterdrehend; hier anschließend eine Razzia gezeigt, ein Drogendealer zur Verhaftung ausgeschrieben, eine Flucht und Kampf im Fahrstuhl, die Verhaftung von Shing Fui-On für einen Moment oberste Priorität, Schüsse in das Bein nach einem hohen Sprung, Zeit hier dehnend und verlangsamt, wieder viel erzählt, viel Gedankenkreisen, eine visuelle und materielle Überflutung.
Die Polizistin ist noch jung, aber schon ziemlich am Ende, ausgebrannt und müde vom Job, es werden Art Werbeaufnahmen von ihr eingereicht, die Kamera liebt Leung, das merkt man schon, die sieht man gleich, ein ehemaliges Model, nun Schauspielerin in erster Funktion. Die meisten Szenen sind das Milieu und den rauschhaften Zustand beschreibend, Alkohol und Nachtclub und Drogen, viel über Instinkt redend, ein Triadenzustand zeigend, die Fassade, das Gangstergeschehen, mit Macheten aufeinander zugehend, ein paar Stürze, ein paar verschwommene Kampfszenen mit Glasstunts, viel in der Verzögerung und gleichzeitig in der Unruhe, mit Reizen wird nicht gegeizt, mit Nachvollziehbarkeit schon, ein visuelles Erzählen, der Stil mehr als die Substanz, ein One Nite Stand im Regen, der nächste Nachtclub, meist hier in den späten Abendstunden anspielend, es wird angestoßen, es wird der Fusel ausgetrunken, es wird miteinander gespielt und mit Inszenierungs- und Montagemethoden.
Neonlichter, Scheinwerferlichter, farbliche Kaleidoskop, Mosaiksteinchen, die mehr erahnen lassen als zeigen, eine Abkehr von den simplen, aber effektiven Vorgängerfilmen, den Werken von Moon Lee und Yukari Oshima, hier eine Eigenart schaffend oder zumindest versuchend, ein grelles Aktivieren, dazu viele Nachrichten, viele Fernsehbilder, die kaum etwas mit dem eigentlichen Geschehen zu tun haben, eine weitere Ablenkung, ein Zapping und ein Binge-Watchung in anderthalbfacher Geschwindigkeit, so wirkt es hier. Zusätzlich wird eine Art Romanze angedeutet, die Polizistin hat anscheinend keinen Job mehr, zumindest sieht man davon nichts oder nur wenig, mal wird vom Beruf gesprochen, mal wird man angesprochen, man geht mit einem Räuber aus, mit einem Gangster, eine wilde Affäre, eine sinnliche Ehre.
Ob es gefährlich wird, wird zwischendurch mal gefragt, die Antwort bleibt aus und schuldig, eine Ware soll abgeholt werden, zwei Gangster warten schon auf die Abnehmerin, dazu eine wilde fußläufige Verfolgung, ein Autostunt, ein Durchrasen des Markttages; nur der Vorgeschmack vom wahren großen Geschäft, es soll ein letzter werden, ein Juwelendeal, wieder Schüsse und Handgranaten, in den Vororten von HK gehalten, an manch interessanten Orten, auch mit interessanter Besetzung, aber kein wirkliches Gespür für Wichtigkeit und Nichtigkeit, dafür die Ausschaltung des Gegenübers, ein mehrfach blutiges Geschehen in aller Öffentlichkeit, ansonsten viel auf die Hohe See, das Meer geblickt und sinniert. Mittendrin gerät man gleich zweimal in eine Falle und schießt sich den Weg frei, die Actionszenen durch Dion Lam (wie eine größere Explosion im Krankenhaus durch das Treffen von Sauerstoffflaschen oder viel Einsatz von Machinengewehr/-pistole) solide, mehr auf Schnelligkeit als Durchschlagskraft und Effekt und Wirkung geeicht; dem Tode ist man jedenfalls öfters nah als dem Leben, zudem spielen bei Weitem nicht alle mit offenen Karten, man kann so oder so in die Gefahr geraten. Um Illusionen geht es hier, um Depressionen, um Impressionen und Expressionen, um Gefühle und Verschweigen, um Aufträge und Missionen, um Flucht und Verderben; später wird auch (im langen Showdown in einer Wasseranlage) die SDU informiert, ein ungleicher Wettkampf, den man meist, aber nicht immer verliert.