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Aldous Snow (Russell Brand) ist ein abgehalfterter britischer Rockstar. Einst war er ganz groß, doch mit der Veröffentlichung des Songs „African Dance“, der als das Schlimmste für Afrika seit der Apartheid beschrieben wurde, ging es mit seiner Karriere bergab. Danach folgte der Absturz in Alkohol, Drogen, Parties und jede Menge Frauen Inzwischen kräht nahezu kein Hahn mehr nach ihm.

Jahre später treffen sich irgendwo in Amerika die Kreativ-Köpfe seiner Plattenfirma um zu beratschlagen, was denn nun das nächste große Ding werden wird um ordentlich Kohle zu scheffeln. Ausgerechnet Aaron (Jonah Hill) kommt auf die Idee, Snow zu reaktivieren, denn inzwischen steht das 10-jährige Jubiläum seines Sensations-Konzerts im Greek-Theater in Los Angeles an. Eine gute Gelegenheit also das Konzert zu wiederholen, die alten Backkatalog-Alben unters Volk zu bringen, eine Konzert-DVD zu verkaufen usw. usw.

Nach kurzer Bedenkzeit wird Aaron losgeschickt um Aldous Snow in England abzuholen und ihn sicher zum Greek Theatre zu bringen ohne dass sich der Star in der Zwischenzeit in die ewigen Jagdgründe säuft, spritzt oder kokst. Wie sich herausstellt ein nicht ganz einfaches Unterfangen....

Was auch immer man sich nach diesem kurzen Storyumriss von Nicholas Stoller`s Film „Get Him To The Greek“erwarten man. Man bekommt von allem etwas, nur leider nichts wirklich!

Der Grundplot bietet zuerst mal die reine Komödienbasis, die zwar teilweise funktioniert, aber auf Grund der wenigen guten Gags nicht so richtig zünden will. Das zweite Standbein ist hier dann sozusagen die Möglichkeit einer Satire auf das Musik-Business, die aber auch nicht richtig überzeugt, weil einerseits zu zahm vorgegangen wird und andererseits diese Linie nicht konsequent durchgezogen wird.

Was zusätzlich nervt ist der Einsatz des typischen „es-wird-alles-gut“-Bausteins aus dem Notfallkoffer für angehende Drehbuchautoren, der das Ende des Films noch zusätzlich gnadenlos vorhersehbar macht.

Auch wenn die Autoren Stoller und Segel hier kein ausgeklügeltes oder auch spannendes Drehbuch ablieferten, kommt zur bereits erwähnten Vorhersehbarkeit noch eine kaum vorhandene Handlung, die speziell im Mittelteil für einige Durchhänger sorgt.

Natürlich steht und fällt ein Film immer auch mit seinen Darstellern. In diesem Fall mit Jonah Hill und Russell Brand, die mir beide bisher absolut unbekannt waren. Die bessere Rolle ist sicherlich die des Aldous Snow. Als Darsteller hätte man hier echt die Möglichkeit die Sau rauszulassen, was das Drehbuch aber eindeutig zu verhindern wusste. Trotzdem kann Brand hier überzeugen und man hätte sich echt gewünscht, dass die Bremser von der Drehbuchfront etwas mehr Mumm gehabt hätten um der Brit-Rocker noch ein bisschen kaputter erscheinen zu lassen.

Daneben ist Hill als Aaron die graue Maus, die halt auf Snow reagieren darf ohne dabei die Pfade der Vorhersehbarkeit zu verlassen. Eine undankbare Rolle, die Jonah Hill aber ganz ordentlich meistert.

Neben den beiden gibt`s übrigens noch Sean Combs aka Puff Daddy als überkandidelten Boss von Aaron zu sehen. Typische Klischeerolle, aber wenigstens kommt von ihm der „Mindfucking-Joke“, der einer der besten des ganzen Films ist.

Fazit: „Get Him To The Greek“ ist leider nicht wirklich überzeugend geraten. Der ganze Film strotzt nur so von Inkonsequenz oder auch faulen Kompromissen hinsichtlich der Altersfreigabe, dass dabei kaum wirklicher Spaß aufkommt. Auch wenn die meisten der Gags eindeutig unter die Gürtellinie zielen, zünden nur einige wenige davon. Der Streifen wäre eigentlich prädestiniert für eine Direct-To-DVD Veröffentlichung....

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