Jonah Hill spielt einen Praktikanten bei einem Plattenlabel, dem sich die Chance seines Lebens bietet. Er soll einen drogen- und alkoholabhängigen Rockstar, gespielt von Russell Brand, von London nach L.A. bringen, wo dieser nach Jahren wieder ein größeres Konzert halten wird. Der scheinbar einfache Auftrag entpuppt sich als ausgesprochen schwierig.
Dass der überraschende Erfolg von "Hangover" nicht ohne Folgen bleiben würde, konnte man sich im Grunde denken und so folgen neben dem angekündigten Sequel bereits jetzt einige Filme, die auf den Spuren der Komödie wandeln, die im Grunde bereits jetzt schon als Kult bezeichnet werden kann. So auch "Männertrip", der im Endeffekt aber gar nicht mal so schlecht ausfällt.
Dabei lebt "Männertrip" besonders von einer Person: Jonah Hill, der bisher besonders mit "Superbad" in Erscheinung getreten war. Hill ist in seiner Rolle urkomisch, stellt seine bemitleidenswerte Figur ausgezeichnet dar und ist vor allem dann besonders lustig, wenn er betrunken oder vollkommen verkatert versucht, den Rockstar an sein Ziel zu geleiten. Über weite Strecken spielt er bodenständig und geerdet, womit er gelungen durch den Film trägt, sorgt dann aber auch immer mal wieder für Lacher, wenn er Over the Top agiert. Daneben sieht man einen ebenfalls gut aufgelegten Russell Brand, der den Rockstar sehr charismatisch verkörpert, während es auch an den Nebendarstellern wenig auszusetzen gibt, höchstens an Rapper Sean Combs, der den Bogen allzu oft überspannt.
Immer wieder gelingen Regisseur Nicholas Stoller, der "Nie wieder Sex mit der Ex" inszenierte, regelrechte Gag-Gewitter, auch wenn er dafür letztlich nur altbekannte Zoten neu variiert, aber Hill und Russell machen definitiv das Beste daraus, womit einige lustige Szenen gelingen, die den Film ausgesprochen unterhaltsam gestalten und übers Mittelmaß hinaustragen. Hier und da schleichen sich auch Rohrkrepierer ein, weswegen "Männertrip" sein Vorbild "Hangover" auch zu keinem Zeitpunkt erreicht, aber sehenswert ist der Film unterm Strich dennoch.
Ansonsten zeigt Stoller eine routinierte Inszenierung, unterlegt den Film musikalisch sauber, kann aber auch nichts für die Drehbuchschwächen, die immer mal wieder für Längen sorgen. Da das Geschehen sowieso keiner echten Handlung folgt, überhaupt keine tieferen Ansätze vorhanden sind und sich das Niveau damit in Grenzen hält, wäre es wohl besser gewesen, einfach Gag auf Gag folgen zu lassen und die nachdenklichen Momente komplett zu streichen. Denn die sorgen lediglich für vermeidbare Längen, die den Film nicht einmal im Ansatz weiterbringen und bei aller Amüsanz einen faden Beigeschmack verursachen.
Fazit:
"Männertrip" hat ziemlich viele ausgesprochen amüsante Momente, während vor allem der bestens aufgelegte Jonah Hill den Film locker trägt. Aufgrund einiger wirklich überflüssiger Szenen, die wohl für etwas Emotion sorgen sollen, wird der unterm Strich unterhaltsame Film jedoch immer mal wieder ausgebremst. Dennoch sehenswert.
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