Review

Sechs Mitglieder einer ehemaligen Waisenhausclique betätigen sich als moderne Robin Hoods, wobei sie sich später auf das Projekt von Father Martin konzentrieren, der in Somalia ein Flüchtlingscamp unterhält.

Soweit die etwas absurde Geschichte, die auch mal mehr und mal weniger ernst genommen wird, je nachdem wie die Laune des Regisseurs ist anscheinend. Dadurch entsteht auch mehr ein Film der Marke Magnificent Team als Downtown Torpedos, obwohl vom letzteren die mehr oder minder ausgeklügelten und technisierten Aktionen stammen könnten. Abgesehen davon, Golden Harvest als Produktionsfírma und Ken Wong als ein Mitspieler hören aber auch die Vergleiche schon wieder auf, Group ist eine Actionkomödie mit Botschaft, die „Gutes tun, der Weg ist egal“ lautet.
Dieses Motto hat Father Martin seinen 6 adoptierten und aufgezogenen Kindern mitgegeben, die nunmehr erwachsen sind und soweit respektable Jobs haben:
Ming [ Alfred Cheung ] ist Filmregisseur, Ringo [ Ken Wong ] Arzt, Gabriel [ Francis Ng ] ein Technikgeek, Lily [ Almen Wong ] Überlebenstrainerin, Sammy [ Christine Ng ] Anwältin und Coco [ Miriam Yeung ] Psychologin. So ganz normal sind sie trotzdem alle nicht, die Besonderheiten und Charakteristika werden in den ersten Minuten schon einmal angeschnitten und im Verlaufe des Filmes noch weiterverfolgt, wobei auch wechselnder voice over der Mitglieder dazu beiträgt.
Einmal im Jahr erfüllen sie gemäss dem Wunsch ihres Ziehvaters einen Job für die Armen, deren Unrecht widerfahren ist; diesmal trifft es einen Schutzgelderpresser [ Simon Loui ]. Die Art und Weise, wie dieser und seine Gang verprellt wird, reicht dann bereits in unverhältnismässige und kriminelle Mittel hinein, die Bande bekommt Rattengift ins Essen gestreut und wird dann vermöbelt, ihrem Boss wird zur Warnung der linke Daumen amputiert.

Bisher noch ganz spassig, aber unentschieden Richtung launiger Komödie pendelnd wird es dann für einen Moment todernst, Father Martin schickt ihnen eine Videobotschaft aus Somalia, um auf das Elend der dort lebenden Menschen im Kriegsgebiet aufmerksam zu machen und wird mitten in der Rede auch noch durch einen Granateinschlag getötet. Schwere Kost erstmal, die aber nur zur Rechtfertigung der folgenden Taten dient, man plant nämlich, einen Geldtransport zu überfallen und die Beute dann den Entwicklungshelfern zukommen zu lassen.
Dazu wird nicht zum letzten Mal die Hilfe des Regisseurs benutzt, der Plan geht trotzdem nicht auf, da ihnen eine andere Bande zuvor kommt und ihnen vor der Nase das Geld wegschnappt. Ob und wie sie es wiedererlangen erzählt die nächste Episode, der Rest dreht sich um einen korrupten Polizisten [ Ken Lo ] und gestohlenem Geld aus einem Drogendeal.

Die Kapiteleinteilung wird nur durch die Robin Hood – Mentalität zusammengehalten, wobei die einzelnen Charaktere auch mehr angerissen als porträtiert werden, die Schauspieler agieren auch mehr als das sie erklären. Dabei bekommen die Mitglieder der Gruppe noch relativ viel Aufmerksamkeit ab, Nebenpersonen werden ohne Details eingeführt und verschwinden ebenso schnell, Anthony Wong als inoffizielles Mitglied ist mal in die Gruppe integriert und mal nicht, je nach Situation.
Aufgeworfenen Stolpersteine bei der Geldbeschaffung sind mal willkommen [ der doppelte Raubüberfall, die Durchnummerierung der Geldscheine ] und mal erzwungen wirkend [ die 1000 $ Note an die Strassenbettlerin, die die Polizei auf den Plan ruft. Das Koma von Coco ], der Film hat bis zum Schluss keinen wirklichen Griff und kann sich auch nicht so recht entscheiden, was er nun sein will. Die wechselnden Genrebezüge und abrupt abgehandelten Geschehnisse ohne Sinn und Verstand machen ihn zumindest niemals langweilig, sondern zumeist wenigstens interessant, einige aufgeworfene Actionszenen schaden allerdings auch nicht.
Man sieht zwar deutlich, dass das Budget keine Luftsprünge erlaubt, allerdings konzentriert man sich erfreulicherweise auf zwar wenige, aber eher längere Einschübe, die sich dann auch über mehrere Minuten und Schauplätze hinziehen, und zumindest abwechslungsreich sind.

Der misslungene Überfall artet in einen Gunfight mit den plötzlich auftauchenden anderen Gaunern auf, wobei man nach einer zweifachen Verfolgungsjagd [ Auto und Fahrrad ] deren Versteck ausfindig gemacht hat und dort vorbeischaut.
Der Showdown startet als gestellte Schmierenkomödie und artet durch einen schiesswütigen und nicht eingeplanten Gangster [ Ngai Sing ] in ein reales Feuergefecht aus, dass sich aus dem Restaurant hinaus in ein anliegendes Einkaufszentrum hinzieht. Nun sind die Shootouts aufgrund oftmals mangelnder Einschüsse – man trifft selten – wahrlich nicht so berauschend, dafür aber genug bleihaltig und klingen zumindest gut.
Glücklicherweise bekommt dafür Almen Wong zwei Martial Arts Szenen geboten, die durch die Choreographie von Ku Huen Chiu [ We’re no Bad Guys, Hitman ] und Deon Lam [ Exit Wounds, Matrix, Black Mask ] schön knackig und in dem Fight mit Ken Lo im Bad auch wirklich hübsch wüst - brachial herüber kommt.

Mehr davon, noch mehr Overacting von Francis Ng, ein richtiges Einbeziehen von Anthony Wong und bessere Arbeit mit der Tatsache, dass hier ein Filmregisseur mitmischt und seine Arbeit einfliessen lässt, und der Film wäre mehr als ganz passable Unterhaltung geworden.

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