Das ist er also, der Film der sogar die Ittenbachfangemeinde spaltet. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Aber was ist an den Kritiken dran? Kann der Film vielleicht doch überzeugen?
Zur Story möchte ich ausnahmsweise mal keine Worte verlieren, da dies eigentlich der wichtigste Teil des Films ist und von jedem selbst erlebt werden sollte. Man kann jedoch sagen, dass sich Herr Ittenbach hierbei wirklich viel Mühe gemacht hat, um aus dem Einheitsbrei herauszustechen. Sollte man ohne Vorwissen an den Film herangehen, so wird man am Ende doch etwas verwirrt sein, besonders wenn man sich nicht komplett auf die Geschichte und die Idee dahinter einlassen kann oder will. Eins ist No Reason, was die Story betrifft, aber nicht und zwar einfallslos.
Die Schauspieler gehören hier wirklich zu dem Aushängeschild des Independentfilms, sowohl aus Deutschland, als auch aus Neuseeland. So spielt hier doch kein Geringerer als Timothy Blame mit, welchen die Horrorfans wohl als Lionel aus Braindead kennen sollten. Zwar ist er nur kurz zu sehen und seine Rolle hätte man sich genauso gut schenken können, aber nichts desto trotz macht er seine Sache gut, auch wenn sein Deutsch wohl nicht gerade als perfekt zu bezeichnen ist. Die restliche Cast setzt sich zum Großteil aus bekannten Gesichtern der Szene zusammen. Andreas Pape und Annika Strauss dürften für jeden, der sich etwas mit der Szene beschäftigt, bekannt sein. Beide haben nur sehr kleine Rollen, verkörpern diese aber sehr gut. Matthias Engel und Irene Holzfurtner stellen die beiden Hauptdarsteller dar und machen ihre Sache meist sehr gut. Besonders Frau Holzfurtner neigt zu argem Overacting und gibt manchmal sogar zu viel des Guten von sich.
Die Musik kommt, wie aus der Szene gewohnt, von Michael Donner und passt zu großen Teilen hervorragend, sicherlich sind nicht alle Stücke oscarreif, wissen aber dennoch das Gezeigte gut zu untermalen. Die Kamera und der Schnitt kommen fast etwas experimentell daher und dürften manche Fans sicherlich erschrecken. Besonders der Schnitt ist schnell, hart und abrupt, sodass man sich manchmal fast so vorkommt, als würde einem der Boden unter den Füßen weggerissen. Ansonsten wirkt das Ganze aber doch recht professionell und macht zu keinem Zeitpunkt den Anschein als würde man es hier mit einem deutschen Independentfilm zutun haben. Herr Ittenbach hat sich in dieser Hinsicht wirklich verbessert.
Abschließend möchte ich zu den Effekten kommen. Diese sind, wie sollte man es auch anders von Herrn Ittenbach erwarten, einfach grandios geworden und dürften jedem Gorehound die Freudentränen in die Augen treiben. Manchen Effekten sieht man allerdings einige Schönheitsfehler an, sodass diese nicht vollends überzeugen können (bestes Beispiel: die Szene mit den Ketten, welche einem Mann die Haut abziehen wollen. Hier sieht man eindeutig, dass der Mann nur eine extra Schicht Hautmaße über seiner eigentlichen Haut trägt). Man kann wirklich froh sein, dass Ittenbach auch nach über 10 Filmen immer noch viel Wert auf blutige und vor allem selbstgemachte Effekte legt. Zudem nutzt Ittenbach einige Farbfilter, um seine Story zu unterstreichen, manchen Fans stößt dies negativ auf, da man dadurch nicht alle Effekte in vollem Maße erkennen kann. Jedoch erzeugt Ittenbach dadurch eine, von ihm nicht gewohnte, Atmosphäre, die, für Fans von Experiementalfilmen, wirklich überzeugen kann.
Fazit: Ich war nie wirklich ein Fan von den Werken Ittenbachs, aber dieser Film hat mich wirklich positiv überrascht. Ittenbach bietet hier einfach mal etwas anderes, dass vielleicht nicht unbedingt perfekt ist, aber dennoch unterhalten kann.
Objektiv gesehen, bietet der Film eine außergewöhnliche Story, gute Schauspieler, tolle Effekte und eine angenehm kurze Spielzeit. Wenn man sich, auf diesen etwas anderen Ittenbachfilm einlassen kann, wird man gut unterhalten.
Objektive Wertung: 4,5/10 Punkten
Subjektive Wertung: 8,5/10 Punkten