Review

Als die beiden Cops Dick Nam [ Andy Hui ] und Lung [ Simon Loui ] in Notwehr den Triadenboss So Wai Fai [ Michael Tse ] umnieten, verlieren sie ihre Jobs und geraten gleichzeitig in das Visier seines Vaters, der über seine Handlanger den beiden mächtig zusetzt.

Einfach gehaltenes Copdrama, dass als Noir Thriller mit seinen begrenzten Mitteln durchaus ansprechend herüber kommt und sich als grundsolider Beitrag mit einigen guten Ansätzen erweist, aber jetzt auf keinen Fall sonderlich überragend ist. Dafür verantwortlich ist das gleiche Team wie bei Nightmares in Precinct 7, wobei der Unterhaltungsfaktor hier zugunsten einer mehr dramatischen Entwicklung ebenso zurückgeht wie die Actionszenen; als ein kleinerer Film ist Killing End trotzdem recht ansprechend geschrieben und inszeniert worden. Die kleineren Twists vermeiden nicht wirklich eine gewisse Vorhersehbarkeit der Geschichte, allein die strikte Durchsetzung bis zum bitteren Ende überrascht dann schon eher; die nihilistische Stimmung wird grundsätzlich beibehalten und stellt sich neben den guten Darstellerleistungen als grösster Pluspunkt heraus.

Die beiden Cops werden bereits in der ersten Szene als eingespieltes Team präsentiert, später zeigt sich, dass sie sich nicht nur jahrelang kennen, sondern auch zusammen eine Wohnung teilen. Eine Drogenrazzia stellt sich unerwartet als sehr kleiner Fisch heraus, statt 8000 Ecstasypillen hat man nur 80 bei den Mannen von So Wai Fai erwischt. Zuerst will Dick seinen Informanten E [ Chin Kar Lok ] zur Rede stellen, sieht dann aber, dass diesem frisch zwei Finger abgeschnitten wurden und sucht zusammen mit seinem Partner den Verursacher auf. Fai reagiert allerdings nur mit einer Mischung aus purer Verhöhnung und gleichzeitiger Bestechung; als Dick später am Abend mit einem Baseballschläger dessen Auto zertrümmern will, nimmt ihm die fremde June [ Loletta Lee ] die Arbeit ab. Er rettet sie vor den herankommenden Schergen und erfährt dabei, dass die das Auto nur mit dem ihren Exfreundes verwechselt hat, sie leidet an Gedächtnisstörungen und konnte sich nur an das Fabrikat erinnern. Beide verlieben sich ineinander.

Dieses Element wird wie der Rest der ansonsten weit weniger erfreulichen Erzählung erfrischend subtil und gleichzeitig ohne Kitsch erzählt, sowieso nehmen alle Darsteller ihre Rollen ernst und spielen sie dementsprechend erwachsen; mögliche Klischeesituationen werden dadurch erfolgreich umgangen. Dabei sind es eher die kleineren, fast unauffälligen Szenen, die der Handlung Kontrast verleihen: Lung wird von seinen Vorgesetzten Ted [ Shing Fui On ] kurz zur Seite genommen und bekommt gesagt, dass er sich lieber weniger in Dick’s Reichweite aufhalten sollen. Dieser stände auf der „schwarzen Liste“, er ist nicht wie die anderen korrupt.
Als sich Lung trotz Spielschulden den Anweisungen von Fai widersetzt, nimmt dieser ihn mehrmals in die Mangel, einmal auch in Gegenwart Dick’s, der sich eine ganze Weile seelenruhig heraushält; wobei nicht ganz gewiss ist, ob dieser keine Ahnung von den Vorgängen im Hinterhof hat oder eine gewisse Lektion für Lung erstmal zulässt. Als die Aktionen von Fai aber zu krass werden, greift er ein, in dem folgenden Getummel ziehen beide Männer ihre Waffen und Fai bekommt einen Kopfschuss verpasst.
Sein Nachfolger Naja [ Berg Ng ] sinnt zwar auf Rache, bekommt aber von oben ausdrücklich die Anweisung, Dick selber in Ruhe zu lassen; ihn aber dazu zu bringen, dass er freiwillig vom Hausdach springt. Die tragischen Ereignissen beschäftigen sich jetzt also mit seinem direkten Umfeld, weder Freund, noch schwangere Freundin noch die blinde Mutter im Altersheim sind sicher; am Ende werden sie zu dritt von einer Überzahl bewaffneter Thugs auf ein Hausdach getrieben.

Die Inszenierung ist wie immer bei Yau relativ einfach gehalten, obwohl hierbei trotzdem ein Mehrwert auf eine stramme Handlungsführung und hervorgehobenen Sequenzen liegt, anscheinend hat ihn das Drehbuch mal mehr als sonstige Auftragsarbeiten inspiriert. Der Film nimmt sich zwar ausreichend Zeit für die einzelnen Abschnitte, vermeidet bis auf einige Kleinigkeiten aber einen Überschwang an Emotionen und kommt relativ schnell zum Punkt. Schön auch zu sehen, dass Chin Kar Lok und Alfred Cheung zumindest in kleineren Rollen auftreten und Shing Fui On einen relativ guten Part abbekommt.
Eine frischere Geschichte im scheinbar abgegrasten Cop VS Triadengenre wäre trotzdem ganz angenehm gewesen, fehlende Überraschungen und eine weitgehende by the book Abhandlung vermindern eine wirkliche Empfehlung.
Für Actionfans wird übrigens gar nichts geboten, dafür ziehen sich einige unfeine Gewalttaten durch den Film.

Details
Ähnliche Filme