Eine Preisgabe von Gewissheiten, handfeste Zwiegespräche in der Veflechtung von Privaten und Beruflichem, Allgemeinem und Individuellen, die so sehr den üblichen Kenntnissen und Erwartungen unterliegen, dass sie im öffentlichen Umgang schon zum geflügelten Satz wurden. Lethal Contact ist ein weiteres buddy picture, eine Actionkomödie im Polizeimilieu, die die Hemmnisse und Gefahrenpunkte im Dienst mit der Beziehung zweier entweder vollkommen oder gar nicht so unterschiedlicher Männer kreuzt. Als einzig originelles Motiv in der Kaskade ähnlich gelagerter Werke gerade zu der Zeit von 1985 - 1994 sticht dabei meist nur das spezifische Pärchen als Schlüsselerlebnis selber und weniger die Geschichte, in der sie sich befinden heraus, ist die Interaktion der disparat gefertigten Persönlichkeiten wichtiger und somit in der Bearbeitung auch demonstrativ nachdrücklicher als die Genrehandlung ewigwährender Sinnkontexte und Bezugsfelder schlechthin.
Die beiden hiesigen Kumpel auf Lebenszeit, die natürlich wie in den besten Verhältnissen nicht nur den Tag auf Schicht, sondern auch das Leben daheim unter dem gemeinsamem Dach innerhalb vier Wände verbringen, wirken dabei trotz der eigentlich ultimativ anstrengenden und gleichzeitig bedeutungslosen Konstellation ebenfalls wie von Geburt an zusammengeschweißt. Der Eine kann nicht und will auch gar nicht ohne den Anderen, es kommt Jedem der Beiden schlichtweg nicht in den Sinn, des Morgens ohne den Nebenmann im Blickfeld den Tag anzufangen und Abends auf gleiche Weise ihn wieder zu beenden. Außerhalb der fest verschworenen Bindung existiert wie in der Dramaturgie des Subgenres erstmal Nichts und Niemand, hat man von Beginn weg an, sicherlich sogar nur aus Bequemlichkeit und gar nicht mit innerem Vorsatz die Existenz auf die Ergänzung neben sich ausgerichtet, die Kindheit miteinander ebenso verbracht wie die Karrierelaufbahn. Eine Zukunftsplanung steht den gleichermaßen Denkfaulen wie Desinteressierten und nicht nur in der semiprominenten Besetzung wie Dahergelaufen Wirkenden deswegen auch gar nicht zu. Wenn man sich ausnahmsweise zankt, dann als Voraussetzung für geschickte running gags in einer Wiederholung von Hauptsätzen über die auch in der andersgeschlechtlichen Ehe vorherrschenden Kleinigkeiten wie das Essen, die Unordnung, die monetären Ausgaben. Eine wohlproportionierte Harmonie zwischen zwei zueinander unbedingt zusammengehörenden Hälften idyllischer Verklärung, die in asuexeller Tuchfühlung schon über das Freundschaftliche und Brüderliche hinausgeht, und ihre indolente Sonorigkeit nicht einmal durch Zuwachs im Dasein verliert:
Die Cops Polar Bear [ Billy Lau ] und Penguin [ Kent Cheng ] bekommen von ihrer Vorgesetzen Superintendent Wu [ Sibelle Hu ] den Auftrag, den extra aus Borneo angereisten Kollegen Lo Raimy [ Wilson Lam ] bei einer Suchaktion zu unterstützen. Lo ist auf der Fahnung nach Manager Chen Chiang [ Pomson Shi ], über den er an dessen Bruder Chen Yung [ Choi Hin-Cheung ] herankommen will, der auf der Flucht befindlich als Kronzeuge gegen Master Lung [ Lung Ming-Yan ] gebraucht wird. Als Lung von der Fahndung mitbekommt, setzt er seine besten Leute [ Jeffrey Falcon & Sin Ho-Ying ] auf die Schnüffler an und in einem erbitterten Parkhausgefecht prompt den Ausländischen Gesetzeshüter beseitigen. Penguin kann während der mörderischen Aktion Sin [ Cheng Ka-Sang ] als einen der Anwesenden identifizieren, diesen aber wie ebenso eine am Schauplatz gefundene Diskette noch nicht konkret den Vorgängen zuordnen und wird zusammen mit seinem Sozius auch bei der plötzlich auftauchenden Witwe Lo [ Jaclyn Chu ] und ihrem Interesse an den Habseligkeiten des Verstorbenen erstmal nicht hellhörig.
Dort, wo zusammengewachsen ist, was in hinlänglich bestimmter Vorstellung zusammen gehört, tritt die Bereicherung in der Anwesenheit neuer Komponente auch gleichzeitig und item bei beiden Anteilen ein. Das hinzukommende Kontingent von Dritten Mann Lo Raimy als Kontrasubjekt, der nicht nur eindeutig attraktiver, sondern auch charakterfester und pflichtbewusster ist, wirkt sich zwar ausnahmsweise unterschiedlich bzw. mit Verzögerung aus, ändert aber trotz des Ausweitens des Blickwinkels rein gar nichts an der Wechselbeziehung zueinander. Man fühlt sich von dem Hinzugekommenen trotz seines offensichtlichen Charmes, Talentes und Fähigkeiten auf breiter Spur auch gar nicht bedrängt, sondern vielmehr auch sofort in aufblühendem Kontakt erkenntlich, ist auch dem neuen Stimulus dankbar verbunden, bleibt aber dennoch unzertrennlich wie eremitisch abgeschottet in seiner eigenen Kaste verschmolzen. Man hat Vorhergehendes, Gegenwärtiges oder Nachfolgendes außer sich Selbst und dem Lebensgefährten nicht nötig. Bezeichnenderweise wird die Verstärkung in den primären Situationen auch wie unwillkürlich isoliert, sowohl im Wissen als auch in der Tat und ist somit gleich dem Abschuss von Außen freigegeben.
Was im Drehbuch von Vielschreiber Barry Wong, der auch andere Zweier-Gemeinschafts-Konstellationen wie das Rosa [ 1986 ], das Pantyhose Hero, oder das The Outlaw Brothers [ beide 1990 ] Duo entwickelt hat, durch die schnelle Ausweitung auf einen Dritten Mann auch wie ein Zustrom an kreativen Erweiterungen und gegenläufigen Tendenzen anmutet, wird durch dessen Ausscheiden rapide wieder auf der schöpferischen Stagnation der schematischen Folge von Begriffen und Gedanken geführt. Drei sind in dem Fall eben und zumindest auf Dauer doch wieder Einer zu viel, eine Tatsache, die auch das Liebesleben von Polar Bear und Penguin getreu ihrer Spitz- bzw. Kosenamen auf den Gefrierpunkt hält. Man[n] kennt zwar Frauen, behandelt diese aber mit Ausnahme von der etwas mehr in Augenschein genommenen, aber darüber ebenfalls nicht in Streit geratenen Mrs. Lo nicht wirklich im Sinne romanzenhafter Verwicklung; selbst die benachbarten und befreundeten Hostessen Mimi [ Amy Yip ] und Sicy [ Lam Yin-Ming ] werden ohne besondere Aufmerksamkeit oder gar Zuneigung wahrgenommen. Schlimmer trifft es die einzige strikte Weibliche Komponente in ihrem Leben, die ebenfalls seit der Kindheit gekannte Superintendent Wu, die trotz höherem Rang und besserem Aussehen offensichtlich nach Anerkennung und Mehr durch die beiden Herumtreiber giert und stattdessen mit derben Sprüchen abserviert wird.
Sowieso sind die Witze wie auch die Optik und das sonstige formelle oder materielle Benehmen eher kapriolenhaft statt ehrenwert erlesen gehandhabt, der ganze Film verhält sich wie ein anzüglicher Galgenstrick mit rauer Zwischenstimme und fühlt sich auf seiner niederen Ebene wie analog zu seinen Protagonisten [wobei die verkörpernden Cheng und Lau auch gleich die Regie stellen] sichtlich wohl. Selbst wenn man hier und da mal Silhouttenspiel im Blaulicht produziert, handelt es sich bei dem Gezeigten auf Garantie entweder um einen grimmig schonungslosen Zweikampf oder wird das Bild im Anschluss mit einer umso schmutzigeren Kulisse bevölkert von gleichfalls sich hundsgemein gebenden und auch so ausschauenden Halunken wieder negiert.
Humor, Umgangston, Schauplätze und Ablauf des Geschehens sind genau wie die temporären Gewaltausbrüche Bestandteile einer eher ruchlosen bis hin zu vulgär operierenden Veröffentlichung, ins hässliche Licht gesetzt, fern besonderer umständlicher Bestimmung. Gerade auch die Action ist im Ton der Entrüstung, lebhaft, brutal und schnell, im minutenlangen Showdown gar wüstes Drauf- und Dreinprügeln in grobschlächtiger "We must take risk this time" Prämisse. Mit unverbrauchter Bereitschaft zu flacher, durch simple Mittel voranbringender Kraftanspannung und der Konzentration im einerlei Takt auf weniger sinnliche Dinge.