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Alex Pettyfer spielt einen arroganten Schüler, der bei seinem wohlhabenden Vater lebt, sich selbst für ausgesprochen schön hält, dies auch alle wissen lässt und die verspottet, die es seiner Meinung nach nicht sind. Blöderweise gerät er an eine Hexe, gespielt von Mary-Kate Olsen, die ihn mit einem Fluch belegt. Nun ist er grausam entstellt und erhält nur dann sein altes Aussehen zurück, wenn er ein Mädchen findet, dass ihn liebt, wie er ist.

"Die Schöne und das Biest" für Teenager mit Vanessa Hudgens, dem "High School Musical"-Sternchen und dem ehemaligen Kindermodel Alex Pettyfer in den Hauptrollen. Was bereits nach oberflächlichem Kitsch klingt, entpuppt sich schließlich auch als solcher.

"Beastly" ist eine Geschichte, wie sie schon dutzendfach erzählt wurde, um einen Menschen, bei dem es sich um eine ziemlich unappetitliche Körperöffnung handelt, der seine Fehler schließlich durch einen äußerem Umstand vor Augen geführt bekommt und sich dann von Grund auf ändert. Daher ist die Idee, auf der "Beastly" fußt, auch etwa so unverbraucht, wie die Weihnachtsgeschichte rund um Ebenezer Scrooge und die drei Geister. Dass man sich für diese Teenieversion, die mit Daniel Barnz einen eher unerfahrenen und zweitklassigen Regisseur hatte, nichts Neues einfallen lassen würde, war dabei im Endeffekt abzusehen und so ist der Film letztlich durchweg vorhersehbar und stereotyp, wie fast alle Teeniefilme eben, aber daran allein scheitert er noch nicht.

"Beastly" krankt besonders daran, wie Barnz, der auch für das miese Drehbuch verantwortlich ist, den Wandel des Protagonisten darstellt, denn subtil, glaubwürdig und authentisch sieht definitiv anders aus. Damit auch der letzte Anwärter auf einen Hirnschrittmacher begreift, dass es sich bei der Hauptfigur nicht gerade um einen sympathischen Zeitgenossen handelt, kommt dieser derart arrogant, narzisstisch, oberflächlich und eingebildet daher, dass es nicht einmal im Ansatz glaubwürdig wirkt. Der Wandel der Figur ist dann genauso abrupt wie blöd, wobei gefühlte hundert mal betont wird, dass er nun ein anderer ist, bis es auch der letzte Zuschauer verstanden hat. Hier hätte es sich durchaus angeboten, den Protagonisten ambivalent zu konstruieren, innere Zerrissenheit anzudeuten, aber all dies scheut der Regisseur und fokussiert sich einzig und allein darauf, die seichte Romanze irgendwie dahinplätschern zu lassen. Wäre noch zu erwähnen, dass auch die restlichen Charaktere nicht an Profil gewinnen und dass sich das Happy End in die Riege der vollkommen unglaubwürdigen Szenen einreiht und einen Film beendet, der keinen einzigen authentischen, ehrlichen Moment hat, was auch auf schlechte Dialoge und einige ungewollt lachhafte Szenen zurückzuführen ist.

An Fahrt nimmt das Ganze natürlich ebenfalls zu keinem Zeitpunkt auf. Da das dümmliche Treiben zumindest einigermaßen zügig erzählt ist, langweilt es aber immerhin nur ab und an. Auch darstellerisch wird nicht viel geboten, so wirkt Alex Pettyfer über weite Strecken unglaubwürdig, wobei es auch schwer fällt, ihn angesichts seines lachhaften Aussehens im Mittelteil ernst zu nehmen. Vanessa Hudgens beherrscht auch fünf Jahre nach "High School Musical" nicht viel mehr als ihr sympathisches Lächeln, während Mary-Kate Olsen als Hexe nicht sonderlich furchterregend daherkommt.

Fazit:
"Beastly" ist vor allem deshalb ein schlechter Film geworden, weil ihm angesichts der unglaublich eindimensional konstruierten Charaktere jeder Hauch von Authentizität und Glaubwürdigkeit abhandenkommt. Damit sind die Emotionen aufgesetzt und kitschig, der Film insgesamt peinlich, während die schwachen Darsteller und die miesen Dialoge ihr Übriges tun.

26%  

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