„James Bond 007 – Sag niemals nie“ ist ein inoffizieller Bond, aber dennoch mit Sean Connery als Titelheld.
Nach der Eröffnungsszene (einer Trainingssequenz, die schief läuft), wird James Bond (Sean Connery) zur Kur geschickt, wo er jedoch auf eine seltsame Therapie stößt, die man einem amerikanischen Offizier zukommen lässt. Dieser wird jedoch in Wirklichkeit von SPECTRE unter der Leitung von Blofeld (Max von Sydow) gefügig gemacht und gar nicht Teil des Kurprogramms. Daher versucht man Bond ermorden zu lassen, doch der beseitigt den Killer mehr oder weniger stilvoll. Der Teil mit der Kur ist einer gelungensten Momente von „Sag niemals nie“, da der Film hier nicht so herrlich ironisch ist, sondern auch eine top Actionsequenz mit dem Fight Bond vs. Killer bringt.
Auch wenn seine Vorgesetzten nur die Verwüstungen Bonds in dem Kurhotel betrachten, so erweist sich sein Spürsinn dennoch als richtig: SPECTRE bringt mit Hilfe des gefügigen Offiziers zwei Atomraketen in seine Gewalt, mit denen sie die Welt erpressen wollen. Zuständig hierfür ist SPECTREs Agent Largo (Klaus Maria Brandauer). Largo ist sicher nicht der charismatischste Fiesling der Bondfilme, aber auch kein farbloser.
Als die offizielle Erpresserdrohung, in der man ein gigantisches Lösegeld fordert, ausgegeben ist, setzt der britische Geheimdienst James Bond auf den Fall an. Dieser beweist das richtige Gespür und heftet sich an die Fersen von Largo und seiner Freundin Domino (Kim Basinger). Dieses ist die Schwester des mittlerweile getöteten, amerikanischen Offiziers, weiß aber weder von seinem Dienst für SPECTRE noch von seinem Tod...
„Sag niemals nie“ läuft nach dem üblichen Schema eines Bondstreifens ab, wobei hier leider ein paar kleine Fehler nie aus der Masse der Bondfilme heraustreten lassen. Zum einen ist der Film teilweise nicht ironisch genug, so dass viele der Macho-Klischees (James macht dieses Mal wirklich jede Frau klar) etwas lächerlich wirken. Dennoch ist die Handlung alles in allem eine solide und vor allem temporeiche Folie für Action, flotte Sprüche und exotische Schauplätze, so dass man viel von der Formelhaftigkeit verzeiht.
Viele der notwendigen Punkte für einen Bondfilm werden auch ausreichend erfüllt: Der Fiesling hat ein gewisses Charisma, das Bondgirl hat Ausstrahlung und ein paar illustre Nebencharaktere wie die in Bond verschossene Killerin Fatima (Barbara Carrera), Rowan Atkinson als trotteliger Botschaftsangestellter Small-Fawcett und die beliebte Nebenfigur des Felix Leiter sind mit von der Partie. Ansonsten unterhalten die bekannten Zutaten ziemlich gut, wenn man von dem etwas lahmem Mittelteil (trotz des gedaddelten Weltkrieges im Casino) absieht.
Die Action kann sich sehen lassen, wobei vor allem der Kampf gegen den Killer und die Verfolgungsjagd mit Bonds aufgemotztem Motorrad Laune machen, die ziemlich spektakulär inszeniert sind. Dagegen bleibt das Ende mit dem Pferdestunt und der finalen Begegnung in der Höhle leider etwas formelhaft und ist zwar ganz nett anzusehen, wirkt aber nicht so mitreißend wie die anderen Actionszenen.
Sean Connery als Bond ist natürlich ein Schauspieler in seiner Paraderolle und dementsprechend gut verkörpert er sie auch. Klaus Maria Brandauer gibt einen recht überzeugenden Fiesling ab, während Barbara Carrera ziemlich mau agiert. Kim Basinger ist ganz OK für ein typisch passives Bondgirl, wie sie vor allem Connerys Bondfilme bevölkern. Die restlichen Darsteller agieren ebenfalls auf recht gutem Popcornniveau, auch wenn die Schauspielerei eigentlich nie das Hauptinteresse bei Bondfilmen ist.
Unterhaltsamer Bondfilm nach üblichem Rezept, wenn auch etwas formelhaft, aber dennoch gelungen.