Review

Süße Sachen sind schlecht für die Zähne.
„The Sweetest Thing“ jedoch ist eher schlecht fürs Hirn, denn das kann sich für 80 Minuten mal eine flotte Verschnaufpause gönnen.

„Supersüß und supersexy“, so der deutsche Titel, könnte auch „superalbern und supersinnlos“ heißen, denn etwas Unbrauchbareres als dieses Surrogat aus den Ablagerungen von „American Pie“ und „Verrückt nach Mary“ hat man selten gesehen.

Man möchte meinen, hier wollte jemand seinen ganz persönlichen Farrelly-Brothers-Streifen drehen, nur eben mal für Frauen und ohne die entsprechenden Brüder. Und deshalb blödeln und kalauern sich Cameron Diaz, Christina Applegate und Selma Blair hier nach Leibeskräften durch diese sexuell ach so gewagte Liebesklamotte mit kurzen Klamotten.

Leider macht sich der Film dann doch nur über Männer lustig, anstatt mal besser die Frauen selbst zu parodieren und so liegt das Gewicht eben auf Albernheiten unter der Gürtellinie, ein paar charmanten Einsprengseln und den drei Damen vom Grill.
Moment, drei sind es natürlich nur nominell, denn der Film geht fast hundertprozentig auf das Konto von Cameron Diaz, die hier im Sinne von Charlies Angels schon mal komplett überdreht. Das ist manchmal ganz witzig (die Umkleidenummer in der Kleinstadtboutique hat was), meistens aber eine Mischung aus bemühtem Slapstick und peinlichen Plattheiten, wie bei dem verklemmten Blowjob (immerhin wird die Nummer gegen Ende halbwegs gerettet) von Blair oder dem Penis-Song in einem vollbesetzten China-Restaurant, den nun wirklich niemand auf Zelluloid hätte bannen dürfen. Hier ist gar nichts mehr witzig, sondern einfach nur übertrieben gewollt.

Positiv fällt die ungeheure Spiellaune aller Beteiligten auf und das fast komplette Vakuum des Drehbuchs, daß vermutlich auf einer Serviette Platz fand. Ein Film, so sinnlos und transparent, daß man gar nicht gemerkt hat, daß er schon wieder vorbei ist, wenn plötzlich alle im Nachspann ausgelassen in den Outtakes vom Leder ziehen.
Und damit natürlich der ideale Film für eine Gruppe junger Mädels, die vor dem samstäglichen Pistengang noch schnell eine Flasche Prosecco zischen, einen Kleiderschrank durchprobieren und sich vielfarbig schminken wollen. Und wenn sie mal nicht hingesehen haben, ist es auch nicht schlimm. (5/10)

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