Jede Siegesserie muß mal reißen, jeder Erfolgproduzent bringt auch mal ne deftige Gurke zutage. Ein Flop vor dem Herrn aus dem Hause Bruckheimer war „Bad Company“, bei dem mal wieder Buddy-Elemente mit der weltumspannenden Bedrohung (sprich: bedrohlich für die USA) kombiniert wurden, dazu noch das alte Lehrer/Schüler-Motiv, samt Fish-out-of-water-Elementen und...ach ja, das Team ist auch noch schwarz/weiß.
Na denn, könnte man sagen, wenn man das alles zusammentut, kann ja eigentlich nichts schief gehen, so sicher wie die Kombination dieser Kombinationen erscheint.
Doch, kann es – spätestens dann, wenn den Schreiberlingen sonst nichts eingefallen ist, was den Film von 100 anderen abheben könnte.
Mal wieder eine Atombombe auf dem freien Markt, wieder kommt die Bedrohung aus Osteuropa und das Finale findet in Jersey statt, yuppidu! Besetzt wird das auch noch mit Anthony Hopkins und Chris Rock, zwei dermaßen entgegengesetzen Polen, daß das Ergebnis entweder seinen Reiz hat oder voll in die Hose geht.
Letzteres ist der Fall: beide verfügen keinerlei Chemie miteinander, zu keiner Phase des Films. Rock quasselt sich wieder einen Wolf, wobei er aber einen deutlich milderen Ton als sonst anschlägt, während Hopkins offenbar von der Produktion gelangweilt ist, daß er in einigen Szenen glatt einzuschlafen droht. Zu alt für die Rolle ist er außerdem noch, wenn er im Trainingsanzug mit Kollegen durch Treppenhäuser hechtet, kann er einem fast leid tun.
Dazu kommt eben noch, daß Rock kaum Geschick entwickelt, die von ihm durchzuführende Aktion aufzuwerten. Fürs Grobe gibt’s hinter Hopkins ein Drei-Köpfe-Team und ansonsten lebt Rock nur vom Glück Hopkins, weil er selbst über nur wenig Talente verfügt.
Selbst die abschließende Rettung New Yorks durch sein Gedächtnistalent wirkt da bemüht und vor allem müde – aber wenn schon der Showdown in einem Gepäckraum stattfindet, naja...
An Actionsequenzen gibt es ebenfalls wenig Aufregendes zu vermelden, hier ein Anschlag, da ein Anschlag, eine Autoverfolgungsjagd und eine Menge Ballereien, bei denen man verblüfft vermerken kann, wie sauschlecht hier alle schießen. Herzkasperstimmung im Rennen gegen die Uhr kommt einfach nicht auf, weil der Film im Schongang vor sich hinplätschert. Und große Filmteile in Osteuropa abzulichten, bringt auch nichts mehr an Novitäten.
Ergo ein Film, bei dem man betulich die Fernsehzeitung der nächsten Tage studieren kann, weil außer zwei, drei Lachern nie etwas passiert, was man nicht schon kennt. Und Joel Schumacher ist denkbar wenig eingefallen, um dieses formelhafte B-Skript mit seinen A-Darstellern in irgendeiner Form reizvoll zu machen. (4/10)