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Zwar ist "Bad Company" eine Action-Komödie ganz im Sinne von Produzent Jerry Bruckheimer (soll heißen: stylische Bilder, Alibi-Handlung, bekannte Gesichter, brauchbare Action), doch dem Film fehlen sichtlich einige Punkte, um mit den "Bad Boys"-Filmen, "The Rock" oder anderen ähnlich gelagerten Bruckheimer-Produktionen mithalten zu können. Dass der Film aber nicht vollends absäuft hat er seinen gut aufgelegten Darstellern zu verdanken.

Der russische Mafioso Vas (Peter Stormare) bietet eine gestohlene Nuklearbombe zum Kauf an. Der verdeckt arbeitende CIA-Agent Kevin Pope (Chris Rock) tritt als Interessent auf, wird aber kurz vor dem Deal von Mitbietern getötet. Deshalb rekrutiert der erfahrene CIA-Spion Oakes (Anthony Hopkins) Kevins Zwillingsbruder Jake (Chris Rock), der die Stelle des Verstorbenen einnehmen soll. Der Haken: Jake ist ein nervöser und ständig quasselnder Ticketverkäufer und DJ, der erst einmal die Feinheiten des Spionagegeschäfts lernen muss...

Wie üblich quasselt Chris Rock (Gunpower) sich auch hier die Lippen wund, was mit der Zeit ein wenig lästig wird. Dennoch hat auch Rock hier und da seine Momente und hat mehr als nur einen gelungenen Spruch im Gepäck. Ohne große Mühe wird er allerdings von Anthony Hopkins (Roter Drache) an die Wand gespielt, der ohnehin recht unterfordert und müde in die Kamera schaut. So richtig Bock schien er nicht auf diese Produktion gehabt zu haben, auch wenn er sich redlich Mühe gibt Rock zu guten Leistungen zu verhelfen. Den fiesen Ostblock-Finsterling darf wieder mal Peter Stormare (Playing God) verkörpern, wenngleich er hier nur die zweite Geige unter den Schurken spielt. Recht solide, aber eben auch nicht herausragend, sind Gabriel Macht (Der Einsatz) und Kerry Washington (Fantastic Four) in ihren Nebenrollen.

"Bad Company" hat ein paar brauchbare Actionsequenzen zu bieten, die letztendlich jedoch kaum der Rede wert sind. Es wird ein bisschen geballert, verfolgt, gemeuchelt und ziemlicher Blechschaden verursacht - doch im Endeffekt kommt die Action nicht beeindrucken genug herüber, was für eine Bruckheimer-Produktion dann doch überraschend ist. Mit Joel Schumacher (Falling Down) wurde zudem auch der falsche Mann für einen solchen Stoff mit der Regie beauftragt. Immerhin hat der Film mehr und bessere Action vorzuweisen als Tony Scotts "Spy Game", mit dem es sich 2002 neben anderen CIA-Streifen wie "Der Anschlag" und "Die Bourne Identität" zu messen galt. Und wo wir schon bei Tony Scott sind, so erinnern einige Teile optisch an seinen "Der Staatsfeind Nr.1", während man die Ostblock-Szenen sichtlich lustlos heruntergekurbelt hat. Dafür können die NY-Aufnahmen und die Hotel-Sequenzen ein wenig entschädigen. Tempo und Adrenalin kommt in dem Film hingegen nur wenig bis garnicht auf. Lediglich im Bomben-Finale kann die Spannungsschraube noch etwas in die Höhe geschraubt werden. Bezüglich des Humorfaktors trägt Chris Rock hier zwar den Löwenanteil, doch auch Anthony Hopkins kann mit einigen trockenen Sprüchen punkten. Die Handlung kann man dafür gleich in den Aktenvernichter jagen, da sie mehr oder weniger nur als Mittel zum Zweck dient, um die Protagonisten von einer Action-Sequenz zu nächsten zu hetzen, wobei die ruhigeren bzw. humorvolleren Momente bloss Lückenfüller sind. Etwas Aufwertung erfährt "Bad Company" dann noch durch den passablen Score.

Alles in allem ist "Bad Company" ein teilweise unmotiviert abgefilmter Genre-Mix aus Agenten-, Action-Komödie und Thriller, der sich durch ordentliche Darsteller und mäßig zufriedenstellender Action noch überwiegend über Wasser halten kann. Immerhin: es gibt wesentlich schlechtere Agenten-Parodien.

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