"Und jetzt wünsch ich mir Jennifer Lopez! Nackt!"
Solche und ähnliche Sätze darf Chris Rock in dieser Buddy-Action Komödie im minutentakt von der Leinwand feuern. Und wenn man mit eigenen Augen verfolgt welche unmöglichen Taten er über die gesamten 120 min. vollbringt traut man ihm alles zu und verharrt im Abspann mit freudiger Erwartung auf eine nackte J.Lo. Allerdings, so viel sei verarten, vergebens!
Immerhin nicht vergebens und sicherlich keine verschwendete Zeit stellt der Kinobesuch vom neuen Jerry Bruckheimer Popcorn-Blockbuster „Bad Company“ dar. Auch wenn manchen Cineasten oder denen die als solche beschimpft werden wollen beim Namen „Bruckheimer“ schon mal die Galle hochkommt, ist ihm mit „Bad Company“ mal wieder ein zeitgemässer und äußerst unterhaltsamer Streifen geglückt.
Die Story ist nicht wirklich neu und geschweige den besonders originell. Allerdings wurde die übliche Buddy Compilation zwischen schwarzen und weißem Cop bzw. CIA-Agenten mit einigen neuen Elementen dem Zeitgeist entsprechend angereichert.
Jake Hayes (Chris Rock) ist ein Gelegenheitsgauner in den Slums von New Jersey. Wenn er nicht gerade Tickets auf dem Schwarzmarkt verhökert bessert er seine Portokasse in Schachpartien im städtischen Park auf. Matt gleich 20 Dollar. Das Spiel der Könige erreicht die Slums und der geneigte Kinozuschauer assoziiert sofort „Intelligenz“ mit dem Spieler dieses Spieles. Doch noch bevor man sich überhaupt die Frage stellen kann weshalb solch ein schlauer Bub lediglich „von der Hand in den Mund lebt“ und nichts aus seinem Leben macht tritt auch schon Mr. Oakes (Anthony Hopkins) von der CIA auf den Plan.
Er verklickert Jake auf die schnelle das dieser nach seiner Geburt von seinem Zwillingsbruder getrennt wurde und dieser für die CIA gearbeitet hat bis zu – nun ja – seinem Tode. Nun muss Jake einspringen und seinen Bruder doubeln, damit eine Bande von Terroristen nicht in den Besitz einer Atombombe gelangt. Jedoch muss Jake in nur wenigen Tagen erst in seinen Bruder verwandelt werden, denn bis auf ihr gemeinsames Äußeres verbindet die beiden doch herzlich wenig.
Das ganze Spektakel wurde inszeniert von Joel Schumacher. Ein Regiesseur den ich eigentlich sehr schätze und der es sowohl schafft bei großen Blockbustern etwas raus zu holen, aber auch mal sein Talent in kleinen Filmen zur Schau stellt, wie in dem großartigen Tigerland, welchem leider nicht die Beachtung zu Teil wurde die er verdient hätte.
Allerdings schien er bei dieser Produktion auch keinen allzu schweren Job zu haben, denn er kann sich auf seine Protagonisten Rock und Hopkins verlassen. Für Rock bleibt genug Platz sein komödiantisches Talent voll auszuleben und Hopkins hält sich verdammt cool im Hintergrund. Anders hätte es wahrscheinlich auch nicht funktioniert, aber ich könnte mir vorstellen das Hopkins-Fans etwas enttäuscht wieder die Heimreise aus dem Kino antreten werden. Aber wer erwartet bei Bruckheimer schon einen Anflug von „Tiefe“?
Hier regiert der „feel good“-Faktor!
Die erste Hälfte des Filmes setzt vor allem auf die Komik welche sich ergibt auf dem Weg zur Agentenausbildung von Jake, während die zweite Hälfte mehr auf den Krach Bumm Effekt setzt, ohne dabei die Oneliner von Chris Rock zu verachten. Chris Rock trägt mit seiner schnellen und anscheinend nie schweigenden Klappe den Film mühelos über einige Längen hinweg und erinnert an beste und leider vergangene Eddie Murphy Zeiten. Und das beste daran die „Ach so coolen und hippen“ Sprüche nerven noch nicht einmal. Anders als zum Beispiel bei Rush Hour, bei welchem einem vor Coolness schon mal ein Schauer übers Gemüt läuft.
Aber können zwei Figuren alleine einen ganzen Film tragen? Denn alle übrigen Figuren in diesem Film erscheinen charakter- und seelenlos. Sie dienen lediglich als Stichwortgeber und schmuckes Beiwerk, welches es in bremslichen Situationen zu schützen gilt. Sowohl die Bösewichter als auch Jakes Freundin bleiben blass und wirken fast schon überflüssig in der ganzen 1 ½ Mann Show. Bis zum Showdown indem sich ihre starr angelegten Rollen wieder in die Genre-typischen Klischees pressen lassen. Wo liegt noch mal der Schwachpunkt eines liebenden Mannes? Ich denke damit dürfte alles gesagt sein, aber dennoch nicht alles verraten.
Und zum nahenden Ende sollte man eh das Gehirn auf niedrige Aktivität umgestellt haben, denn der in seiner Konsequenz absolut schwachsinnige Schluss solle einem die 100 wirklich unterhaltsamen Minuten zuvor doch nicht kaputt machen. Ach ja, und der Abspann war auch nicht umsonst. Schliesslich hätte ich sonst nie erfahren das Karel Gott den Soundtrack veredelt...