Von "Bad Company" war ich überrascht und enttäuscht gleichzeitig. Ersteres daher, da ich schon so viele schlechte Kritiken über ihn gelesen habe, dass ich dachte, wirklich einen miesen Film sehen zu werden. Gut, Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, aber bei der Vielzahl an niederschmetternden Reviews habe ich mir eigentlich nicht viel ausgerechnet, was die Qualität von "Bad Company" angeht. Daher war ich umso mehr überrascht, als ich dann den Film gesehen hatte, denn so schlecht wie sein Ruf ist er ganz sicher nicht, noch dazu nicht so, dass er nicht einmal unter den ersten 3000 bei der OFDb vertreten ist.
Enttäuscht war ich jedoch, da der Film dennoch unter seinen Möglichkeiten blieb, ganz klar. Wenn Joel Schumacher auf dem Regiestuhl sitzt und er namhafte Schauspieler wie Anthony Hopkins und Chris Rock zur Verfügung hat, noch dazu eine Story, die zwar nicht innovativ, aber dennoch vielversprechend ist, erwartet man sich einfach mehr. Obwohl es gar nicht einmal an den Schauspielern liegt, die sind nämlich sogar noch einer der Gründe, die den Film vor dem Mittelmaß retten, da vor allem Chris Rock ein paar recht lustige Sprüche loslässt. Vielmehr ist es die Tatsache, die enttäuscht, dass "Bad Company" einfach nicht richtig in Schwung kommt. Sicher, alles ist routiniert und handwerklich völlig akzeptabel inszeniert, aber bei einem Actionfilm heutiger Zeit, in dem dazuhin eben solche Hollywoodgrößen auftauchen, wird halt einfach mehr erwartet, als alles ohne jegliche Motivation anzudrehen. Es sieht wirklich so aus, als würde "Bad Company" mal nebenher gedreht werden, damit die ganzen Beteiligten eine weitere Einnahmequelle haben, sonst nix. Auch der Anfang ist nicht schlecht und wirklich unterhaltsam, aber vergleicht man ihn mit Genregrößen wie "The Rock" oder "Bad Boys", fehlt einem doch schon einiges und schon da wird irgendwie klar, dass "Bad Company" nie so richtig in Fahrt kommt. So kann die Qualität irgendwo zwischen völligem Mittelmaß und Genreklassikern angesiedelt werden denn "Air Force One" z.B., der mir spontan einfällt, übertrifft er um Einiges.
Kevin Pope (Chris Rock) arbeitet für Gaylord Oaks (Anthony Hopkins) bei der CIA, wird aber eines Abends bei einer Aktion erschossen. Daraufhin kontaktiert Oaks Jake Hayes (ebenfalls Chris Rock), da dieser Kevins Rolle übernehmen soll. Jake und Kevin sind nämlich Zwillingsbrüder, was aber keiner der beiden jemals wusste. Da das CIA nukleare Sprengkörper aus den Händen der Feinde entwenden möchte, wird somit Jake CIA-Agent, weil die Feinde nichts vom Tod Kevins wissen. Jake jedoch ist ein Herumtreiber und verdient sonst sein Geld nur mit Wetten auf Basketballspiele. Darum ist es auch kein Wunder, dass das ganze einem Himmelfahrtskommando gleicht. Aber das scheint im ersten Moment nur so...
Gute Ansätze sind auf jeden Fall vorhanden, dem Film fehlt es nur an Durchschlagskraft, was aber sicher keine Entschuldigung ist, da einige sicher einen totalen Actionknaller erwartet haben. Wie ich eigentlich auch. Die Realität sieht jedoch anders aus und "Bad Company" ist eben kein solcher Actionknaller, sondern gute Unterhaltung mit ein paar Explosionen, Verfolgungsjagden und Schießereien, aber eben nicht mehr. Daher ein perfekter Film zum kurzweiligen Videoabend, aber "Bad Company" ist sicher keine Empfehlung, ihn auf VHS oder DVD zu erstehen, da man ihn vielleicht höchstens jede 3 Monate ansehen kann, wenn überhaupt. Für das einmalige Ausleihen aus der Videothek bestens geeignet, höchstens man ist furchtbar sauer danach, weil man sich irgendwie doch mehr erwartet hat. Mir hat er aber gefallen, wenn auch nur bedingt. 7/10 Punkte