Review

Eigentlich sollte das Screenplay von Jason Richman (Bangkok Dangerous, Swing Vote) und Michael Browning (More Dogs than Bones, Sieben Tage sieben Nächte) als Sequel zu "Der Diamanten Cop" herhalten, doch man entschied sich kurzfristig anders und kreierte einen eigenen Film daraus. Da der eigentliche Originaltitel "Black Sheep" schon vergeben war, wählte man "Bad Company" (schlechte Gesellschaft), somit nicht zu verwechseln mit Victor Salvas Highway-Thriller. Regisseur Joel Schumacher (The Lost Boys, Flatliners) war vor geraumer Zeit ein Garant für gutes Entertainment, jedoch auch verantwortlich für Totalausfälle wie "Batman & Robin". Trotzdem bekam er mit "Bad Company" eine weitere Chance ein Großprojekt (70 Millionen Dollar) zu realisieren, jedoch hatte man trotz PG-13 Rating Probleme die Entstehungskosten wieder einzuspielen.

Der CIA-Agent Kevin Pope (Chris Rock) sollte auf dem Schwarzmarkt eine nukleare Kofferbombe von Adrik Vas (Peter Stormare) erwerben. Doch die Konkurrenz verübt einen Anschlag auf Pope, der seinem Partner Oakes (Anthony Hopkins) noch das Leben rettet und dabei sein eigenes lässt. Um die Atombombe doch noch zu bekommen, bleiben Oakes und seinem Team nur neun Tage Zeit, um Popes Zwillingsbruder Jake Hayes (auch Rock) für diese Rolle fit zu machen. Mit einigen Schwierigkeiten gelingt ihnen dieses schier unmögliche Unterfangen, doch eine dritte Partei um Andre (Marek Vasut) mischt sich in den Deal ein. So kommt es zur Katastrophe und auch Jakes Freundin Julie (Kerry Washington) wird dabei entführt.

Eigentlich sollte der Film schon Ende 2001 in den Kinos anlaufen, doch aufgrund des 11. Septembers wurde der Kinostart um fast ein Jahr verschoben. Originell ist die Handlung nicht, es gilt eine Atombombe vom Schwarzmarkt zu erwerben, welche von einer gegnerischem Partei für einen Terroranschlag verwendet werden könnte. Dies will und muss die CIA verhindern, der Film beginnt mit dem Tod von Kevin Pope, der unter dem Decknamen Michael Turner arbeitet. Dann hätten wir seinen Zwillingsbruder Jake, das absolute Gegenteil. Er verscherbelt irgendwelche Tickets, zockt Leute beim Schach gegen Geld ab und legt Platten in einem Nachtclub auf. Natürlich gibt es nebenbei noch Beziehungsstress mit Julie und überhaupt wirkt "Bad Company" in der ersten Filmhälfte sehr zäh erzählt. Jakes Crashkurs ist dann ganz nett anzusehen, vor allem weil er so gar nicht ins Schema passen will. Dabei gibt es ein paar gute Onliner, die meist von Jake kommen, aber echter Humor sieht anders aus. Das einzige echte Highlight des Films ist der brillante Score von Trevor Rabin, die ruhige und rein instrumentale Titelmelodie ist ein absoluter Ohrwurm. Doch ansonsten sollte man nicht zuviel erwarten, denn Schumacher hat einige Bremsklötze abzuarbeiten, bis man endlich zum Wesentlichen kommt. Das wäre einmal die kleine Krise zwischen Jake und Julie, dann muss Jake nach einem Anschlag auf sein Leben erneut von Oakes für diese Operation überredet werden und schließlich taucht noch Nicole (Gracelle Beauvais) auf, die Freundin von Michael Turner, die Jake sogar als Schwindler entlarvt.

Action ist dabei absolute Mangelware, hinzu kommen einige Einschränkungen wegen des PG-13 Ratings. So muss man sich größtenteils mit Shootouts zufrieden geben, die zwar jegliche Härte vermissen lassen, aber dennoch ganz nett gemacht sind. Leider nagt Jake nach gewisser Zeit an den Nerven des Zuschauers, denn sein ständiges Geheule und einige dumme Sprüche mögen so gar nicht zum ernsten Geschehen passen. Oakes (Eiche) ist dabei immer die Ruhe selbst und gleicht das Ganze gut aus. Ein hoher Unterhaltungswert ist ohne Frage vorhanden und besonders in der zweiten Halbzeit packt man die Actionkeule aus. Hier darf es auch eine tolle Autoverfolgungsjagd und einen kleinen Zweikampf geben und die finale Entschärfung der Atombombe ist auch recht spannend geworden. Chris Rock (Lethal Weapon 4, Kindsköpfe) ist zweifelsohne in seinem Element, neigt aber in manchen Sequenzen zum Overacting. Anthony Hopkins (Das Schweigen der Lämmer, Wolfman) ist dagegen unterfordert, aber spielt den restlichen Cast trotzdem locker an die Wand. Peter Stormare (Hamilton, Bruiser) kann in seiner typischen Fieslingsrolle auch nichts beweisen.

Storytechnisch sehr schlichte und nie ausartende Actionkomödie, die immerhin eine schicke Optik und einen genialen Score vorzuweisen hat. Dennoch muss man sich gedulden, bis es bei "Bad Company" richtig um die Wurst geht, die Actionszenen sind ganz gut gemacht, aber mehr auch nicht. Der Humor ist ein zweischneidiges Schwert, manchmal funktioniert er und manchmal eben nicht.

Details
Ähnliche Filme