Review

„Bad Company“ dürfte Joel Schumachers letzte Chance gewesen ein hohes Budget zu verprassen. Denn einmal mehr tritt er den Beweis an, dass er sein Handwerk in den letzten Jahren nur selten verstand und meist maximal mittelmäßige Filme ablieferte. Ihm allein kann man aber den Flop nicht zuschieben, denn schon das Drehbuch vom Reißbrett weißt große Schwächen auf. Einmal mehr bedrohen osteuropäische Terroristen (u.a. Peter Stormare, der wohl nur noch für solche Rollen gecastet wird) Amerika mit einer Atombombe, was der alte Haudegen Oakes (Anthony Hopkins, völlig unterfordert) und Frischling Jake Hayes (Chris Rock, der sich nicht entfalten kann) verhindern müssen.

Als sehr problematisch erweisen dabei sich die vielen Genres, in denen der Film mitmischen möchte. Ist der Anfang, um den Mord an Hayes Zwillingsbruder, trotz des inzwischen ausgelutschten Osteuropaszenario, noch recht stimmig, wandelt sich der Film umgehend in eine Komödie wo Kodderschnauze Jake Tickets vertickt und nebenher reihenweise seine Schachgegner Matt setzt. Seine Überwachung erinnert von Stil und Inszenierung stark an „Der Staatsfeind Nr.1“ den übrigens, wie auch diesen Film, Jerry Bruckheimer produzierte.

Im Schnellverfahren wird Hayes ausgebildet, ihm erklärt, dass sein Bruder tot sei, er gebraucht wird und ihm eine angemessene Summe für seine Mitarbeit gezahlt wird. Da die Kohle lockt und seine Freundin auf dem Sprung ist nimmt er das Angebot an, lernt innerhalb von ein paar Tagen seinen Bruder zu imitieren und fliegt zum Treffen mit dem Waffenhändler, der sich nun mal ausschließlich mit Michael Turner, so Jakes Deckname, treffen will.

In sehr tristen Bildern fängt Schumacher den kalten Osten ein, erregt damit aber sich nicht die Zuschaueraugen, sondern langweilt sie eher. Es gibt zwar relativ viel Action, aber die hat ein riesiges Problem. Da der Film auf ein PG-13 hin inszeniert wurde, sind die Actionszenen und wenigen Schießereien leider nicht nur sehr unspektakulär und mitunter lächerlich (Hopkins latscht Kaugummi kauend durch ein Hotel und knallt gelangweilt böse Buben ab), sondern auch harmlos geraten. Einzig und allein eine Verfolgungsjagd ist einigermaßen ansprechend in Szene gesetzt worden.

Trotz eines immerhin recht imposanten Ziels, der Atombombe, gelingt es von Beginn an nicht Spannung zu erzeugen, da der Versuch Hopkins und Rock wie ein Buddyduo agieren zu lassen, zwar ab und zu dank Chris Rock für ein paar Lacher sorgt, dabei eine temporeiche Inszenierung vermissen lässt und überflüssige Szenarien, wie das Treffen von Popes Freundin (Jacks toter Zwillingsbruder) unter der Dusche mit anschließendem Techtelmechtel hervorbringt.

Im unspektakulären Finale möchte man in der sehr brisanten Szenerie, den Film in einen „Bombenthriller“ umfunktionieren, in der das Objekt der Begierde auf amerikanischem Boden zu ticken beginnt, was sich bei heruntertickendem Countdown von den beiden Hauptprotagonisten einmal mehr als spannungsfreier Nervenkitzel erweist, aber immerhin mit einer, wie übrigens im gesamten Film, sehr guten Musikkomposition aufwarten kann.

Fazit:
Mit „Bad Company“ inszenierte Joel Schumacher einen weiteren Flop, der so viel sein möchte, (Actioner, Buddymovie, Agententhriller, Komödie), nichts davon aber richtig beherrscht. Zu der spannungsfreien Inszenierung, die aber auch dem Drehbuch zu zuschreiben ist, agieren alle Schauspieler unter ihren Möglichkeiten. Die Produktion auf ein PG 13 deutlich zu erkennen, die Osteuropalocation ausgereizt und die Figuren voller Klischees. Jerry, vielleicht hättest du wen fragen sollen, der sich damit auskennt!

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