Der Film wurde in 3D im Kino angesehen. Nach den negativen Kritiken gerade über die nachträgliche 3D Aufbereitung waren die Effekte doch besser als erwartet. In schnellen Szenen natürlich überfordert aber in ruhigen Aufnahmen wurde eine angenehme Tiefe der Bilder erzeugt. Tatsächlich nötig war aber 3D nicht für den Film - hier ist aus bekannten Gründen AVATAR immer noch die Referenz, sicherlich für einige Zeit.
Trotz geringer Erwartungen habe ich mich sehr amüsiert und die nicht vorhandene Überlänge des Films verfliegt sehr schnell. Tolle Landschaftsbilder und -aufnahmen, überwiegend künstlich erzeugt, nehmen den Zuschauer von Anfang an in seinen Bann.
Ein Vergleich mit dem fast 30 Jahre alten hochverehrten Original ist meines Erachtens hinfällig, haben sich doch Produktionsmethoden und Sehweisen sehr stark verändert. Selbstverständlich fehlt dem 2010er Remake der Charme des Originals, aber solche Quervergleiche sollen nicht entscheidend sein. Wollen wir uns doch 2010 einfach über einen guten Film freuen.
Und das haben wir getan. Die Schauspieler agieren sehr sympathisch, hochkarätig besetzt mit Liam Neeson als Zeus, Ralph Fiennes als Hades und allen voran Mads Mikkelsen als Draco, der sehr glaubwürdig und angemessen für mich definitiv das schauspielerische Highlight des Films darstellt. Knochig und sehr agil und mit cooler Haltung und Sprüchen ("....erst wenn ich den Göttern ins Gesicht gespuckt habe werde ich wieder lachen...:").
Sam Worthington (als Perseus), auch als Hauptdarsteller aus AVATAR bekannt, spielt in bekannter Weise flach. Ich habe ihn auch in AVATAR nicht gemocht weil er es nicht versteht Emotionen in ruhigen Szenen rüberzubringen. Dazu ist seine Gestik und seine Gesichtsausdrücke zu sehr eingeschränkt, er dann meist schaut fast immer gleich. Er brilliert jedoch in den Actionszenen, da ist er präsent und wirkt gut. Das reicht aber für eine anspruchsvolle ganzheitliche schauspielerische Darstellung nicht aus. Er spielt hier wieder den Underdog der als Halbgott zusammen mit den Menschen gegen die Götter kämpft.
Als abwertend erweisen sich eine Reihe von unlogischen Elementen und Story Ungereihmtheiten in bezug auf das Verhältnis Götter - Halbgott - Menschen. Auf die hier alle einzugehen würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Das dies auch mythologisch absolut hirnrissig ist finde ich auch nicht mal entscheidend. Die Story ist schon teilweise sehr konstruiert und unglaubwürdig. In einigen Szenen findet sich sogar leichtes Trash Niveau in bezug auf die Tricktechnick wieder, aber das ist und bleibt den Charme in diesem Genre Fantasy/Monstertrash.
Dennoch wird man gut unterhalten mit coolen Wüstenmenschen und sonstigen Viecher und die Effekte sind angemessen dargeboten. Kein Vergleich sicherlich mit anderen jüngsten Meisterwerken von Cameron und Co.
Aber dennoch unterhält diese Mischung aus
Film "300"
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Terry Gilliam
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LSD
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Ray Harryhausen
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Speed
doch sehr gut und so kann ich eine sehr positive gesehene fan-gehypte 7/10 Punkten mit Tendenz nach unten geben. Für Genrefans auf jeden Fall mehr als einen Blick wert.