"Wer den Göttern trotzt der wird bestraft werden!"
Der Fischer Spyros (Pete Postlethwaite) zieht einen Sarg aus dem Meer und findet darin einen Säugling. Fortan zieht er das als Perseus (Sam Worthington) benannte Kind groß. Perseus erlernt den Beruf des Fischers und führt ein einfaches Leben.
Als Soldaten der nahe gelegenen Stadt Argos eine Statue des Zeus zu Fall bringen, erzürnt dies die Götter. Hades (Ralph Fiennes) erscheint und führt einen Vergeltungsschlag aus, der ebenso Perseus' Familie auslöscht. Perseus zieht es darauf nach Argos, wo sich gerade Königin Cassiopeia (Polly Walker) und ihre Tochter Andromeda (Alexa Davalos) zu Göttinnen ernennen. Diese weitere Gotteslästerung lässt Zeus (Liam Neeson) nicht ungesühnt. Er ermächtigt Hades zu härteren Maßnahmen. In Argos tötet er Cassiopeia und kündigt an, die Stadt in wenigen Tagen durch einen Kraken zerstören zu lassen.
Perseus erfährt durch die Halbgöttin Io (Gemma Arterton), dass er ein Sohn des Zeus ist. Trotz dieser Offenbarung zieht er mit dem Hauptmann Draco (Mads Mikkelsen) los, um Unterstützung für den Kampf gegen den Kraken zu finden.
Hexen, Götter, gewaltige Monster und Halbgötter in knappen Kostümen. Bereits das Originale "Kampf der Titanen" aus dem Jahre 1981 mischte die griechische Mythologie ordentlich auf und avancierte trotz hirnloser Handlung zum Kult. Die perfektionierte Stop-Motion-Technik war der Grund, dass sich der nicht ernst zu nehmende Fantasyfilm durchsetzen konnte.
Die Neuverfilmung hält sich an diesen Rahmen und ersetzt die mittlerweile veraltete Technik durch moderne digitale Effekte. Zumindest schien dies die Absicht, denn das Endprodukt präsentiert sich selbst in seiner Disziplin des Effekt-Dauerfeuers beinahe als einzige Katastrophe.
Ohne sich Zeit zu nehmen hakt "Kampf der Titanen" die an sich bereits dürftige Handlung überhastet ab. Plötzliche Zeitsprünge zerstören die Übersicht. Die Geschichte widerspricht sich an einigen Stellen und präsentiert kaum dramatische Höhepunkte. Noch nicht mal ein eigener Stil ist in dem Fantasy-Action-Mix erkennbar, denn geradezu dreist kopiert er Elemente aus der alten "Star Wars"-Trilogie.
Sämtliche Figuren bleiben völlig blass und bewegen sich niemals außerhalb ihrer Klischeerollen. Zu keiner Zeit vermittelt der Film Bezüge zu den Charakteren. Das Ableben dieser ist somit nicht nur kurz sondern auch belanglos präsentiert.
Dramaturgisch holpert und stolpert der Film vor sich hin. Auf langwierige Dialog- und Erzählpassagen bereits zu Beginn folgen mal knappe, mal etwas ausgefeiltere Actionsequenzen. Die Inszenierung dabei ist zeitgemäß und erschlägt den Zuschauer förmlich mit wuchtigen Bildern. Rasche Schnitte machen es mitunter unmöglich, dem Geschehen überhaupt noch folgen zu können. CGI-Animationen prasseln wie digitaler Regen auf das Haupt des Betrachters herab, bis dieser resigniert und sich der Bilderflut ergibt.
Erschreckend dabei sind die digitalen Effekte selbst, denn trotz massiger Anzahl können die wenigsten wirklich beeindrucken. Abgesehen vom Kreaturendesign fallen die Effekte lieblos und unspektakulär über den Zuschauer her. Ihre künstliche Herkunft ist häufig sichtbar, was den Spaß am sehen vermindert. Nur das knapp ausgelegte Finale zeigt, dass tricktechnisch einiges mehr möglich ist.
Hilflos und ohne Konzept ergeben sich die vielzähligen Hollywood-Größen ihren uninspirierten Rollenvorgaben. Es ist eine Pein zu sehen wie Liam Neeson ("96 Hours", "Batman Begins") und Ralph Fiennes ("Tödliches Kommando", "Harry Potter"-Reihe) völligst verheizt werden. Der weiblichen Untermalung durch Gemma Arterton ("Ein Quantum Trost", "Prince of Persia") und Alexa Davalos ("Der Nebel") fehlt es an Durchsetzungsvermögen oder Sichtbarkeit. Und der gern als Neuentdeckung Hollywoods bezeichnete Sam Worthington ("Avatar“, "Terminator: Die Erlösung“) sieht hier seinem ersten Totalausfall entgegen.
So wie es schon vielzählige Kritiken bestätigen, ist "Kampf der Titanen" der Tiefpunkt des Hollywood-Kinos 2010. Weder die Handlung, noch die Darsteller oder die Effekte können überzeugen. Die niedrige Spannungskurve und dümmliche Dialoge lassen keine Form der Unterhaltung zu. Einzig das Kreaturendesign kann man neben vielen kopierten Elementen als interessant bezeichnen.
2 / 10