Irgendwann im ersten Jahrhundert gerät die Neunte Legion in den dunklen Wäldern Britanniens in einen Hinterhalt der keltischen Pikten. Nur eine Handvoll Römer entgeht dem Massaker. Als die Soldaten ihren General aus piktischer Gefangenschaft befreien wollen, tötet einer von ihnen den Sohn des Pikten-Königs. Eine Hetzjagd auf die versprengten Legionäre beginnt.
Schön das die alten Römer- und Mittelalterschinken in neuer Form langsam wieder in Mode zu kommen scheinen. Hier steigen wir ein ins Jahr 117 n.C. als die Römer ganz Britannien erobert haben. Ganz Britannien? Nein, denn ein kleines Dorf namens Schottland leistet erbitterten Widerstand und aufgrund ihrer Guerillataktiken sind sie der Großmacht durchaus ebenbürtig.
Das die Taktik funktioniert sehen wir zunächst beim Überfall auf eine Garnison, die nur der Held Quintus Dias überlebt. Richtig gemetzelt wird dann aber erst als die neunte Legion zur Vernichtungsexpedition ausrückt, aber in bester Arminius Taktik (verräterischer Führer, einengen der Legion auf engen Waldwegen) bis auf sieben Mann solide dahingerafft wird. Mit Umwegen über einen Befreiungsversuch und der Ermordung des Häuptlingssohns der Pikten (von denen wirklich die meisten aussehen wie Klingonen) dreht sich der Spieß.
Der zweite Abschnitt gleicht dann eher dem kleinen Überlebenskampf in den rauen, winterlichen Highlands nach dem klassischen zehn kleine Negerlein Prinzip. Bis auf eine Art Endkampf in einem Fort ist es mit dem blutigen Massenschlachten dann vorbei. Wo vorher noch blutigst Extremitäten durch- und abgetrennt wurden, geht es jetzt um Einzelschicksale.
Netterweise verzichtete man sogar auf das totale Happy End, denn auch die Römer sind am Ende eben so wenig die Guten, wie die einheimischen Barbaren. Wer sich mit 300 anfreunden konnte, ist mit Centurion sicher nicht schlecht bedient. Es wird, bis auf einige Blutspritzer, meist auf Handarbeit gesetzt und die Location in den frostigen Norden versetzt, aber ansonsten gibt es doch einige Verwandschaft. Bis auf die ziemlich aufgesetzte Love Story zieht Neil Marshall ein flottes Tempo durch, wen interessiert da schon das die Figuren etwas farblos ausgefallen sind. Gelungener Splatter Geschichtsunterricht auf jeden Fall.
7/10