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Als Kriegsveterane liefern sich Roy Scheider (Der Weiße Hai, 52 Pick-Up) und Jürgen Prochnow (Das Boot, Der Skipper) einen Zweikampf an der deutsch-tschechoslowakischen Grenze und lösen damit fast den nächsten Krieg aus. Auf dem Roman "The Fourth War" von Stephen Peters basierend, inszenierte Regisseur John Frankenheimer (Ronin, French Connection 2) diese eigentlich simple Geschichte vor der Kulisse des Kalten Krieges. Dabei balanciert "Powerplay" sehr geschickt zwischen Humor und bitterem Ernst und lässt zwei Menschen gegeneinander antreten, die mit dem Ende des Krieges ihre eigentliche Aufgabe verloren haben.
So ist Colonel Jack Knowles (Roy Scheider) ein Vietnamveteran mit Leib und Seele, während sich Oberst Valachev (Jürgen Prochnow) seine Sporen in Afghanistan verdiente. Von General Hackworth (Harry Dean Stanton) wurde Knowles zum Leiter des Außenpostens an der deutsch-tschechoslowakischen Grezen abkommandiert. Hier lässt Valachev eiskalt einen Flüchtling vor Knowles Augen hinrichten. Der Auslöser zwischen einem erbitterten Kleinkrieg der auszuarten droht, als die Armeen beider Seiten in Gefechtsstellung gehen. Ist der nächste Krieg noch abwendbar?

"Powerplay" hat wesentlich mehr Botschaft, als man zunächst meint. Man nehme nur mal die beiden Hauptfiguren, denen es an einer richtigen Aufgabe mangelt. Der Krieg hat sie zu dem gemacht, was sie heute sind, nun fällt es ihnen schwer sich in der heutigen Gesellschaft zurecht zu finden. Besonders Knowles macht sich sogar seinen Vorgesetzten General Hackworth zum Feind, der ihn aufgrund von autoritären Problemen von einem Stützpunkt zum nächsten versetzt. Seine Familie hat sich größtenteils von ihm abgewendet. Besonders tragisch das Telefongespräch mit seinem Sohn und dass Knowles seinen eigenen Geburtstag vergessen hat. Valachev hat es da deutlich besser und kommt auch mit seinen Vorgesetzten besser klar. Jedoch ist auch er auf der Suche nach Streit, was man allein seinem durchbohrendem Blick entnehmen kann. Und so treffen diese beiden Sturköpfe zum ersten Mal mitten in der Pampa aufeinander. Nicht nur das Erschießen des Flüchtlings läutet den Kleinkrieg ein, sondern der lächerlich Wurf eines Schneeballs. Nun fällt es dem Zuschauer wirklich schwer sich für eine Seite zu entscheiden. Einen Schuldigen gibt es in diesem Sinne nicht. Zwar hat Valachev den Flüchtling erschossen, doch Knowles schleicht sich daraufhin über die Grenze, entwaffnet einige der tschechslowakischen Soldaten und lässt sie für ihn ein Geburtstagsständchen singen. Übrigens eine sehr witzige Szene. Und Valachevs Vergeltung lässt nicht lange warten, denn er revanciert sich mit der Zerstörung von Knowles Jeep, der nun den weiten Weg zum Stützpunkt zu Fuß antreten darf.

Doch das Ganze spitzt sich natürlich zu. Besonders Valachevs Einfallsreichtum sorgt später noch für eine handfeste Überraschung. Knowles ist bald nur noch mit dem seinem neuen Feind im Clinch und bekommt nicht mal mit, dass sein Stellvertreter Lt. Col. Clark (Tim Reid) zum neuen Leiter des Außenpostens befördert wurde. Schließlich muss Knowles nebenbei auch noch der flüchtigen Elena (Lara Harris) helfen, welche ihre Tochter über die Grenze schmuggeln will. Gedreht wurde "Powerplay" in Kanada und die verschneiten Wälder bieten die ideale Kulisse für solch einen sinnlosen Kleinkrieg. Dieser droht in eine Katastrophe auszuarten, denn im Finale treffen Knowles und Valachev endlich persönlich aufeinander und liefern sich einen erbitterten Zweikampf. Frankenheimer setzt dieses Männerduell packend in Szene, vielleicht hätte man ein paar Klischees bezüglich der tschechoslowakischen Soldaten weglassen können.
Aber Roy Scheider und Jürgen Prochnow gelingt trotz des sehr sparsamen Einsatz von Mimik und Gestik eine glaubwürdige Verkörperung zweier Kriegsveterane, die in ihrem persönlichen Kleinkrieg gegeneinander endlich mal wieder eine Aufgabe sehen.

Frankenheimer gelingt die perfekte Balance zwischen Humor und bitterem Ernst. Man ist sich wirklich nicht immer sicher ob man lachen oder weinen soll, denn dieses sich zuspitzende Duell zweier Kriegsveteranen könnte nicht sinnloser sein und könnte ihm Endeffekt katastrophale Folgen mit sich bringen. Daher ist "Powerplay" absolut eine Sichtung wert, wenn er auch um die üblichen Kischees nicht herumkommt und seine Zeit braucht um richtig in die Gänge zu kommen.

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