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Sadako kehrt zurück. Nachdem sie bereits im letzten Jahr, durch die berühmte Ring-Trilogie, endlich auch die deutschen Videotheken unsicher machte, kommt sie nun noch einmal in "Spiral" zu uns ins Wohnzimmer. Laut Cover handelt es sich dabei angeblich um den vierten und letzen Film der Ring-Reihe. Ganz richtig ist das Allerdings nicht. Denn "Spiral" könnte man eher als eine Alternativ-Version von "Ring 2" betrachten. "Spiral" setzt nämlich auch genau da an, wo "Ring - Das Original" aufgehört hat. Nur eben völlig anders! Und das nicht nur Inhaltlich sondern auch vom filmischen her. War "Ring 2" immer noch ein hochspannender und äußerst atmosphärischer Film, so regiert in "Spiral" hauptsächlich die Langeweile!

"Spiral" begeht in punkto Story einen völlig anderen Weg als "Ring 2"! Während Drehbuchautor Takahashi, zusammen mit Regisseur Nakata, beim bekannteren Ring-Remake sich nur sehr sehr lose an die literarische Fortsetzung, "Rasen", von Romanschreiber Suzuki, der natürlich auch den Roman "Ring" schrieb, hält, verfilmte Regisseur und Drehbuchautor Iida genau(er) nach Vorlage. Somit ist "Spiral" eigentlich die "wirkliche Fortsetzung" des genialen Gruselschockers! Leider aber nicht die Bessere!

Das liegt an unterschiedlichen Dingen. Zum einen kann der Film leider bei weitem nicht so eine immense Spannung und Atmosphäre aufbauen, wie der Vorgänger und die Nakata-Fortsetzung. Nur selten gibt es mal ein paar gruselige (zugegeben wirklich gelungene) Schockeffekte, nur an wenigen Stellen wird es mal so richtig spannend. Meistens zieht sich der Film eher durch quälend lange Dialoge, die im Endeffekt nichts bringen. Zwar gibt es schon einige nette Ideen und durchaus auch gute Erklärungsversuche des Ring-Mythoses, doch richtig überzeugt oder gar überrascht wird man selten.

Zudem vermiesen einem auch die vorhandenen Charaktere (Grusel-)Spaß am Film. Größtenteils kann man keine Sympathien für sie aufbauen, da sie einem im Grunde allesamt irgendwie äußerst dröge und undurchdacht rüberkommen.

Und auch auf einen guten Score muss mal leider dieses mal ohne rechtes Ergebnis warten.

Mit den Leistungen der Darsteller kann man allerdings ganz zufrieden sein. Positiv zu erwähnen ist vor allem die Tatsache, dass man die, allerdings nur ganz kurz auftauchenden, Rollen von Reiko und Ryuji auch hier mit den gleichen Darstellern (Nanako Matsushima, Hiroyuki Sanada) besetzen konnte. Dafür gibts nen Pluspunkt. Denn bei einem sonst völlig anderem Team hätte man das wohl nicht erwartet, zumal die Beiden ja auch in "Ring 2" auftauchen!


Fazit: Nach dem zweiten Buch der Romantrilogie "Ring" entstandene Fortsetzung von "Ringu", die aber leider in keinster Weise mit der originalen Film-Trilogie mithalten kann, dass sie kaum für Grusel oder Atmosphäre sorgen kann und seine Zuschauer durch teils quälend lange Dialog-Szenen an den Rand des Einschlafens bringt. Zwar gibt es durchaus ein paar nette und lohnenswerte Ideen mit gekonnten Blicken hinter den Ring-Mytos, aber so recht überzeugen möchte das Ganze leider nicht.
Manchmal ist es halt doch besser, sich von der Literaturvorlage zu trennen, wie es "Spiral" leider eindeutig beweist. Lieber zu "Ring 2" greifen und sich auch beim X-ten Zuschauen noch gehörig gruseln!

Wertung: 5/10

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