Was war das doch für ein herrlicher frischer Wind in Animationsbreiten, als anno 2001 ein grüner Oger das Licht der Leinwand erblickte und mit dreisten Sprüchen nur so um sich warf.
Nach dem erschreckenden schwachen dritten Teil erfolgt nun der Abschluss im zeitgenössischen 3D, was die Optik minimal aufpeppt, aber erneut den kecken Witz des Originals vermissen lässt.
Shrek hat mittlerweile drei Kinder und führt mit Fiona ein überaus eindimensionales Familienleben. Während einer Feier platzt ihm der Kragen und er geht einen gefährlichen Pakt mit Rumpelstilzchen ein: Einen Tag lang kann Shrek wieder ein gefürchteter Oger sein, doch beim Vertrag übersieht er die kleingedruckte Klausel, wonach Shrek nur genau diesen einen Tag hat, um der nunmehr fremden Fiona einen Kuss abzuringen…
Wenn es mit Shrek in die letzte Runde geht, erwartet man schon ein wenig mehr Originalität als beim Vorgänger, doch nach dem flotten Einstieg mit einigen kleinen Lachern ist es ziemlich dahin mit dem einstigen Charme des wohl vertrauten Figurengefüges.
Die Geschichte wird hier ein wenig demontiert, erinnert in Ansätzen an den ersten Teil, hat aber nichts mehr gemein mit dem ungehörigen Rüpel und Tollpatsch, denn erst als die Familie in weite Ferne rückt, erkennt der Oger die Werte einer solchen.
Seitenhiebe und Veräppelungen von Märchen finden sich ebenfalls nur ansatzweise mit dem Rattenfänger und Andeutungen von „Braveheart“.
Der Kampf gegen König Rumpelstilzchen und der Gefolgschaft seiner fliegenden Hexen gehört dann eher in die Richtung: Anschauen, ein paar optische Höhepunkte genießen, aber das mit allenfalls leichtem Schmunzeleffekt versehen, etwa bei einigen Randfiguren, wie dem dick gewordenen Kater, dem Lebkuchenmann oder dem Esel, der in der Parallelwelt natürlich immer noch nicht singen kann.
Die Annäherungsgeschichte zur Rebellenführerin Fiona gerät hingegen selten mitreißend und noch weniger liebreizend, - besonders an diesen Stellen mangelt es deutlich an Situationskomik und Originalität.
Animationstechnisch läuft die Sache noch ein wenig runder, obgleich die 3D Effekte nicht allzu viel herausholen, höchstens wenn einem eine Kutsche entgegen rast oder eine Hexe zum wiederholten Male haarscharf das Ohr streift.
Dafür punktet man innerhalb der Feinheiten, vor allem was einige Gesichtsausdrücke anbelangt. Der übliche Katze-will-was-Blick kommt ebenso treffend, wie die lustigen Reaktionen der drei Kinder von Shrek und auch der beharrliche Junge, der immer wieder trocken drängt, Shreks markerschütterndes Brüllen auszustoßen, ist mindestens einen Lacher wert.
An der soliden Synchro hat sich kaum etwas verändert, nennenswert ist nur Bernhard Hoecker, der eine gute Leistung als Stimme von Rumpelstilzchen hinlegt.
Dreamworks tun gut daran, die Reihe nun endgültig einzustellen, denn nach neuen Ideen sieht das alles kaum mehr aus. Der freche Witz ist weitestgehend verloren gegangen und auch wenn die Qualität der Animation kaum Kritik zulässt, fehlen den Episoden deutlich Charme und die frechen Ideen von Seitenhieben auf Märchen oder andere Filmikonen.
„Für immer Shrek“ ist zweifelsohne kurzweilig gestaltet, temporeich inszeniert und ganz niedlich für eine Sichtung, doch im Endeffekt und im Vergleich zu anderen zeitgenössischen Animationshelden, zeichnet die Figur in diesem Teil zu wenig aus, während der einst so kreative Kern kaum mehr erkennbar ist.
Kleine Kurzgeschichten als Ableger wären im Weiteren noch denkbar, noch ein komplettes Kapitel allerdings kaum, denn hiermit hat man bereits untermauert, dass dem Gefüge in der Märchenwelt augenscheinlich die peppigen Ideen ausgehen.
Knapp
6 von 10