Der vierte Auftritt des grünen Ogers ist inhaltlich ein zweiseitiges Schwert. Nach dem erzählerisch eher schwachbrüstigen dritten Film, der nicht mehr viel von dem pointierten Witz aus den beiden Vorgängern zu bieten hatte, schickt sich der bis dato letzte Spielfilm um seinen Hauptdarsteller Shrek an, die Formel etwas aufzubrechen. Und eben wiederum nicht.
Denn Shrek ist genervt vom Familienleben, hat alles über. Die immer gleichen Tagesabläufe, die fehlende Zeit für sich selbst und dann eskaliert es bei einer Geburtstagsfeier. Er wünscht sich sein altes Leben zurück – was das schurkische Rumeplstilzchen mitbekommt und Shrek prompt per Vertrag einen Tag wie früher anbietet. Doch natürlich hat die Sache einen Haken.
Von der oft schon erzählten Moral, dass man manches erst zu schätzen weiß, wenn es weg ist, will ich gar nicht anfangen. Zuerst ist „Für immer Shrek“ eine durchaus unterhaltsame Abzweigung und spinnt das Szenario aus der Sicht des grummeligen Ogers gut weiter. Am Ende erzählt er aber quasi den ersten Teil nochmals, nur eben wie in einem Paralleluniversum mit ein paar veränderten Stellschrauben in der Ausgangslage.
So ist der Film eher eine Was-wäre-wenn-Geschichte, als dass er sich wirklich wie ein neues Abenteuer anfühlt, was sein größter Schwachpunkt ist. Denn er hat durchaus seinen Unterhaltungswert, auch wenn manche Episode weniger interessant (Widerstand) als manche andere ist.
Die ausufernden popkulturellen Reverenzen finden sich auch hier nicht mehr, was insbesondere den ersten Teil so witzig machte, glänzt oft mit Abwesenheit. Anwesend sind dafür viele bekannte Figuren, Neues kitzelt das Team um Regisseur Mike Mitchell aber nicht aus ihnen heraus. Wobei „Puss“ ein paar gute Szenen hat, aber den Kerl mag ich auch einfach. Rumpel ist als Antagonist ganz nett, es mangelt ihm nur an Persönlichkeit. Des Rattenfängers Flöte sorgt hier immerhin für ein paar nette Einfälle.
In einzelnen Sequenzen ist der Film ja auch tatsächlich richtig witzig, aber das eben zu selten.
„Für immer Shrek“ möchte seine inhaltlichen Schwächen mit Tempo wieder wettmachen und versucht sich an einer abgewandelten Form des Erstlings der Reihe. Das gelingt teilweise, im Gesamten weniger. Durch den wechselhaften Unterhaltungswert teilt er das Schicksal seines direkten Vorgängers, es mangelt an pointiertem Witz und frischen Ideen. Man kann damit mal eine nette Zeit haben, sollte aber nicht an die ersten beiden Teile denken.