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Kassie (Jennifer Aniston) ist 40 Jahre alt und hat  Torschlusspanik. Da sie unbedingt ein Kind haben möchte, und Single ist, entscheidet sie sich, künstlich befruchten zu lassen. Allerdings möchte sie den Spender mit Hilfe ihres besten Freundes Wally (Jason Bateman) selbst aussuchen und persönlich kennenlernen.

"Umständlich verliebt" besteht im Grunde aus zwei Teilen. Im ersten Teil werden die Charaktere vorgestellt, die künstliche Befruchtung geplant sowie der potentielle Spender gesucht. Der Höhepunkt bildet eine Befruchtungsfeier, in der der Spender den Samen sozusagen frisch abliefert und Wally den versehentlich verschütteten Inhalt des Bechers im Vollrausch mit seinem eigenen Erbgut füllt. Es kommt, wie es kommen muss. Kassie wird schwanger und zwar von ihrem Freund Wally. Aufgrund eines absoluten Filmrisses, weiss der jedoch ebenso wenig von seinem Glück, wie Kassie.

Der erste Teil ist, unter anderem Dank Jeff Goldblum der den Chef und guten Freund von Wally spielt, sehr witzig und ich hatte an einigen Stellen vor Lachen sogar Tränen in den Augen, was bei mir im Kino nicht oft vorkommt. Juliette Lewis, als gute Freundin von Kassie, war für mich auch wieder einmal sehenswert, auch wenn ich immer wieder das Gefühl habe, dass sie in fast allen Filmen die gleiche Rolle der etwas naiven Freundin spielt, was aber vielleicht auch an der deutschen Synchro liegen mag . Jennifer Aniston und Jason Bateman liefern ganz gute Leistungen ab, der kleine Thomas Robinson ist niedlich und spielt seine Rolle auch ganz gut.

Der zweite Teil, in dem der Film leider sehr stark abflacht, beginnt etwa sieben Jahre nach der Geburt des kleinen Jungen. Der junge Sebatian und Wally lernen sich kennen, und Wally endeckt in dem Jungen immer mehr Charakterzüge, die seinen eigenen entsprechen. Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm. Irgendwann, kommt Wally die Idee, dass der Junge auch sein Sohn sein könnte und erinnert sich plötzlich wieder, was damals geschehen war. Doch natürlich hat er nicht den Mut, Kassie die Wahrheit zu sagen, und die fühlt sich zu allem Unglück immer mehr zu ihrem Spender hingezogen, mit dem ihr Sohn Sebastian jedoch überhaupt nichts anfangen kann. Einerseits kommen sich Wally und Sebastian immer näher, anderseits Kassie und ihr Spender. Reibereien gibt es zwischen Wally und dem Jungen keine, die beiden sind sich im Grunde sofort sympathisch und so dümpelt der Film in der zweiten Hälfte nur noch vor sich hin. Da der Junge den Spender sowieso nicht leiden kann, stellt dieser im Grunde auch nie wirklich eine Gefahr dar, sondern tritt stattdessen von einem ins nächste Fettnäpfchen. Und so ist der Film in der zweiten Hälfte zwar nicht wirklich langweilig, aber der Verlauf doch absehbar. Überraschende Wendungen gibt es keine.

Letztendlich ist "Umständlich verliebt" ein Film, den, hätte er das Niveau der ersten Hälfte gehalten, mir sehr gut in Erinnerung geblieben wäre. So bleibt für mich jedoch leider ein leicht fader Beigeschmack. Trotzdem kann ich ihn, zumindest zum einmal anschauen, weiterempfehlen. (6.5/10 Punkten)

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