Bolted Doors and Windows barred,
Guarddogs prowling in the Yard,
Won’t protect you in your Bed,
Nothing will – from Pumpkinhead!
Trotz des Untertitels „Blood Wings“ muss man sich bei dieser Fortsetzung des Stan Winston Semi-Kultfilms „Pumpkinhead“ (dt. Titel: „das Halloween Monster“) keine Sorgen darum machen, dass jener Rachedämon aus dem Kürbisfeld nun auf einmal fliegen kann bzw Flügel besitzt – es wird sich dabei lediglich auf ein von ihm hinterlassenes Blutzeichen bezogen, das für eine bestimmte Clique steht, hinter welcher er her ist. Trotzdem begeht dieses Sequel im Rahmen einer eigentlich löblichen Absicht einen entscheidenden Fehler: Beim Versuch, sich in Form von Änderungen gegenüber dem Vorgänger abzugrenzen, um nicht zu einer reinen Kopie zu verkommen, hat man diese leider genau an der falschen Stelle angesetzt – nämlich im Bereich der Hintergrundgeschichte der Titelfigur, was bei Fans des Originals eher Verärgerung als Abwechslung hervorrufen dürfte. Die Kreatur an sich sieht im Prinzip noch immer genauso wie zuvor aus, doch ihre Ursprünge sind fast komplett andere: Gleich in den ersten Minuten lernen wir, dass Pumpkinhead in Wahrheit (bzw in diesem Fall) der missgebildete, friedliche Jugendliche Tommy ist, der im Jahre 1958 (also 1 Jahr nach der Anfangsszene von Teil 1) von sechs Highschool-Schülern aus Hass und/oder Langeweile gehetzt, verprügelt, mit einem Messer traktiert, in einen Mienenschacht geworfen sowie schlussendlich getötet wurde, worauf man alles im Anschluss so arrangierte, als wäre es ein Selbstmord gewesen...
Jahre später (in der Gegenwart) kehrt Sheriff Sean Braddock (Andrew Robinson) nun mit seiner Frau Beth (Caren Kaye) und der leicht rebellischen Tochter Jenny (Ami Dolenz) von NY her in die Heimatstadt zurück, um ein ruhigeres Leben zu führen. Schnell findet letztere Anschluss an die Clique um Danny (J.Trevor Edmond), Sohn des örtlichen Richters, zu welchem sie sich trotz seiner etwas aufdringlichen Art angezogen fühlt – schließlich ist er ebenfalls ein „Wild Child“ aus gutem Elternhaus. Gemeinsam mit den anderen, Paulie (Alexander Polinsky), Marcie (Soleil Moon Frye) und Peter (Hill Harper), fahren sie eines Nachts aus Versehen die alte, blinde Osie (Lilyan Chauvin) an, welche unter den Einheimischen als Hexe gilt. Da sie sich nach dem Unfall aus eigener Kraft noch in den Wald hineinschleppen kann, suchen die Kids ihre abgelegene Hütte auf, um nach ihr zu sehen, doch nachdem sie dort einige okkulte Objekte sowie die ältere Dame entdecken, der es anscheinend einigermaßen gut geht, wollen sie sich daraufhin noch einen Scherz (quasi als Mutprobe) erlauben: Auf einer nahe gelegenen Grabstätte versuchen sie, mit einer Ritualanweisung sowie einer gestohlenen Ampulle „verfluchten Blutes“, jenen dort begrabenen Körper wiederzuerwecken – anscheinend aber ohne Erfolg. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände bricht derweil bei Osie ein Feuer aus, bei dem sie schwer verletzt wird – zuvor gelingt es ihr jedoch noch, die Kids für ihr Handeln zu verfluchen. Anscheinend fungieren die Flammen als Finalschritt der Zeremonie, denn wenig später erhebt sich der Körper (wer es sich bislang nicht denken konnte: es handelt sich um Tommy, der von Osie damals aufgezogen wurde) in Gestalt von Pumpkinhead aus seinem Grab und macht sich daran, blutige Rache sowohl an den Beteiligten seines eigenen Mordes als auch an denen der Aktion bei seiner Ziehmutter zu nehmen…
„Pumpkinhead 2“ wurde 1993 von Regisseur Jeff Burr inklusive so ziemlich jeder Zutat eines „klassischen B-Films“ umgesetzt – alles, was einem beim Gedanke an ein Werk dieser Art in den Sinn kommt, ist vorhanden: Rückblenden in Schwarzweiß, mäßige Darsteller, etliche blutige Tötungen, ein nicht unbedingt hochklassiger Score (in diesem Fall pendelt er zwischen unoriginellen ruhigen Klängen und coolen, gewiss von Ry Cooder inspirierten Gitarrenstücken), Kleinstadtpolitiker mit dunklen Schatten in ihrer Vergangenheit, ein Recht-schaffender Sheriff, aufsässige Teens, schießwütige Hinterwäldler, Albtraumsequenzen (mitsamt „Traum im Traum“-Aspekt), „T&A“, Logikschwächen (Tommys Ableben wurde als „Tod durch Erhängen“ hingestellt – trotz der Schnitte und Stichwunden), „Monster-Vision“ (mal wieder rötlich), nicht zu Ende gedachte Vorgänge (eine Überlebende ist z.B. taubstumm, weshalb man sie als nützliche Augenzeugin ausschließt – wie wäre es mit Schrift?!) und natürlich unfreiwillig komische Dialoge („Whatever she saw, scared her so bad, her mind couldn´t deal with it – she´s one step away from being scared to death!“). Zudem wurde die Anfangsszene (jene in den 50ern) dermaßen klischeehaft umgesetzt (vom Aussehen und Verhalten her wirken die Kids wie direkt aus „Grease“, der „West Side Story“ oder „Happy Days“ entsprungen), dass man unweigerlich schmunzeln muss, was auch für die Vorhersehbarkeit gilt – was wird wohl passieren, wenn man (u.a. entgegen der Warnung einer Hexe) auf einer Grabstätte, die wie eine Mischung aus Stonehenge und King´s „Friedhof der Kuscheltiere“ ausschaut, ein Wiederbelebungsritual durchführt? Zudem wäre es auf jeden Fall geschickter gewesen, nicht nur den Teens derart viel Aufmerksamkeit zu widmen, sondern auch den inzwischen erwachsenen Tätern des Tommy-Mordes, denn jene werden mehr oder minder nebenbei vom Rachedämon gerissen, ohne dass man (in Addition zu ihrer Beteiligung an der Tat damals) viel über sie erfährt.
Die Besetzung vermag es zwar nicht, wirklich herausragende Leistungen zu generieren, kann aber mit einigen bekannten Gesichtern aufwarten: Neben der süßen Ami Dolenz („Ticks“/„Witchboard 2“) sind noch Andrew Robinson („Dirty Harry“/„Hellraiser“), J.Trevor Edmond („Lord of Illusions“/„Return of the living Dead 3“), Hill Harper (TV´s „CSI NY“/„the Skulls“) sowie Soleil Moon Frye (aus „Piranha“ oder „Alex in Wonder“ – auch nach ihrer Brustverkleinerung noch immer heiß) zu sehen. Der geschulte Fan kann sich zudem noch an einigen netten Cameos erfreuen: „Jason“-Darsteller Kane Hodder findet ein unschönes Ende und Linnea Quigley („Creepozoids“) darf erneut beweisen, warum sie mal den Titel „Scream Queen“ erhalten hat. Der Knaller ist aber Roger Clinton als „Mayor Bubba“! Roger wer? Na, Clinton – Bruder von Bill, dem ehemaligen US-Präsidenten! Ich habe zwar keine Ahnung, warum er in diesem Streifen mitwirkt, aber sein Auftritt als Bürgermeister (namens „Bubba“ – lol!) ist tatsächlich amüsant – zumal er in einer Szene gar in der Leichenhalle (!) ernsthaft eine Angestellte nach seiner reparierten Gitarre fragt…und das Titelstück des Films singt/spielt er ebenfalls!
Regisseur Jeff Burr, ein „Experte“ für schwächere Fortsetzungen („Stepfather 2“, „TCM 3“, „Puppet Master 4&5“), wurde kurzfristig zu diesem Projekt hinzugezogen und hatte dann nur knapp 25 Drehtage sowie ein noch geringeres Budget als der Vorgängerfilm zur Verfügung. Angesichts der Bedingungen ist das Ergebnis recht passabel anzusehen, neutral betrachtet jedoch nur knapp unterdurchschnittlich, denn neben der eingangs erwähnten Veränderung des Hintergrunds gibt es noch etliche andere Probleme: Die darstellerischen Leistungen, das gut ausgearbeitete Skript oder die hervorragende „Southern Gothic“-Atmosphäre von Winston´s Werk sucht man hier leider vergebens, nicht nur weil diese Fortsetzung weniger düster sowie von den Farben her bunter ausgefallen ist. Immer wenn Pumpkinhead irgendwo auftaucht, wird er von seinem eigenen „privaten Gewitter“ (Strobelight-Effekt) begeleitet, was nicht wirklich bedrohlich wirkt – etwas, das leider auch für die Kreatur an sich gilt, denn in diesem Fall bekommt man sie häufiger, ausgiebiger und in ihrer Ganzheit zu sehen, wodurch dem Zuschauer die Tatsache, dass es sich um einen Menschen in einem Gummianzug handelt, leider umso deutlicher vor Augen geführt wird. Auf der anderen Seite gibt es einige nette Gewalttätigkeiten zu sehen (Enthauptungen, abgerissene Gliedmaße etc), zudem kommt die Inszenierung noch „schön altmodisch“ daher, also ganz ohne unnötigen CGI-Einsatz. Alles irgendwie „ganz okay“ – nur halt nicht originell, spannend oder sonderlich interessant…
Fazit: Für sich allein betrachtet, ist „Pumpkinhead 2“ gar nicht mal so übel – als Sequel steht er jedoch in allen Bereichen klar im Schatten des Vorgängers, was (in Verbindung mit seinen eigenen Schwächen) zu einer abschließenden Bewertung von nur „4 von 10“ führt.