Michael Arnold Travis ist ein fröhlicher, freundlicher, aber auch naiver Mensch. Er ist Lehrling in einer Firma, die Kaffee herstellt, verpackt und vertreibt. Und nur seinem naiven Lächeln ist es zu verdanken, dass er einen raketenhafen Aufstieg erfährt. Und noch mehr...
Was sich jetzt nicht sehr aufregend anhört, artet aber in einem surrealistischem Musical aus, dass sehr an Filme wie "Uhrwerk Orange" oder "Britannia Hospital" erinnert - und das nicht nur wegen desselben, exzellenten Hauptdarstellers Malcolm McDowell. Der Film erfährt so viele überraschende Wendungen, mit solch unterschiedlichen Personen, dass man ihn sich sicher zwei oder dreimal ansehen muss, um alles zu behalten (Dabei wurde sogar die deutsche Version noch um 20 bis 30 Minuten gekürzt!).
"Unterbrochen" werden die einzelnen Abschnitte Travis' Erlebnisse meistens durch Songs von Alan Price, wobei selbige textlich echt treffend formuliert sind und sofort ins Ohr gehen. Er erhielt dafür nicht umsonst 1974 eine Nominierung für den Golden Globe in der Kategorie "Best Original Score" - John Williams war im selben Jahr zweimal nominiert und Neil Diamond nahm den Award mit nach Hause.
Doch nun wieder zum eigentlichen Film: Irgendwie ist in den 158 Minuten einfach alles enthalten - typischer schwarzer britischer Humor (Richterszene), etwas Erotik (mit seinem spitzbübischen Lächeln bekommt er einfach jede), eine Prise Gewalt, ein wenig Troma Feeling (wegen der Atomkraftwerkszene), usw... Während des gesamten Filmes hat man eigentlich einen mehr oder weniger breiten Grinser auf den Lippen, ab und zu ist man - wegen Menschenversuchen - schockiert, dann spielt auch noch die Band eine Rolle, die in den Zwischensequenzen immer die Musik spielt... Und bei der Schlussszene weiss man nicht, ob man jetzt laut loslachen soll oder zu weinen beginnt. Man bleibt mit offenem Mund sitzen, spult zurück und schaut sich den Film nocheinmal an. 10/10