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Der Alternativtitel „Twilight Werewolf“ lässt natürlich eine bestimmte Richtung von Horror vermuten, doch das ist nur eine Finte vom deutschen Verleih, um ein bestimmtes Zielpublikum anzulocken, zumal „13Hrs“ wahrlich nichts vom Auftauchen eines Werwolfs verheißt. Obwohl, so wirklich taucht der auch nur zwei Minuten auf.

Sarah (Isabella Calthorpe) reist von L.A. nach England aufs Land, um ihre Patchworkfamilie im alten und renovierungsbedürftigen Anwesen zu besuchen. Am Abend feiert sie noch ein wenig mit ihren Halbbrüdern und Freunden in der Scheune, bis ein Stromausfall merkwürdige Ereignisse nach sich zieht. Eine blutrünstige Kreatur hat es auf sie alle abgesehen…

Bevor es nach rund zwanzig Minuten ein wenig zur Sache geht, wird untermauert, welche Probleme zwischen Halbgeschwistern und der ehemals besten Freundin entstehen, wenn man sich mal ein paar Monate außerhalb des Landes aufhält. Trotz Hochprozentigem und verbotenen Drogen herrscht innerhalb der Feierlaune ein unterschwellig aggressiver Ton, Sarah bekommt ein paar fiese Seitenhiebe zu spüren, welche sich im Verlauf auch in prekärer Situation noch verschärfen. Hinzu kommt, dass ihrer Mutter eine Affäre unterstellt wird und tatsächlich befindet sich diese am Abend von Sarahs Ankunft nicht im Haus.

Als die Kreatur erstmals zuschlägt, gehen Splatterfreunde ein wenig erwartungsvoll ins Rennen, doch dieses endet auf halber Strecke. Ist beim ersten Opfer noch ein entstelltes Gesicht und ein offener Brustkorb auszumachen, reduzieren sich die Effekte später auf zwei Fleischwunden, während einige Ableben komplett außen vor bleiben oder bereits der Schere der FSK zum Opfer fielen.

Das Monster selbst ist bis auf wenige Szenen während des Finales überhaupt nicht zu sehen, stattdessen bekommt man für ein paar hektische Szenen eine Egoperspektive mit derbem Rotfilter geliefert, was die Attacken nicht gerade attraktiv aussehen lässt.
Somit kommt während der eigentlichen Konfrontationen nur selten Spannung auf, auch wenn einzelne Momente des Verbarrikadierens und Ausharrens in aller Stiller zuweilen ein wenig atmosphärisch geraten.

Gibt es zunächst keinerlei Erklärungen für das Auftreten des Werwolfs, versucht man später mit kleinen Montagen Licht ins Dunkel zu bringen, doch wer ein wenig mitdenkt, riecht den Braten bereits ein paar Momente vorher.
Der Showdown bringt letztlich noch ein paar ordentliche Make-up Effekte und fördert den Anblick von gleich zwei Kreaturen zutage, doch um die Bedrohung etwas spürbarer zu machen, wäre dies bereits weit im Vorfeld notwendig gewesen.

Auf darstellerischer Ebene wird Durchschnittsniveau, eher ein wenig darunter geboten. Isabella Calthorpe bleibt als vermeintliche Helden vergleichsweise ausdruckslos, Gemma Atkinson macht nicht mehr, als ihre üppige Oberweite ins rechte Licht zu rücken und Harry-Potter-Bösewicht Tom Felton fungiert als rotziger Alki, der keinerlei Sympathiepunkte sammeln kann. Wirklich gut ist nur Simon MacCorkindale in seiner letzten Rolle als Stiefvater mit Hang zu Rotwein und Zigarre.

Freunde von Werwolfwerken schauen also eher in die Röhre und bekommen nicht etwa ein zotteliges Monster mit fletschenden Zähnen präsentiert, sondern müssen mit einer unkreativen Egoperspektive vorlieb nehmen. Das Erzähltempo ist zwar okay und die Spannungen innerhalb der Überlebensgruppe sorgen für zusätzlichen Drive, doch Fans von Monsterfilmchen sei dieser Streifen nicht unbedingt empfohlen, - da gibt es auch im Bereich von B-Movies und drunter einige Produktionen, welche die Thematik effizienter auf den Punkt bringen.
4 von 10

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