Was für ein Reinfall, eine Action-Komödie, die fast ganz auf Actionsequenzen verzichtet und sogar über weite Strecken vollkommen humorlos daherkommt.
Dabei könnte das Erfolgsrezept, das schon in Filmen wie "True Lies" (mit Arnold Schwarzenegger und Jamie Lee Curtis) oder "Mr. und Mrs.Smith" (mit Brad Pitt und Angela Jolie) funktioniert hat, ein Ehepaar weiß eigentlich nur zum Teil über die Vergangenheit bzw. den Beruf des jeweils anderen Bescheid - irgendwann aber lässt sich das Geheimnis nicht mehr verbergen und die turbulenten Verwicklungen nehmen ihren Lauf - auch in diesem Fall funktionieren.
Von turbulenten Verwicklungen ist im Film von Robert Luketic jedoch nichts zu merken - viel zu behäbig entwickelt sich der Plot und der Zuschauer kann sich die folgenden Ereignisse schon relativ früh ausmalen - dies gilt auch für das "überraschende" Ende, in der die Hauptperson Jen Kornfeldt eine neue Seite an ihren Eltern entdecken muss. Zuvor lernt sie auf einer Reise mit den Eltern nach Nizza den "smarten" Spencer Aimes kennen (den der Zuschauer zuvor schon als Geheimagent vorgestellt bekommen hat), beide verlieben sich ineinander, Aimes quittiert seine Job, um sie zu heiraten und mit ihr zusammenzuziehen. Dann holt ihn seine Vergangenheit als Geheimagent wieder ein, er findet seinen ehemaligen Chef ermordet auf und muss sich und seine Frau vor einer Reihe von Anschlägen in Sicherheit bringen.
Hier hätten sich sicherlich eine Reihe von Möglichkeiten ergeben, durch überraschende Einfälle den Film aus dem Mittelmaß der Dutzendware herauszuheben, aber alles bleibt behäbig und an vielen Stellen ausgesprochen dröge.
Auch die Hauptdarsteller vermögen es nicht, dem schlappen Drehbuch weiteres Leben einzuhauchen und wirken an vielen Stellen sogar überfordert (insbesondere Ashton Kutcher als Ex-Geheimagent Spencer Aimes). Auch Katherine Heigl kann ihrer Rolle als naives "Blondchen" Jen Kornfeldt, das ihren Ehemann neu kennenlernt, keine Facetten abgewinnen - man vermeint gar, dass sie selber so naiv ist wie die Figur, die sie hier spielt. Einzig Tom Selleck als Vater der Braut kann mit seiner Routine, einige Szenen über das Mittelmaß herausheben - wobei ihm dafür das Drehbuch eigentlich kaum Spielraum lässt. Noch schlimmer erwischt hat es Catherine O'Hara, die als dauerbetrunkene Mutter auftaucht, was zwar komisch gemeint, aber eigentlich nur peinlich ist. Eigentlich bleibt der ganze Film weitgehend humorfrei, es sei denn man findet furzende Freunde oder Probleme beim Wasserlassen lustig. Auch hier ist sicherlich die Schuld hauptsächlich beim Script zu suchen.
Das einzige, was stellenweise überzeugen kann, ist die Optik - womit nicht das Aussehen der Hauptdarsteller gemeint ist, sondern die Kameraarbeit Russell Carpenters. Hier blitzen bei den Schwenks entlang der südfranzösischen Küste schon Erinnerungen an wesentlich bessere Filme auf, die man hier aber nicht nennen sollte, da der Vergleich mit diesem Film jenen nur schaden könnte.