Die just von ihrem Freund sitzengelassene Jen Kornfeldt lernt während eines Nizza-Urlaubs mit ihren Eltern den charmanten Spencer Aimes kennen, mit dem es fast augenblicklich funkt... nicht ahnend, dass es sich bei dem Sonnyboy um einen Auftrags-Killer handelt, der jedoch seinen Job nun an den Nagel hängen und sich ins Privatleben zurückziehen will. Drei Jahre später sind die beiden verheiratet und das Ehepaar wird auf unangenehme Weise mit Spencers Vergangenheit konfrontiert, als sich plötzlich Arbeitskollegen und Nachbarn als Attentäter entpuppen, die es auf die 20 Millionen Dollar Kopfgeld abgesehen haben, die irgendjemand auf Spencers Kopf ausgesetzt hat. Verständlicherweise ist Jen ob der vielen Versuche ihres Freundes- und Bekanntenkreises, sie und ihren Göttergatten ins Jenseits zu befördern, eh bereits ein wenig durch den Wind, da muss sie mitten in dem ganzen Trubel auch noch feststellen, dass sie schwanger ist... In der Sparte der Action-RomComs, die da zuvor von solchen Hollywood-Streifen wie "Mr. & Mrs. Smith" und "Knight and Day" schon aufwendiger bedient wurde, ist "Kiss & Kill" sicherlich kein großer Wurf, aber dank der überdurchschnittlich guten Chemie seines Hauptdarsteller-Pärchens Ashton Kutcher und Katherine Heigl doch etwas besser als sein Ruf und zumindest noch ein recht passables Filmchen... womit man angesichts des katastrophalen Kritiker-Echos zum US-Kinostart nicht unbedingt gerechnet hätte. Da fragt man sich doch echt, welche Erwartungen damals bei der schreibenden Zunft im Vorfeld wohl geherrscht haben mögen, dass irgendjemand hiervon tatsächlich enttäuscht gewesen sein kann. "Natürlich blond"-Regisseur Robert Luketic erzählt seine formelhafte 08/15-Story als Ansammlung von mittelprächtig-amüsanten Situationen in gelackten Bildern, die dem Ganzen zumindest eine ansprechende Oberfläche verpassen... was allemal auch ausreicht, denn in die Tiefe geht hier absolut gar nichts. Okay, der Beginn in Nizza ist da etwas zäh geraten, sobald "Kiss & Kill" nach einer gewissen Anlaufphase aber erstmal Fahrt aufgenommen hat, entpuppt er sich aber doch als annehmbare Unterhaltungs-Ware, die dem Zuschauer kaum noch Zeit lässt, sich über Drehbuch-Kapriolen und Unwahrscheinlichkeiten des Plots den Kopf zu zerbrechen und die geschlechterübergreifend ihr Publikum zieht: Für die Jungs gibt es zwei, drei Action-Einlagen, ein bisschen Geballer und einen kreativen Filmtod mittels Hirschgeweih-Deckenlampe... und für die Mädels halt die beiden attraktiven Stars und den ganzen romantischen Mist. Passt schon. Dass man das alles schon ein paar Mal zuvor (und auch danach) mit mehr Witz, Esprit und Verve besser inszeniert gesehen hat, sei mal dahingestellt, aber für sich betrachtet ist "Kiss & Kill" schon okay und hat die harschen Verrisse, die er eingefahren hat (und auch den Razzie für Kutcher als schlechtesten Hauptdarsteller) nicht verdient. Fazit: Ziemlich seicht, aber nett.
6/10