Review

Es macht einfach Laune, einem typischen Werk von Robert Rodriguez beizuwohnen, wenn die bewährten Zutaten von Coolness über Gewaltausbrüche bis hin zu allseits bekannten Gesichtern fein aufeinander abgestimmt sind.
Dass die Story dabei zur reinen Nebensache verkommt ist völlig gleich, denn aberwitzige Action und mancher Dialogwitz kaschieren ohne Umschweife sämtliche Unzulänglichkeiten der etwas zu voll gepackten Handlung.

Im Zentrum dieser steht der Mexikaner Machete (Danny Trejo), dessen Frau und Tochter von Drogenboss Torrez (Steven Seagal) umgebracht werden. Als der schmierige Geschäftsmann Booth (Jeff Fahey) Machete zu einem Auftragsmord an den zwielichtigen US-Senator McLaughlin (Robert de Niro) überredet, wird er prompt reingelegt, da er als Bestätigung für die Anti-Einwanderungspolitik des Senators dienen sollte.
Machete, der von der Agentin Sartana (Jessica Alba) aufgegabelt wird, zettelt einen groß angelegten Rachefeldzug an, bei dem final alle Stränge zusammenlaufen…

Es läuft bereits rund wie ein Länderspiel, wenn innerhalb der ersten fünf Minuten gut ein Dutzend Gangster ins Gras beißen, inklusive eines Rundumschlages mit der titelgebenden Waffe und somit drei Enthauptungen innerhalb von weniger als einer Sekunde.
Da stimmen das Timing, die zum Teil überraschende Besetzung und die Wucht der Action zu jeder Zeit und man darf sich auf einen beinahe comichaften Schlagabtausch einiger Instanzen gefasst machen, da rund um Texas Intrigen, finstere Machenschaften, und abgekartete Spielchen dominieren. Und mittendrin Machete, der niemandem vertrauen kann, allerdings auch kaum etwas zu verlieren hat.

Dabei ist es beachtlich, wen Rodriguez und Partner Ethan Maniquis so unter anderem für ihr Projekt verpflichten konnten: De Niro als selbstgefälliger Politiker, Jessica Alba mit zwar unvorteilhafter Frisur aber einer kurzen Duschszene als auch sonst recht knackiger Verpackung, Michelle Rodriguez als Taco-Verkäuferin und Untergrundkämpferin, Steven Seagal als Drogenbaron umgeben von halbnackten Miezen und final mit Säbeln hantierend, Lindsey Lohan als Luder (auch kurz oben ohne) und später in treffender Verkleidung, Tom Savini als skrupelloser Auftragskiller und nicht zuletzt der schon fast vergessene Don Johnson als fieser Polizist.
Ein ansehnliches Stelldichein, bei dem jede Menge Spielfreude, einige Selbstironie und herrlich kaltschnäuzige Kommentare mit Erfolg in die Waagschale geworfen werden.

Und so treffend politisch unkorrekt einige Untertöne mitschwingen und die Kritik per Polit-Werbeclips überspitzt eingebunden werden, so grotesk zeichnen sich zahlreiche deftige Auseinandersetzungen ab, bei denen unzählige Köpfe weggeschossen, Gliedmaßen abgetrennt und sogar eine Darmschlinge fürs Abseilen durchs Fenster missbraucht wird.
Selbstverständlich werden zig Wände mit rotem Saft besudelt und zum Showdown fährt man gar härteste Geschütze auf, mit denen man mal eben eine kleine Hundertschaft plättet.
Der Einfallsreichtum der Regisseure kennt dabei kaum Grenzen, - da wird annähernd jede groteske Begebenheit zu einem kleinen Show-Act für sich und folgerichtig mit mindestens einem ungläubigen Lächeln quittiert.
Dem kunterbunten Treiben lässt sich allenfalls seine Dialoglast im Mittelteil ein wenig ankreiden und die Tatsache, dass Trejo im Originalton derbe vor sich hin grummelt und nicht immer komplett zu verstehen ist.

Letztendlich hat Rodriguez es fertig gebracht, aus einem fiktiven Trailer zum Grindhouse Projekt einen kompletten Actioner mit hohem Unterhaltungswert zu kreieren, der figurentechnisch zwar ein wenig über das Ziel hinausschießt, auf der anderen Seite jedoch eine Menge Abwechslung auf die Beine stellt.
Toll gespielt, mit durchweg sauberen Fights und grimmigem Blutvergießen ausgestattet, schließt Rodriguez genau da an, wo er mit „Planet Terror“ aufhörte:
Eine Hommage ans Trash-Kino der Siebziger, - brachial, cool, straight und konsequent, aber vor allem überaus spaßig und kurzweilig.
Für Fans des Filmemachers ein absolutes Muss.
8,5 von 10

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