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Jeder kennt ihn, er hat in über 200 Filmen mitgespielt, darunter Blockbuster wie Con Air, Heat, xXx-Triple X oder Predators, aber auch in Kultklassikern wie Desperado, From Dusk Till Dawn oder Jaguar. Als Schauspieler ist er stets sehr präsent und unverwechselbar. Dennoch dauerte es 27 Jahre, bis Danny Trejo seine erste Hauptrolle bekam - als Machete.Danny Trejo ist einer der hässlichsten Menschen im Filmgeschäft, weshalb er eher selten als jugendlicher Liebhaber oder Versicherungsvertreter gecastet wird. Wenn man jedoch einen miesen, fiesen Gangster, einen zu lebenslanger Haft verurteilten Wahnsinnigen oder einfach einen mexikanischen Schläger braucht, ist Danny Trejo erste Wahl. Das dachten sich wohl auch unsere Freunde Quentin Tarantino und Robert Rodriguez, denn in ihren Filmen taucht er regelmäßig auf.

So auch in dem brillanten Grindouse-Doublefeature Death Proof/Planet Terror - allerdings in ungewöhnlicher Rolle. Denn Danny Trejo spielt hier nicht in den eigentlichen Filmen mit, sondern er taucht in einem der Faketrailer auf, die die trashige B-Movie-Kinoatmosphäre abrunden sollten. Und in diesem Trailer ist er MACHETE.

Das kam wohl so gut an, dass Robert Rodriguez beschloss, aus dem Trailer einen ganzen Film zu machen. Eigentlich nur für die Grindhouse DVDs als Bonus gedacht, brachten sie den Streifen nun doch auf die große Leinwand. Und ich kann nur sagen - gut so. Denn soviel Action verdient einen großen Auftritt.

Nun darf man von Danny Trejo nicht zuviel erwarten, auch wenn er eine Titelrolle spielt. Er ist im Groben und Ganzen genau das, was er immer ist - ein mexikanisch-stämmiger Narbengesicht-Kick-ass-Schläger-Killer, dem man sich besser nicht in den Weg stellt. Sein Spiel ist facettenreich: er schaut nicht nur böse, sondern auch fies, angepisst, bissig, blutrünstig, beleidigt und gemein. Und seine Dialoge - nunja, der Terminator ist 'ne Quasselstrippe dagegen. Macht aber nichts, wenn in den Nebenrollen Robert DeNiro, Jessica Alba, Jeff Fahey, Michelle Rodrigues und Don Johnson für den nötigen Tiefgang sorgen. Und wenn als Gegenspieler kein Geringerer als Steven Seagal das Samuraischwert schwingt.

Die Handlung ist schnell umrissen: Machete, ein Ex-Polizist, der immer eine solche dabei hat, muss mit ansehen, wie Frau und Kind von Drogengangstern umgebracht werden, kann aber irgendwie entkommen. Nun bietet ihm einer die große Kohle, wenn er einen korrupten Senator aus dem Weg räumt. Das findet er gut, denn die Mörder seiner Familie scheinen dahinter zu stecken. Allerdings soll er nur den Sündenbock abgeben und befindet sich plötzlich von jedermann verfolgt auf der Flucht. Er wäre aber nicht Machete, wenn er nicht improvisieren könnte.

So weit so bekannt, ist ja ein eher gewöhnlicher Plot. Dennoch macht der Film ungemein Spaß, weil er so herrlich direkt vorgeht. Eine Machete ist halt kein Gerät für subtile Chirurgie, eher für die großen Gesten, und die werden ausgiebig zelebriert. Da fliegen die Körperteile nur so umher, dass es eine Freude ist. Also für Machete, für die anderen eher nicht. Dabei bleibt unser Held aber stets korrekt, wer sich ergibt, darf auch mal weglaufen. Wer aber dumm kommt mit Knarre oder so, darf sich nicht wundern, die 18m seines Dickdarms in voller Länge bewundern zu dürfen. He, ich schreib nur auf, was ich gesehen habe.

Wie schon die vorigen Grindhouse-Filme darf man Machete nicht allzu ernst nehmen. Es ist ein harter Action-Kracher mit exzellenter Besetzung, der mit vielen Lachern eine gute Grundstimmung bewahrt und einfach Spaß macht. Vor allem, wenn man wie ich das Glück hat, den Film mit 2 wunderschönen, heißen Frauen zu schauen, die sich an solchen Produktionen erfreuen können und für die Sex & the City eher zum Genre Horror zählen.

Zählt für mich neben Expandables zu DEN Action-Filmen 2010.

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